Lederwarenbranche

Nach der ILM-Absage: Drei Fragen an Arnd-Hinrich Kappe

Volle Kraft voraus: Nach der Absage der ILM Summer Styles vom 5. bis 7. September plant die Messe Offenbach bereits für die ILM vom  6. bis 8. März 2021. (Foto: Messe Offenbach)
Volle Kraft voraus: Nach der Absage der ILM Summer Styles vom 5. bis 7. September plant die Messe Offenbach bereits für die ILM vom 6. bis 8. März 2021. (Foto: Messe Offenbach)

Die geplante Lederwarenmesse ILM vom 5. bis 7. September in Offenbach wurde vergangene Woche abgesagt. „Eine bittere Entscheidung“, sagt Messe-Geschäftsführer Arnd-Hinrich Kappe – und blickt trotzdem optimistisch in die Zukunft.

Herr Kappe, was bedeutet die ILM-Absage für die Messe Offenbach?

Arnd-Hinrich Kappe: Die Entscheidung ist extrem bitter für mich und mein ganzes Team. Wir haben in den letzten Monaten dreimal so viel gearbeitet, um uns auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Und jetzt können wir unsere Leistungsfähigkeit nicht unter Beweis stellen.

Ich denke vor allem aber auch an die Lieferanten und Einkäufer, die jetzt in der Luft hängen. Wir hatten Stand letzter Woche rund 820 potenzielle Kunden, die sich auf unserem Online-Portal für einen Messebesuch registriert hatten. Das ist nicht so schlecht. Etliche Austeller wie Picard oder Stratic haben außerdem in neue Stände und ihren Auftritt investiert. Alle sind enttäuscht, dass die Messe nicht stattfinden kann.

Von politischer Seite wünsche ich mir mehr Verlässlichkeit. Wir hatten eine Genehmigung und dann muss diese auch bei steigenden Infektionszahlen gelten. Die Messe, die Aussteller und die Einkäufer brauchen als Wirtschaftsunternehmen Planungssicherheit. Insofern bin ich sogar froh, dass die Messe noch relativ frühzeitig abgesagt wurde und nicht diese Woche, wenn der Aufbau auf vollen Touren laufen würde.
Das ärgert mich alles mehr als der finanzielle Verlust für die Messegesellschaft. Wir haben zum Glück einen langen Atem.

 

Wann plant die Messe Offenbach ihre nächste Veranstaltung?

Kappe: Die India Leather Days im November habe ich von meiner Seite aus bereits abgesagt. Am 11. und 12. November ist die Vocatium geplant, eine Fachmesse für Ausbildung und Studium mit bis zu 5.000 Schülern als Besucher. Im Januar 2021 sollen die Kart-Messe IKA und eine Baumesse stattfinden. Und dann kommt schon wieder die ILM vom 6. bis 8. März 2021.

 

Sie sind also optimistisch?

Kappe: Wir blicken immer nach vorne. Was mich daher extrem freut: Wir haben letzte Woche am Mittwochabend die Messe abgesagt. Und am Donnerstag meldeten sich die ersten Aussteller für März 2021 ein. Inzwischen liegen wir bei 210 Anmeldungen. Das baut uns alle hier extrem auf, denn dahinter steht ja auch eine gewisse Verbindlichkeit.
Wir werden außerdem weiter investieren und unter anderem eine digitale Plattform aufbauen, die auch zwischen den Messen für Kommunikation und Order genutzt werden kann.
 

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Tobias Kurtz / 31.08.2020 - 16:37 Uhr

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