Corona-Verordnung

Ladenöffnungen: Wie haben die Bundesländer entschieden?

Weitere Geschäfte dürfen öffnen. Auf Landesebene wird die neue Vorgabe teils unterschiedlich interpretiert. (Foto: Unsplash/Tim Mossholder)
Weitere Geschäfte dürfen öffnen. Auf Landesebene wird die neue Vorgabe teils unterschiedlich interpretiert. (Foto: Unsplash/Tim Mossholder)

Nachdem Bundesregierung und Länder am 15. April angekündigt hatten, dass ab dem 20. April weitere Läden öffnen dürfen, wurde in den Bundesländern über die genaue Ausgestaltung dieser Maßgabe entschieden. Der Überblick.

Je nach Bundesland unterscheidet sich die konkrete Umsetzung der neuen Vorgaben, und zwar sowohl im Hinblick auf die Gestaltung der Ladenfläche als auch hinsichtlich des Datums, ab dem die Öffnung möglich ist. Auch kann es bezüglich der erforderlichen Hygienemaßnahmen und der erlaubten Personenzahl im Geschäft Unterschiede geben. Die Liste wurde nach Recherchen auf den Internetseiten der Länder, durch Prüfung von Pressemitteilungen der Landesregierungen sowie der Homepage Zeit.de zusammengestellt. Sie wird weiter aktualisiert, sobald uns neue Informationen vorliegen. Von Laura Klesper, Tobias Kurtz und Petra Steinke.

FÜR DEN HANDEL WICHTIG: Händler müssen sich an konkreten Verordnungen der Länder orientieren. Diese liegen uns nicht in allen Fällen vor. Hier ist es zwingend erforderlich, sich als Händler an die jeweilige Landesregierung zu wenden.

FÜR LIEFERANTEN WICHTIG: Vor möglichen Warenlieferungen sollte unbedingt Kontakt zum Händler aufgenommen werden. Die derzeit noch unübersichtliche Lage kann dazu führen, dass Ware angeliefert wird, obwohl die Geschäfte weiter geschlossen bleiben müssen. Es liegt in vielen Fällen noch keine verbindliche Verordnung vor!

 

Bayern: Kleinere Geschäfte bis 800 qm, Buchhandlungen und Autohäuser sollen erst am 27. April wieder öffnen. Davon ausgenommen seien Baumärkte und Gärtnereien, die bereits ab 20. April wieder verkaufen dürften.
Ab KW 18 führt Bayern eine allgemeine Maskenpflicht für den ÖPNV sowie für alle Geschäfte ein. 

 

Baden-Württemberg: Ab 20. April  sollen Geschäfte mit einer Größe bis zu 800 qm wieder öffnen können.

 

Berlin/Brandenburg: In Berlin soll der Einzelhandel frühestens ab Mitte kommender Woche weitere Geschäfte öffnen. Als Grund gibt der Berliner Senat notwendige Vorbereitungen für die erforderlichen Hygienemaßnahmen an. Angestrebt wird eine gemeinsame Lösung mit dem Bundesland Brandenburg. In Berlin wird auch an Lösungen gearbeitet, um auch Warenhäuser in die Öffnungs-Regelung einzubeziehen – etwa, indem sie zumindest 800 qm Fläche öffnen können. 

 

Bremen: Hier dürfen ab dem 20. April Geschäfte mit einer Fläche von max. 800 qm ab dem 20. öffnen.

 

Hamburg: Geschäfte bis maximal 800 qm Fläche dürfen ab dem 20. April öffnen. Bei der exakten Fläche könnte es aber Gestaltungsspielraum geben, wie der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher signalisierte.

 

Hessen: Ministerpräsident Bouffier stellte in seiner Pressekonferenz noch einmal klar, dass die Regelungen im Einzelnen Ländersache sind. So wird Hessen über das Wie? und Wann? in Bezug auf die Öffnung der Geschäfte erst in den kommenden Tagen, im Corona-Kabinett entscheiden. Daher wird erst mit Vorliegen der Verordnung klar, ob die schrittweise Öffnung der Geschäfte in Hessen ab dem 20.04. oder erst im Laufe der kommenden Woche in Kraft treten wird.

 

Mecklenburg-Vorpommern: Geöffnet werden ab dem 20. April Einzelhandels-Geschäfte bis zu 800 qm geöffneter Verkaufsfläche (das gilt für alle Geschäfte bis 800 qm Verkaufsfläche, Geschäfte über 800 qm müssen ihre Verkaufsfläche entsprechend reduzieren).In Shopping-Centern/Shopping-Malls ist jeweils die Verkaufsfläche der einzelnen Geschäfte maßgeblich. Die zentralen Zugangs- und Aufenthaltsbereiche sind von Verkaufsständen freizuhalten. Der Verzehr von Getränken und Speisen in Shopping-Centern/Shopping-Malls ist untersagt. Zudem gelten die Zugangsbeschränkungen von einer Person pro 10 qm Verkaufsfläche und die gängigen Hygiene-Maßnahmen.

 

Niedersachsen: In Niedersachsen gibt es Signale, dass ab dem 20. April auch Geschäfte mit mehr als 800 qm Verkaufsfläche öffnen dürfen, wenn sie die Fläche entsprechend reduzieren. „Ich setze darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger hier bei uns in Niedersachsen sehr verantwortungsvoll mit dieser schrittweisen Öffnung des Einzelhandels umgehen werden“, so Ministerpräsident Weil eindringlich. „Was wir gar nicht brauchen, sind lange Shoppingausflüge, wer kann, sollte potentielle Stoßzeiten vermeiden.“

 

Nordrhein-Westfalen: „Es können alle Geschäfte öffnen bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern. Daran halten wir uns auch streng", so Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Es solle zudem nicht erlaubt sein, Geschäftsräume abzusperren, um die Gesamtfläche zu verringern. Die Geschäfte dürfen ab dem 20. April wiedereröffnet werden.

 

Rheinland-Pfalz: In Geschäften wird ab dem 20. April ein Verkauf auf bis zu 800 qm Verkaufsfläche ermöglicht das heißt, größere Geschäfte haben die Möglichkeit, einen Teil ihrer Verkaufsfläche abzutrennen.
Unabhängig von der Verkaufsfläche dürfen KfZ-Händler, Fahrradhändler, Buchhandlungen, Bibliotheken und Archive öffnen

 

Saarland: Ab dem 20. April dürfen Geschäfte unter 800 qm wieder öffnen.

 

Sachsen: Ab dem 20. April gilt die Erlaubnis zur Öffnung von Ladengeschäften des Einzelhandels jeder Art bis zu einer Verkaufsfläche von 800 qm. 

 

Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt dürfen die Geschäfte bis 800 qm ab dem 20. April wieder öffnen. Das Land weißt darauf hin, dass sich je 10 qm Verkaufsfläche nur ein Kunde im Geschäft aufhalten darf. Zudem solle darauf geachtet werden, dass es im Kassenbereich sowie vor dem Geschäft nicht zu Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen kommen dürfe. Zusätzlich gilt der Hinweis auf ein verstärktes Reinigungs- und Desinfektionsregime unter Beobachtung der jeweiligen Begebenheiten. Die Händler sind angehalten, ihre Kunden durch gut sichtbare Aushänge oder mit Durchsagen über die Verpflichtung zur Abstandsregelung und zu Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu informieren. Einkaufszentren dürfen unter Rücksichtnahme auf die Hygieneregelungen und Zugangsbegrenzungen öffnen, das gastronomische Angebot darf für Belieferung, Mitnahme und Außer-Haus-Verkauf öffnen.

 

Schleswig-Holstein: Geschäfte bis 800 qm dürfen ab dem 20. April wieder öffnen. Laut Landesregierung sind dabei die Hygiene- und Abstandsvorschriften zu achten.

 

Thüringen: In Thüringen sollen weitere Einzelhandelsgeschäfte erst ab dem 27. April wieder öffnen, wenn sie Auflagen hinsichtlich Hygiene und der Zahl der Menschen in der Einrichtung einhalten. Präzisiert wurden diese Auflagen bislang noch nicht.

 

Zum nun drohenden Flickenteppich hat der Radiosender Deutschlandfunk einen Kommentar veröffentlicht. Diesen lesen Sie hier.

Das Handelsblatt schildert in einem aktuellen Artikel das Unverständnis vieler Händler unterschiedlicher Branchen über die Festlegung auf 800 qm. Den Artikel finden Sie hier

 
Petra Steinke / 17.04.2020 - 09:41 Uhr

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