Modeunternehmen

Marc Cain beklagt „Inkonsequenz" und „Ungerechtigkeit“

Frank Rheinboldt, Geschäftsführer Gesamtvertrieb, Marketing & Design bei Marc Cain.
Frank Rheinboldt, Geschäftsführer Gesamtvertrieb, Marketing & Design bei Marc Cain.

In einem Statement äußert sich Frank Rheinboldt, Geschäftsführer Gesamtvertrieb, Marketing & Design bei Marc Cain, zu den ersten Lockerungen des Corona-Shut-Down.

Das Unternehmen Marc Cain durfte am 20. April 40 seiner Stores wieder öffnen. Lediglich in Bayern, Berlin und Thüringen steht eine Öffnung erst zum 24. bzw. 27. April an. Große Modehäuser profitieren hingegen nicht von der Maßnahme: „Die meisten unserer Partner liegen mit ihren Stores weit über der 800-Quadratmeter-Regel und dürfen vor Anfang Mai nicht auf Wiedereröffnung hoffen“, so Rheinboldt.    

„Dass sich an den Lockerungen des Shutdowns heftige Kritik entzündet, ist nicht verwunderlich. Auch wenn man die Entscheidung der Bundesregierung einer sukzessiven Regelung zur schrittweisen Wiederöffnung unter gesundheitlichen Aspekten nachvollziehen kann, ist der Vorwurf nach Wettbewerbsverzerrung absolut berechtigt. Wie kann es sein, dass ein Baumarkt oder Gartencenter mit 4000 qm zum Magnet für Tausende von Menschen wird und ein Bekleidungshaus mit über 800 qm geschlossen bleiben muss? Wieso soll ein kleines Geschäft Sicherheitsabstand und Hygienevorschriften besser umsetzen können als ein großes? Und noch absurder: Warum darf ein Geschäft in Niedersachsen Verkaufsfläche abtrennen, um die 800-Quadratmeter-Regel zu erfüllen, und dann eröffnen – und das Nachbargeschäft in Nordrhein-Westfalten, das dieselben Kriterien erfüllt, darf es nicht?“

Die unterschiedliche Auslegung der Lockerungsregelung sei, so Rheinboldt, „in höchstem Maße inkonsequent und ungerecht – und erzürnt die Branche zu Recht.“

Rheinboldt weiter: „Der BTE fordert, spätestens Anfang Mai grünes Licht für die Öffnung aller Geschäfte zu geben, ohne weitere Zwischenschritte. Diese Forderung ist alternativlos. Denn dass die Menschen nur begrenzt Lust haben, in halbverwaiste Innenstädte einkaufen zu gehen, sieht man an den ersten Tagen nach der Lockerung in Österreich. Die Umsatzeinbußen liegen im zweistelligen Bereich. Das macht deutlich, dass mittelfristig die Innenstädte nur mit ihrem Mix aus Einzelhandel, Cafés und Restaurants überleben können. Diese Kultur und mit ihr Hundertausende von Arbeitsplätzen sollte man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.“

Petra Steinke / 21.04.2020 - 15:55 Uhr

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