Kommentar von Helge Neumann

Kommentar: Mutmacher

Helge Neumann (Foto: Redaktion)
Helge Neumann (Foto: Redaktion)

Jedes Unternehmen sucht nach einem möglichst sicheren Kurs durch die beispiellose Krise. Das erfordert Geschick, Kreativität – und eine gehörige Portion Mut.

Die Corona-Pandemie stellt die gesamte Schuhbranche vor ungeahnte Herausforderungen. Handel und Industrie sind massiv betroffen. Die Rahmenbedingungen haben sich durch die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus grundlegend verändert. Alte Gewissheiten haben ihre Gültigkeit verloren. Jedes Unternehmen sucht nach einem möglichst sicheren Kurs durch die beispiellose Krise. Das erfordert Geschick, Kreativität – und eine gehörige Portion Mut. Angesichts der zahllosen Schreckensmeldungen, die uns in den vergangenen Wochen täglich erreicht haben, ist es nämlich bereits eine Leistung für sich, nicht die Zuversicht zu verlieren. „Konsumschock“, „Pleitewelle“, „Blutbad“ – an Dramatik herrschte in diesen Tagen kein Mangel. 

Ohne Zweifel wird Corona tiefe Spuren in der deutschen Handelslandschaft hinterlassen. Zahlreiche Unternehmen werden es nicht schaffen. Vor allem jene, die bereits vor dem Ausbruch der Pandemie in Schwierigkeiten steckten, dürften es schwer haben. Der Kreditversicherer Euler Hermes bezeichnete diese Firmen in einer Analyse jüngst als „Zombies“. Diese hätten sich in den zurückliegenden Jahren durch die andauernde Niedrigzinsphase noch über Wasser halten können. Doch durch Corona werde es für diese „scheintoten“ Unternehmen eng.

An dieser Stelle wird es Zeit für ein großes „ABER“. Nicht jedes Unternehmen wird ins Bodenlose stürzen. Nicht überall werden die Lichter ausgehen. Das zeigten unter anderem die vielen Gespräche, die unsere Redaktion in den zurückliegenden Wochen geführt hat. Da war ganz viel Tatkraft und Optimismus spürbar. Und Erleichterung, dass die Zeit der weitgehenden Untätigkeit vorbei ist. Die dunkelsten Stunden liegen hinter der Branche. 

Im April haben die Umsätze den Tiefpunkt erreicht. Ein seriöser Vergleich mit dem Vorjahr erübrigt sich dabei angesichts einer Situation, wie es sie in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gab. Behördlich verordnete Geschäftsschließungen lassen sich schließlich nicht mit einer Woche Regenwetter vergleichen. Im Mai dürfte sich die Lage wieder aufhellen. Die Lockerungen zeigen Wirkung. Die Frequenz in den Innenstädten ist bereits in den vergangenen Tagen wieder gestiegen. Und mit der Wiedereröffnung der Gastronomie wird sich dieser Trend fortsetzen. 

Geradezu erfrischend ist im Übrigen die Einstellung von Jürgen Cölsch. „Es wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“ Die Menschen würden weiterhin Bedarf und Gefallen an Schuhen haben, ist der Caprice-Chef überzeugt.Und: „Nach schlechten Zeiten folgen auch gute Zeiten für vorausschauende Unternehmen.“ 

Bleiben Sie mutig!

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Helge Neumann / 12.05.2020 - 10:10 Uhr

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