„Ein Schicksalsschlag“

Modehandelsverbände rechnen mit 6 Mrd. Euro Umsatzverlust

Rolf Pangels (Foto: BTE)
Rolf Pangels (Foto: BTE)

Umsatzausfälle und ein verschärftes Warenproblem: Der beschlossene Lockdown bedeutet für den stationären Modehandel „ein Fiasko“, so die Handelsverbände BTE, BDSE und BLE.

Durch den jetzigen Lockdown wird der stationäre Fashionhandel nochmals rund 6 Mrd. Euro an Umsatz verlieren. Das teilten die Handelsverbände Textil (BTE), Schuhe (BDSE) und Lederwaren (BLE) mit.

Weitere Berechnungen der drei Handelsverbände hätten ergeben, dass sich bis zum voraussichtlichen Schließungsende am 10. Januar nächsten Jahres ein Berg von 300 Mio. Teilen unverkaufter Modeartikel auftürmen wird. Erschwerend komme hinzu, dass die Läger der Modehändler bereits mit unverkäuflicher Frühjahrsware noch gut gefüllt sind. 

„Für viele Unternehmen unserer Branche wird dies ein Schicksalsschlag sein, von dem sie sich nur schwerlich oder sogar überhaupt nicht mehr erholen werden können“, berichtet BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels.

Er appelliert: „Die Politik kann und darf daher nicht weiter die Augen vor diesen existentiellen Problemen des Modehandels verschließen und muss die Branche mit direkten und angemessenen Hilfen fördern. Neben finanziellen Sofort- und Überbrückungshilfen brauchen wir auch eine gesonderte Unterstützung für die Warenüberhänge. Verbesserte Abschreibungen auf den Warenbestand helfen der Branche dabei nicht weiter, da dies Gewinne voraussetzt. Wir dürfen bei den Unterstützungs- und Förderhilfen nicht schlechter gestellt werden als andere Branchen, wie z.B. die Gastronomie und Hotellerie. Die Ungleichbehandlung muss ein Ende haben und das möglichst schnell. Wenn Gelder erst mit zeitlichen Verzögerungen von Monaten fließen, dann wird es für viele Modehändler zu spät sein.“  
 

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Tobias Kurtz / 14.12.2020 - 16:27 Uhr

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