Corona-Hilfe-Monitor

Mehr SABU-Händler beantragen KfW-Mittel

Stephan Krug (Foto: SABU)
Stephan Krug (Foto: SABU)

Anfang Mai 2020 wurde der „Corona-Hilfe-Monitor“ speziell für die SABU-Händler eingeführt. Jetzt wurde abgefragt, welche Erfahrungen Händler mit Soforthilfe, KfW-Mitteln, Kurzarbeit, Mietstundung, Zins- und Tilgungsstundung sowie Steuerstundung gemacht haben.

In den letzten vier Wochen stieg demnach der Anteil der genehmigten Soforthilfen deutlich an. Jedoch nur 62% der SABU-Anschlussfirmen haben die genehmigten Mittel bereits ausgezahlt bekommen. Die Anzahl der SABU-Händler, die KfW-Mittel beantragt haben, stieg deutlich. Trotz eines hohen Genehmigungsanteils von rund 94% haben jedoch nur 32% die genehmigten Mittel bisher tatsächlich ausgezahlt bekommen.
Der Anteil der SABU-Anschlussfirmen, die Kurzarbeitergeld beantragt haben, blieb insgesamt konstant. Der Anteil derjenigen, die das Geld auch erhalten haben, stieg auf rund 45% an.
Stark angestiegen ist auch der Anteil der SABU-Partner, die einen Antrag auf Steuerrückzahlung gestellt haben. Nahezu jeder zweite Händler nutzt zwischenzeitlich diese Förderung. SABU-Geschäftsführer Stephan Krug: „Die zweite Befragungswelle zeigt deutlich, dass viele Unternehmer einige Zeit gebraucht haben, um zum Beispiel die verschiedenen Möglichkeiten zu prüfen und mit ihren Steuerberatern die notwendigen Unterlagen antragsfähig aufzubereiten. Noch immer jedoch fließen die genehmigten Mittel nur langsam an unsere Mitglieder. Der Prozess „beantragen, bearbeiten, genehmigen, auszahlen“ ist einfach zu bürokratisch und zu zeitaufwändig. Gerade bei den KfW-Mitteln hören wir ständig, dass die KfW zwar auf die Prüfung z.B. der Kapitaldienstfähigkeit verzichtet, die Hausbanken unserer Händler jedoch z.B. aus Gründen des Kreditwesengesetzes auf eine Prüfung Wert Bei den SABU-Händlern sei derzeit nur eine langsame, schrittweise Besserung festzustellen, so Krug. „Die Kunden sind immer noch verunsichert, es fehlt die Kauflust. Das Einkaufen mit Maske wird zwar selbstverständlicher, aber es macht den Kunden nicht wirklich Spaß. Die Beschränkungen in der Gastronomie tun ein Übriges dazu. Das Einkaufserlebnis ist und bleibt deutlich eingeschränkt.“
 

Forderung an die Politik: Hilfe für kleine Unternehmen
 

Für den SABU-Geschäftsführer steht fest „Wer bestellt, sollte auch zahlen. Die Politik hat die Geschäftsschließungen zwar aus gutem Grund angeordnet, sie hat aber auch für die Folgen die Verantwortung zu übernehmen und für den Schaden aufzukommen. Wenn in den nächsten Monaten keine brauchbaren Konzepte zur Rekapitalisierung entwickelt werden, sehe ich düstere Zeiten auf den mittelständischen deutschen Schuh-Einzelhandel zukommen. Lebendige Innenstädte setzen einen überlebensfähigen stationären Einzelhandel voraus“. Ein „Skandal“ sei es, dass es bislang von der Politik immer noch keine nachhaltige und pragmatische Unterstützung der mittelständischen Unternehmen mit zehn und weniger Mitarbeitern gibt.

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Petra Steinke / 22.06.2020 - 12:26 Uhr

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