Kommentar von Petra Steinke

Kommentar: Im Sinne aller

Petra Steinke (Foto: Redaktion)
Petra Steinke (Foto: Redaktion)

Berlin, Mitte Januar. Mal keine klirrende Kälte, kein beißender Wind. Vielmehr fast frühlingshafte Temperaturen. Und in der Stadt war wieder viel los.

Der Messemarathon aus Premium, Panorama, Neonyt, Seek und weiteren Veranstaltungen lockte das Fachpublikum in die Hauptstadt. Weniger internationale Besucher, als sich Veranstalter und -aussteller wohl gewünscht hätten. Aber doch insgesamt genug, um seitens der Messeorganisatoren von „Punktlandung“ und von „fantastischem Vibe“ zu sprechen. Zweifellos war der Auftritt von Panorama und Neonyt unter dem Dach des Tempelhofer Flughafens gelungen. Die wahrscheinlich hipste Location für Messen in ganz Europa hat nach wie vor eine magische Wirkung. Auch wenn nichts an den unfassbaren Hype der Bread&Butter heranreicht.

Die von der Messe Frankfurt organisierte, auf Nachhaltigkeit fokussierte Messe Neonyt, die in Tempelhof den Hangar 4 nutzte, darf wohl als Gewinner des Veranstaltungsreigens bezeichnet werden. Mit einem klaren Konzept und einer guten Mischung aus spannenden Mode- und Schuhmarken zeigte die Messe, wie viel Potenzial im Thema steckt. Kinderkrankheiten wie die eine oder andere organisatorische Unstimmigkeit dürften auszumerzen sein. Einem erfolgreichen Kurs der Neonyt steht also nichts im Wege.
Die Panorama hat mit dem Umzug in die Tempelhofer Hangars 5 und 6 eine umfangreiche Veränderung erfahren und von der neuen Location in Auftritt und Anmutung deutlich profitiert. Gleichwohl blieb nicht verborgen, dass sich die Zahl der Aussteller reduziert hatte. Vor allem das Schuhsegment, das vor Saisons noch eine Halle auf dem Messegelände Berlin gefüllt hatte, war bis auf einige wenige Marken eliminiert. Und während die Veranstalter nach dem ersten Messetag noch davon sprachen, man sei vom Publikum „überrannt“ worden, gab es auch Phasen, in denen die Gänge nur sehr überschaubar gefüllt waren.
Die Premium trat mit bewährtem Konzept an und traf auf bewährte Resonanz. Das Thema Nachhaltigkeit wurde auch hier deutlich herausgestellt, der Schuh- und Taschenbereich war mit zahlreichen Marken gut aufgestellt; die Stimmung war gut.

Für alle Besucher war das Programm während dreier Messetage wie immer sportlich. Zwar war durch das neue Messeduo im Tempelhof eine gewisse logistische Erleichterung spürbar. Der Wunsch von Händlern und Einkäufern, „alles unter einem Dach“ zu finden, war dennoch laut wahrnehmbar. „Alle Messen in Tempelhof, das wäre ideal“, schrieb ein Händler an unsere Redaktion. „Messen müssen kompakt sein und konzentriert.“ Vielleicht wird diesem Wunsch über kurz oder lang Rechnung getragen.  Das wäre wohl im Sinne aller.

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Mara Mechmann / 22.01.2020 - 09:25 Uhr

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