Interview

Online-Report 2020: Schlusslicht Bremen

Sonja Koschel (Marketmedia24), Dr. Dominik Benner (Schuhe24) und Jürgen Hanke (Benner + Partner Consulting) 
haben den Online-Report erstellt.
Sonja Koschel (Marketmedia24), Dr. Dominik Benner (Schuhe24) und Jürgen Hanke (Benner + Partner Consulting) haben den Online-Report erstellt.

Der neue „Online-Report“ von Marketmedia24 und Schuhe24 verknüpft erstmals Verkaufszahlen mit regionalen Daten. schuhkurier sprach mit den Studienautoren Sonja Koschel und Jürgen Hanke.

In welcher Stadt bzw. welchem Bundesland werden besonders viele Schuhe online bestellt? 

Sonja Koschel: Wir haben ermittelt, dass 2019 die meisten Schuhe in Nordrhein-Westfalen online bestellt wurden (Anteil an den Gesamtverkäufen 17,8%), gefolgt von Bayern (Anteil 14,2%) und Baden-Württemberg (Anteil 14,1%). Richtet man den Fokus auf die Online-Bestellungen in den deutschen Großstädten, steht München an der Spitze. Auf den Rängen zwei und drei folgen Köln und Frankfurt am Main. 

 

Und wo gibt es besonders viele Online-Muffel? 

Sonja Koschel: Auf Bundeslandebene zeigt sich Bremen als Schlusslicht, auf Stadtebene haben die Bielefelder 2019 am wenigsten Schuhe online gekauft. 

 

Gibt es Unterschiede dahingehend, welche Schuhtypen in welchen Regionen/Orten besonders stark online verkauft werden? 

 

Sonja Koschel: Ja, beispielsweise bei Sneakers und Schnürern für Damen und Herren haben wir bei unseren Analysen stärkere regionale Schwankungen festgestellt. So werden hier die höchsten Online-Umsatzanteile mit 22,4% (Damen) bzw. 67,7% (Herren) in Münster erzielt, während Frankfurt bei Damen-Sneakers und -Schnürern mit nur 15,9% Umsatzanteil das untere Ende der Skala belegt. Bei den Herrenmodellen ist es Hamburg mit einem Online-Umsatzanteil von 56,9%. 

 

Welche Erkenntnisse konnten Sie bei Kinderschuhen hinsichtlich der regionalen Verteilung der Onlinekäufe gewinnen? 

Sonja Koschel: Die Online-Schuhumsätze sind bei Kinderschuhen in Sachsen am höchsten, gefolgt von Baden-Württemberg und Thüringen. Mit Blick auf die 20 größten Städte in Deutschland kaufen die Dortmunder die meisten Kinderschuhe online. Dabei entfallen 47,5% der Kinderschuhumsätze auf Stiefel, 26,1% auf Sneaker und Schnürer. Auf Platz drei rangieren in Dortmund Kinder-Sandalen mit einem Online- Umsatzanteil von 18,3%. 

 

Wie entwickelt sich speziell das Segment der Herrenschuhe? 

Sonja Koschel: Wir haben Mitte Juni unsere Prognosen in vielen Konsumgüter-Märkten – so auch für die deutsche Schuhbranche – noch einmal überarbeitet. Die aktuelle Covid-19-Situation hat dies notwendig gemacht. Unseren aktuellsten Erhebungen zufolge wird sich der Umsatz mit Herrenschuhen über alle Vertriebskanäle hinweg im laufenden Jahr (2020) voraussichtlich um 6,8% verringern. Für 2021 erwarten wir einen weiteren Rückgang von etwa 3%. 

 

Welche auffälligen Abweichungen zum stationären Schuhhandel konnten Sie feststellen?

Jürgen Hanke: Wir bilden mit den Fabrikaten das klassische Sortiment des Schuhfachhandels ab. Was wir aber feststellen können, ist, dass sehr modische Fabrikate und Modelle im Internet schneller angeklickt und gekauft werden. Bevor der stationäre Kunde diese modischen Artikel richtig wahrnimmt, haben viele Internetkunden bereits zugeschlagen. 

 

Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des schuhkurier.

 
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Laura Klesper / 09.07.2020 - 09:28 Uhr

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