Einzelhandel

Konsumklima sinkt auf tiefsten Wert seit Finanzkrise

Entwicklung des Konsumklimas im April 2015 bis 20202. (Quelle: GFK)
Entwicklung des Konsumklimas im April 2015 bis 20202. (Quelle: GFK)

Das Coronavirus hat massive Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung in Deutschland. Das Konsumklima sank auf den tiefsten Stand seit der Finanzkrise 2009.

Der starke Anstieg der Corona-Infektionen in Deutschland und die damit einhergehenden Maßnahmen bzw. Beschränkungen hat das Konsumklima aktuell einbrechen lassen. Der Wert von 2,7 Punkten ist nach Angaben der GFK der niedrigste Wert seit Mai 2009. Damals lag das Konsumklima während der Finanz- und Wirtschaftskrise bei 2,6 Punkten. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung ziehen wir unsere Konsumprognose von einem Prozent Wachstum für das Jahr 2020 zurück. Handel, Hersteller und Dienstleister müssen sich auf eine Rezession einstellen“, erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte. „Wie schwer diese ausfällt, wird letztlich davon abhängen, wann die Wirtschaft wieder in eine Art Normalität zurückfindet. Eine seriöse Konsumprognose kann sicherlich erst dann erfolgen, wenn absehbar ist, wie lange die Corona-Schutzmaßnahmen anhalten werden.“ 

Verbraucher befürchten Rezession

Die Verbraucher sehen laut der aktuellen Studie der GFK auf Deutschland wirtschaftlich sehr schwierige Zeiten zukommen. Als Folge der starken Ausbreitung des Virus und den damit einhergehenden Beschränkungen hat die deutsche Wirtschaft innerhalb kürzester Zeit eine Vollbremsung vollzogen. Stillgelegte Produktion und geschlossene Geschäfte bzw. Gastronomie haben die Wirtschaftstätigkeit in vielen Bereichen fast zum Stillstand gebracht. Drohende Kurzarbeit in beträchtlichem Umfang sowie steigende Arbeitslosenzahlen schlagen inzwischen voll auf die Konsumstimmung durch. Die Angst vor Jobverlust ist innerhalb kürzester Zeit stark gestiegen. Folglich verliert der Indikator Anschaffungsneigung 22,2 Zähler und rutscht damit auf 31,4 Punkte. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt im Juni 2013 mit 31,1 Punkten gemessen. Auch der Rückgang von gut 22 Punkten innerhalb eines Monats kann laut GFK als historisch bezeichnet werden. Man müsse in der Geschichte dieses Indikators schon sehr weit zurückgehen, um eine vergleichbare Entwicklung zu erkennen. Vor mehr als 13 Jahren – im Januar 2007 – wurde im Zuge der Mehrwertsteuererhöhung sogar ein (deutlich) höherer Rückgang gemessen (-60,5 Zähler). 

Helge Neumann / 26.03.2020 - 11:08 Uhr

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