Superfit

Kristin Käpplinger: „Wir schauen zuversichtlich nach vorne!“

Kristin Käpplinger leitet die Business Unit Superfit bei Legero United. (Foto: Iris Jensen)
Kristin Käpplinger leitet die Business Unit Superfit bei Legero United. (Foto: Iris Jensen)

Kristin Käpplinger leitet die Business Unit Superfit beim Grazer Unternehmen Legero United. Im Gespräch mit schuhkurier erklärt sie, wie sich die Corona-Pandemie auf ihr Team auswirkt und wie die Vorbereitungen auf die Zeit nach dem Shut-Down vorangehen. 

Frau Käpplinger, wie erleben Sie die Situation in der aktuellen Corona-Krise?

Kristin Käpplinger: Die Corona-Krise trifft uns alle und stellt uns vor viele Herausforderungen. Der Arbeitsalltag muss neu organisiert werden, Abläufe ändern sich und Prioritäten müssen neu gesetzt werden, um den Fokus auf die wesentlichen und wirklich wichtigen Dinge zu setzen. Während im privaten Bereich neue Routinen geschaffen werden müssen und Normalität eine andere Bedeutung bekommt, ist Flexibilität im Berufsalltag noch mehr als sonst gefordert. Die aktuelle Situation zeigt auch, dass ein Umdenken innerhalb der Gesellschaft notwendig ist.

Neben all den Herausforderungen wächst aber auch die gemeinschaftliche Unterstützung und hilft dabei, mit der aktuell ungewissen Zeit umzugehen.


Was hat sich im Zuge von Corona in Ihrem Unternehmen verändert?

Legero United hat schnell reagiert und konnte die meisten Mitarbeiter sehr rasch ins Home Office schicken. Ca. 90% des Teams arbeiten mittlerweile von zuhause und das klappt sehr gut. Für die wenigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Unternehmen wurden höchste Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt und es wird stetig über die neuen Entwicklungen und notwendigen Maßnahmen informiert. So ist sichergestellt, dass wir trotzdem weiterarbeiten können und für unsere Kunden, Lieferanten und Partner in den Produktionsstätten erreichbar sind. Für Abstimmungen und Kommunikation werden nun die Möglichkeiten von Video-Konferenzen genutzt, denn gerade in einer solchen Situation ist eine gute und transparente Kommunikation untereinander besonders wichtig. Das Superfit-Team hat sich sehr gut organisiert und hält toll zusammen, so dass die aktuellen Projekte und Entwicklungen in diesem besonderen Set-up und unter den gegebenen Umständen weiterhin bestmöglich umgesetzt werden können.


Der Kinderschuh-Verkauf scheint zumindest in Teilen weniger betroffen. Die Nachfrage ist da, und viele Händler finden Weg zu ihren Kunden. Können Sie das bestätigen?

Wir sehen weiterhin eine Nachfrage im Kinderschuhbereich. Natürlich, Kinderfüße wachsen weiter und es ist wichtig auch nach wie vor darauf zu achten, dass Kinderschuhe gut passen und die kleinen Füße nicht eingeengt werden. Die Temperaturen steigen an, das Wetter wird frühlingshafter und die Kinder brauchen neue Schuhe.
Die momentan verordneten Ladenschließungen beeinflussen den Saisonverlauf und das sonst florierende Ostergeschäft natürlich enorm und wir sehen, dass dies für den Handel eine extrem schwierige und belastende Situation ist. Trotz der Widrigkeiten gibt es aber auch Lichtmomente, wenn man sieht, wie kreativ manche Händler auch in diesen Zeiten Kontakt zu ihren Kunden halten und eine Beratung bzw. Kaufoptionen anbieten. Sei es per Telefon, Whatsapp oder die verschiedenen Online- sowie Social Media Kanäle. 


Speziell in Deutschland ringt der Handel um Beachtung durch die Regierung. Die Mode- und Schuhbranche ist in einer besonderen Situation. Hier ist eine extreme Marktbereinigung zu befürchten. Was erwarten Sie als Hersteller?

Wir versuchen mehrere Szenarien aufzustellen, wie ein „danach“ aussehen könnte, um die jeweiligen Auswirkungen für Superfit zu beurteilen. Für uns als Hersteller wird es wichtiger denn je, uns auf die Bedürfnisse unserer Konsumenten zu besinnen und uns durch eine enge Vernetzung mit dem Handel darauf zu fokussieren, die richtigen Schuhe zu entwickeln, den Nachhaltigkeitsaspekt weiter auszubauen, gemeinsame Marketingmaßnahmen durchzuführen und uns durch eine umfassende Beratung und beste Materialien qualitativ hervorzuheben. Denn das Thema Nachhaltigkeit wird substantieller gelebt werden mit der Frage „Was und wieviel brauche ich aktuell wirklich?“.

Dazu gehört natürlich auch die Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette, aber auch der Ausbau einer gemeinsamen Lagerbewirtschaftung, Logistik, Versand und Sicherstellung der Verfügbarkeit der Schuhe, wenn die Konsumenten diese wünschen.  


Wie bereiten Sie sich mit Blick auf Superfit auf die „Zeit danach“ vor?

Wir arbeiten mit Hochdruck an unserer F/S 21-Kollektion. Auch hier beeinflusst Corona uns. Dabei werden gerade in dieser Zeit unsere internen Prozesse auf den Prüfstand gestellt, denn wir sehen diese Krise auch als Chance, Abläufe zu verbessern und strategische Partnerschaften zu festigen.
Wir haben viel Freude an der Kollektionsentwicklung und sind überzeugt, dass wir für FS 21 eine frische und innovative Kollektion präsentieren können, die unsere Kunden und Partner hoffentlich begeistern wird und wir gemeinsam eine erfolgreiche FS 21 Saison haben werden. Wir schauen zuversichtlich nach vorne.

Petra Steinke / 07.04.2020 - 15:55 Uhr

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