Kommentar von Petra Steinke

Kommentar: Herausforderung

Petra Steinke (Foto: Redaktion)
Petra Steinke (Foto: Redaktion)

München, 26. Februar. Im Osten der Innenstadt trifft sich die Branche zum Vorab-Opening des neuen Mücke-Stores im Center „Daseinstein“.

Der Filialist, der seit 2014 zur ANWR Group gehört, hat in der bayerischen Metropole seinen zwölften Store eröffnet. Es ist nicht einfach ein Store, sondern,  typisch für Mücke, ein Statement. Auf mehr als 3.100 qm Fläche wird eine quasi unendliche Zahl von Schuhen angeboten. Lange Regalreihen präsentieren die Ware, nach Größe, Farbe und Schuhtyp sortiert. Weiße Sneaker in Größe 39? Die Auswahl umfasst gleich mehrere Meter. Trotz der ungeheuren Menge an Artikeln ist der Mücke-Store aber kein anonymer „Massenware-Anbieter“. 

Dafür sorgt der beachtliche Anteil an Bekleidung und Accessoires. Trendinseln schon im Eingangsbereich sollen Lust machen auf den „Look of the Week“. Man kann sich gut vorstellen, dass sich die weibliche Kundin eingeladen fühlt, einfach mal nach einem schönen modischen Kleidungsstück oder Schuh zu suchen. Familien kommen auf ihre Kosten, weil sich im oberen Geschoss eine enorme Auswahl an Herren- und Kinderschuhen befindet. Sneaker-Fans dürften auf der mit „KU13“ deklarierten Fläche spannende Modelle finden. Hinzu kommen Outdoor-Schuhe, Taschen, Socken, Gürtel und jede Menge weiterer Accessoires – Schuh Mücke ist ein Einkaufserlebnis.

Die beiden Geschäftsführerinnen Inge Schardt und Kathrin Schmidt waren am Eröffnungstag ebenso aufgeregt wie stolz. Das „jüngste Mücke-Baby“ solle eine Bereicherung für den Münchner Osten sein, betonten sie. Monatelange intensive Arbeit stecke in dem neuen Standort. Man hoffe, damit den Nerv der Kunden zu treffen.

Dass dies geschieht, ist sehr wahrscheinlich. Und auch, dass Schuh Mücke ein harter Brocken für umliegende Händler sein wird. Schuhe und Mode unter einem Dach, ein gigantisches Angebot, Parkplätze vor der Tür: Solchen Argumenten hat man als Schuhhaus XY einige Straßen weiter nicht viel entgegenzusetzen und ist gezwungen, sich neu aufzustellen, am Sortiment und am Service zu arbeiten, um „trotz Mücke“ bestehen zu können. Das ist nicht unmöglich, aber dennoch eine Herausforderung. 

Während der ANWR-Rundreise hatten die Teilnehmer jedenfalls gleich Gelegenheit, sich den frisch 
eröffneten Store ihres „Mitbewerber-Genossen“ anzusehen. Der „Testflächen-Phase“ dürfte Schuh Mücke inzwischen entwachsen sein. Das Unternehmen muss rentabel arbeiten, Kosten und Strukturen im Griff behalten. Der Mücke-Entwicklungsrahmen, der 2016 von den Genossen durchgewunken wurde, endet übrigens in diesem Jahr. Der Blick der Branche wird sich daher aufmerksam auf die weiteren Schritte richten, die Schuh Mücke unternimmt.

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Laura Klesper / 02.03.2020 - 09:12 Uhr

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