Kommentar von Petra Steinke

Kommentar: Herz und Seele

Petra Steinke (Foto: Redaktion)
Petra Steinke (Foto: Redaktion)

„Wenn die Leute nicht verreisen können und die Restaurants geschlossen sind, dann entdecken sie vielleicht das Shoppen wieder“, sagte ein Modehändler unlängst in einer Diskussionsrunde. Darüber lohnt es sich nachzudenken.

Vergangene Woche tauschten sich mehrere Modehändler in einem Videocall über den bevorstehenden zweiten Lockdown aus. Das Gespräch war geprägt von Sorgen und Nöten. Etliche Teilnehmer hatten im August und September gerade wieder angefangen, positiv nach vorne zu schauen. Doch schon Mitte Oktober waren die Frequenzen und Umsätze vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen wieder spürbar zurückgegangen und es kam zu ersten lokalen Lockdowns. 

Viele Modehändler in der Runde formulierten düstere Aussichten für den November. Von „Katastrophe“ war die Rede, von Belastung, Ernüchterung und einer „bedrückenden Situation“. Und das nicht nur, weil die individuelle Lage eines jeden Unternehmens von nie dagewesenen Herausforderungen geprägt ist. Sondern auch, weil der Non-Food-Handel in Berlin nicht ganz oben auf der Agenda der Verantwortlichen steht. Das war zuletzt auch spürbar beim Runden Tisch zur
Zukunft der Innenstadt, wo viele mitdiskutierten, der Mode- und Schuhfachhandel aber eine untergeordnete Rolle spielte. 

Viel Frust war daher wahrnehmbar in der Diskussion vergangene Woche. Und dann kam ein Händler, der einen frischen Impuls einbrachte. Einkaufen sei das neue Weggehen, sagte der Unternehmer: „Wenn die Leute nicht verreisen können und die Restaurants geschlossen sind, dann entdecken sie vielleicht das Shoppen wieder.“ Er sehe es als Chance, dass der Handel weiterhin geöffnet bleiben darf. Und er wolle dabei helfen, die Kunden, die ins Geschäft kommen, zu „entstressen“. Er lade sie ein, sich etwas zu gönnen, ein neues Kleidungsstück vielleicht oder einen Deko-Artikel für zuhause. Er wolle „Haltung und Führung“ zeigen und sei als Inhaber ebenso wie das gesamte Team „mit Herz und Seele bei der Sache.“ 

Mit Herz und Seele bei der Sache, das sind viele Schuhhändler zurzeit ebenfalls. Es ist sichtbar in den sozialen Netzwerken, wo viele ihre Kunden mit einem „Wir sind weiter für Sie da“ einladen und auf neue Produkte und Services hinweisen. Es ist spürbar in Gesprächen, die wir mit diesen Händlern führen. Und jeden Tag, an dem sie ihr Geschäft öffnen. 

Trotz aller Widrigkeiten gilt es, Zuversicht auszustrahlen: ins Team und auch zu jedem Kunden. 

Wir möchten unsere Leser und damit die gesamte Branche bei ihrem Tun unterstützen. In Zukunft noch besser und kraftvoller als bisher. Denn mit Beginn des Novembers erhalten die Leserinnen und Leser des SchuhMarkt ab sofort jede Woche den schuhkurier und die täglichen Newsletter. Während der SchuhMarkt nicht mehr weitergeführt wird, erhöhen wir damit unsere Reichweite und bauen unser Angebot für alle Leser deutlich aus.

In dieser Ausgabe haben wir beispielsweise ein spannendes Special zum Konsum in Corona-Zeiten vorbereitet. Darin lesen Sie, ob sich Verbraucher-Interessen in der Pandemie verändert haben, was Händler dieser Tage erleben und wie eine Konsumforscherin die Lage einschätzt. 

Wir wünschen Ihnen allen viel Kraft, Zuversicht und Ausdauer – und Herz und Seele für die kommenden Wochen und darüber hinaus. Wir sind an Ihrer
Seite. Versprochen! 

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Petra Steinke / 05.11.2020 - 09:56 Uhr

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