Kommentar von Helge Neumann

Kommentar: Lichtblick

Helge Neumann (Foto: Redaktion)
Helge Neumann (Foto: Redaktion)

Es fällt zunehmend schwerer, den Überblick zu bewahren. Und die Ruhe. Doch genau darauf kommt es jetzt besonders an. 
 

Corona ist zurück. Mit voller Wucht. Viel wurde in den vergangenen Monaten über die zweite Welle gesprochen und spekuliert. Nun ist sie da – und hat nahezu das ganze Land erfasst. Die Liste der so genannten Risikogebiete wächst stetig. Betroffen sind neben den großen Ballungsgebieten auch ländliche Regionen. In der Folge werden neue Regelungen erlassen, darunter Beherbergungsverbote, die Einführung von Sperrstunden und die Ausweitung der Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Dank Föderalismus in 16 unterschiedlichen Ausführungen. Es fällt zunehmend schwer, den Überblick zu bewahren. Und die Ruhe. Doch genau darauf kommt es in der aktuellen Situation besonders an. Nur mit einem kühlen Kopf können die neuen Herausforderungen bewältigt werden. Das verlangt viel von Führungskräften. Sie müssen sowohl intern als auch extern transparent und ruhig kommunizieren. Anders geht es nicht.

Die derzeit wohl wichtigste Frage betrifft die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus. Bleibt es dabei? Oder kommt noch mehr? Die Antwort kennt derzeit wohl niemand. Es macht jedoch durchaus Mut, wenn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn derzeit keine Veranlassung sieht, über einen erneuten Lockdown nachzudenken. Im Gegensatz zur Gastronomie und privaten Feiern komme es beim Einkaufen aktuell kaum zu Neuinfektionen. Es gehe daher momentan um gezielte Einschränkungen und nicht um flächendeckende Geschäftsschließungen. Darüber hinaus habe die Politik in den vergangenen Monaten dazugelernt. Maßnahmen, die im Frühjahr vor dem Hintergrund des damaligen Wissens richtig gewesen seien, seien nicht geplant. Natürlich schränkt Spahn seine Aussage ein. „Aktuell“ und „nach derzeitigem Stand“ sei kein Lockdown geplant. Festlegen mag sich der CDU-Politiker nicht. Das ist verständlich. Und trotzdem sind seine Aussagen ein Lichtblick.

Der Handel hat während des Lockdowns im März und April große Solidarität erfahren. Viele Kunden haben bewusst in lokalen Geschäften eingekauft. Auf dieser Erfahrung gilt es in diesen Tagen aufzubauen. Nicht nur in Ausnahmesituationen, sondern auch im „Normalbetrieb“ lohnt es sich immer, möglichst nah dran an den Wünschen der Menschen zu sein, sie kreativ über verschiedene Kanäle 
anzusprechen und so die Bindung aufzubauen bzw. zu stärken.

Unsere Branche wird die kommenden Monate nur dann überstehen, wenn sich möglichst viele Menschen an die empfohlenen Verhaltensregeln halten. Jeder einzelne ist nun gefragt, im Sinne des großen Ganzen verantwortlich zu handeln. Im Unternehmen, im Büro, auf der Fläche.

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Helge Neumann / 15.10.2020 - 09:02 Uhr

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