EHI-Studie

Kosten für Ladenbau im Schuhhandel steigen deutlich

Außenansicht von Zumnorde in Münster (Foto: Zumnorde).
Außenansicht von Zumnorde in Münster (Foto: Zumnorde).

Die Handelsunternehmen in Deutschland investieren mit insgesamt 7,9 Mrd. Euro weiter auf hohem Niveau in Bau, Technik und Optik ihrer stationären Geschäfte. Das ergab der EHI-Laden-Monitor 2020.

„Der Fokus liegt klar auf Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmen“, so die EHI-Ladenbauexpertin Claudia Horbert, „aber auch in Neueröffnungen wird über alle Handelsbranchen wieder stärker investiert.“ Besonders wachstumsstark zeigen sich laut der Studie Lebensmittel-, Drogerie- und preisorientierte Nonfood-Fachmärkte. 735 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche (VKF), und damit 15% mehr als vor drei Jahren investiert der Lebensmittelhandel in 2019.

Einrichtungskosten für Schuhhandel steigen

Noch deutlicher gestiegen – plus 21% – sind die durchschnittlichen Einrichtungskosten für ein neues Textil-, Schuh- und Sportgeschäft mit 537 Euro/qm VKF. Obwohl das Handelssegment unter einem hohen Kostendruck stehe, vielfach begleitet von einer deutlichen Portfoliobereinigung, setzten die Neueröffnungen im Fashion-Bereich auf mehr Erlebniswert und investierten in eine hochwertige Ladenoptik, emotionale Warendarstellung über Themenwelten und in mehr Aufenthaltsbereiche für die Kunden, teilt das EHI mit. Auch in anderen Branchen des Nonfood-Handels seien die Einrichtungskosten für Neueröffnungen gestiegen: Drogeriemärkte geben 505 Euro/qm VKF aus (dies entspricht einem Plus von 10%), und Baumärkte 208 Euro/qm VKF (+23,8%). Im Mittelpunkt stehe auch hier eine regelmäßige optische Detailarbeit zur Aufwertung einzelner Sortimentsbereiche und Entwicklung neuer Abteilungskonzepte, um weiterhin attraktive und einladende Einkaufsorte für die Kunden zu schaffen. Die Zyklen für Komplettumbauten haben sich im Food- und Nonfood-Handel in den letzten drei Jahren weiter verlängert auf 9,6 und 8,7 Jahre.

Flexible Flächen und Formate

Flächenkonzepte und Formate werden zunehmend flexibler, um den optimalen Mix aus Erlebnis und Warenangebot in Abhängigkeit von Nachfragesituation, Bedarfsstruktur bzw. Zielgruppe und Lage auf die Fläche zu bringen, heißt es in der EHI-Studie. Das beginne schon bei der Planung eines neuen Geschäfts: Flächen müssten so geplant werden, dass sie mit möglichst geringem Aufwand je nach Bedarf bzw. Anlass umgestaltet bzw. bei jedem Umbau neu konstruiert werden können. Flexibilität sei auch für die Beleuchtung wichtig. Die individuelle Ansteuerung der LED biete gemeinsam mit der digitalen Vernetzung aller Lichtquellen am POS ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten. Zwar sei die Ausstattung der Geschäfte hier schon mit einem Umrüstungsstand von 67% im Lebensmittel- und 53% im Nonfood-Handel recht weit fortgeschritten, doch nach wie vor nicht flächendeckend erfolgt.

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Helge Neumann / 18.02.2020 - 11:20 Uhr

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