Frühjahr/Sommer 2021

Modeurop bietet kostenloses Trendupdate für die Branche

(v.l.) Modeurop-Experten Uta Riechers-Wuttke, Karim Choukair, Martin Wuttke (Foto: Modeurop)
(v.l.) Modeurop-Experten Uta Riechers-Wuttke, Karim Choukair, Martin Wuttke (Foto: Modeurop)

Zur Unterstützung des Handels und der Industrie bietet das Trendinstitut Modeurop kostenlos einen komprimierten Trend Forecast für F/S 2021. Modeurop-Präsident Karim Choukair und Trendexperte Martin Wuttke erklären im Interview, wie sie die Corona-Krise erleben.

Die Frühjahr/Sommer-Saison 2021 wird kommen – Corona hin oder her. Vier Trendthemen dominieren laut Modeurop die Saison:

Sensitive
All Together – oder gemeinsam sind wir stark, so lautet der Slogan zu dieser Thematik. Dazu eine Fokussierung auf die Natur. Dies bringt dekonstruierte Looks mit natürlichem Anspruch hervor.

Impulsive
Positive Impulse werden nicht nur über die Farbigkeit definiert, sondern auch durch den spielerischen Umgang mit Zitaten verschiedenster Stilrichtungen. Diese manifestieren sich in neuen Konstellationen frisch und unverbraucht. Dschungel-Inspirationen und Ethno-Anleihen werden digital verfremdet.

Constructive
Eine neue Coolness mit Zukunftspotenzial. Die Looks kommen mit einer coolen, minimalistischen Utility Attitüde, die teilweise experimentell anmutet.

Intensive
Grenzüberschreitung und modische Selbstbestimmung prägen die Thematik. Die Proportionen werden verschoben und erzeugen Looks zwischen Asymmetrie und extremen oversized Shapes. Dazu kommen Tailoring-Aspekte.

Um den Branchenakteuren schon jetzt einen Wissensvorsprung zu ermöglichen, stellt Modeurop den Forecast für die kommende Saison in komprimierter Form als Download zur Verfügung. Zum Forecast gelangen Sie hier 

Bitte beachten: Der Link führt zu ener Zip-Datei. Bitte schauen Sie ggf. in Ihrem Download-Ordner nach.    

Für weitere Informationen, Farbkarten und den kompletten Trend Forecast bittet Modeurop um Kontaktaufnahme an m.eberhardt(at)schuhinstitut.de

 

Interview: „Überraschung und Mut“

Wie sollten Händler und Hersteller die kommenden Saisons vorbereiten? Karim Choukair, President Modeurop und Martin Wuttke, Creative Director Modeurop, geben einen Ausblick.
 

schuhkurier: Es ist eine fast surreale Situation: Die aktuelle Saison ist angesichts der Corona-Pandemie fast zum Erliegen gekommen. Es herrscht viel Sorge in der Branche. Zugleich arbeitet Modeurop/das DSI schon an den Trends für F/S 2021. Wie meistert Ihr diesen Spagat?

Karim Choukair: Eine surreale Situation an welche wir uns nahezu gewöhnt haben. Eine gewisse Routine im Lockdown hat sich bereits in unser aller Leben eingestellt. Deswegen wird es auch eine gewisse Zeit dauern, bis wir mit den neuen Freiheiten durch die Lockerungen umzugehen wissen.
Mit Masken einzukaufen ist für viele eine besondere Herausforderung und zunächst stehen Schuhe nicht unbedingt an oberster Stelle auf der Einkaufsliste. Das wird sich in den nächsten Wochen glücklicherweise ändern, da bin ich mir sicher und darauf müssen wir uns vorbereiten.
Die nächste Ordersaison F/S 2021 steht vor der Tür und viele Einkäufer wissen aufgrund der besonderen Situation nicht, wie sie sich über neue Trends, Farben und Modethemen informieren können. Mal schnell zum „store-checking“ nach Paris oder Mailand zu fliegen wird es dieses Jahr nicht geben und die Erkenntnisse aus den eigenen Verkäufen sind als Grundlage für die nächste Order-Saison gewiss nicht ausreichend.
In Zeiten, in denen es äußerst schwierig ist Modetrends vorherzusagen, ist eine fundierte Experten-Analyse wichtiger denn je. Modeurop kann hier eine Lücke schließen und nicht nur den Herstellern sondern auch den Einkäufern und Händlern die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen.

 

Wie empfindet Ihr die derzeitige Lage? Mehr als Herausforderung oder mehr als Chance?

Karim Choukair: Es ist beides zugleich. Nur wenn man sich den Herausforderungen stellt und agiert anstatt alles einfach auf sich zukommen zu lassen, kann es auch eine Chance sein, neue Wege zu gehen und sich von den Mitbewerbern abzusetzen.

 

Wie nehmt Ihr die Stimmung in Handel und Industrie derzeit wahr?

Karim Choukair: Wir sind alle darüber glücklich, dass es nach den Lockerungen wieder in die richtige Richtung geht und es dem Handel möglich ist, die Geschäfte wieder zu öffnen. Die kleineren, inhabergeführten Geschäfte treffen mit ihrer persönlichen Beratung und der direkten Kundenansprache genau die aktuellen Bedürfnisse der Menschen nach Fürsorge und Kommunikation außerhalb der eigenen vier Wände.
Dadurch kommen sie wesentlich schneller in den Verkaufsfluss und das ist mal ein Beispiel dafür, dass Unternehmensgröße nicht immer ein Vorteil ist. Dennoch wird es eine gewisse Zeit brauchen, bis wir uns auf die neue Verkaufssituation mit „social distancing“ und Maskenpflicht gewöhnt haben. In der Industrie hingegen herrscht nach wie vor eine große Ungewissheit. Die Lieferketten sind nahezu stillgelegt, das macht eine Produktion und weitere Planungen extrem schwierig. Hier müssen wesentliche strategische und strukturelle Themen bei der zu erwartenden Deglobalisierung auf regionale Strukturen erarbeitet werden, und dafür braucht es eben ein wenig Zeit.

 

Wie kann Modeurop die Unternehmen der Branche dabei unterstützen, trotz Corona den Blick mit Optimismus in die Zukunft zu richten?

Martin Wuttke: Das Trendangebot von Modeurop ist speziell auf die Schuh- und Taschenindustrie ausgerichtet. Da wir mit wichtigen kreativen Herstellern zusammenarbeiten und mit einem internationalen Team von Trendexperten kooperieren, sind die Analysen und die Definition der Key Produkte für den Handel eine große Hilfestellung.
Das Motto von Modeurop lautet: „We all make each other stronger“. Die Farben, Shapes und Looks sind auf die Fashion Trends der Oberbekleidung abgestimmt und dienen als Empfehlung für die Produktentwickler. Die Colour Cards und Trendthemen spiegeln darüber hinaus auch die wichtigen kulturellen Strömungen von Kunst über neue Medien, Musik und neue Store Konzepte.

 

Die Trends für F/S 2021 sind sehr kraftvoll. Neben warmen Naturtönen dominieren „laute“ Farben und starke Kontraste das Bild. Welche Rolle spielt dieser Effekt bei der Bewältigung der Krise?

Martin Wuttke: Naturtöne und vor allem Grün und neutrale Farben stehen für „Entschleunigung“ und „Erdung“ als wichtige Tendenz. Neben der Beruhigung und dem bewussten Konsum geht es aber auch um Sinnlichkeit und Lebensfreude. Mode ist immer auch eine Antibewegung. Die Konsumenten werden sich nach besonderen, auch extravaganten und optimistischen Produkten hingezogen fühlen, da sie das Leben wieder zelebrieren wollen.

 

Wie sollte man als Händler vorgehen, um die neue F/S 2021-Saison optimal vorzubereiten?

Martin Wuttke: Es wird darum gehen, sich bei Trends zu fokussieren und vor allem nicht zu viel vom selben zu ordern. Überraschung und Mut sollten auch in diesen Zeiten nicht vergessen werden. Kunden suchen nach frischen Produkten.

Petra Steinke / 05.05.2020 - 09:07 Uhr

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