BEVH-Studie

Onlinehandel mit Schuhen wächst unterdurchschnittlich

Der Onlinehandel ist im dritten Quartal zweistellig gewachsen. (Foto: Unsplash)
Der Onlinehandel ist im dritten Quartal zweistellig gewachsen. (Foto: Unsplash)

Das überdurchschnittliche Wachstum des E-Commerce hat in Deutschland auch im dritten Quartal angehalten. Der Onlinehandel mit Schuhen wuchs jedoch unterdurchschnittlich.

Die aktuellen Zahlen für das 3. Quartal 2020 der Verbraucherstudie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (BEVH) zeigen weiterhin ein starkes Wachstum insbesondere bei Gütern des täglichen Bedarfs. Der Online-Handel legte mit einem Plus um 13,3% erneut deutlich zu. Kumuliert erhöhte sich der E-Commerce-Umsatz seit Jahresbeginn im Vergleich mit den ersten 9 Monaten 2019 um 10,6% auf 56,0 Mrd. Euro. Aufgrund des Corona-bedingten Einbruchs, vor allem im Bekleidungssektor, im 1. Quartal liege das im Jahr 2020 aufgelaufene Wachstum prozentual noch leicht unter dem Schnitt der Vorjahre, teilt der BEVH mit. „Obwohl seit Juli alle Läden wieder geöffnet haben, verlassen sich viele Verbraucher weiter auf die belastbaren Lieferstrukturen des Online- und Versandhandels,“ so Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des BEVH. „Im Vergleich der Vertriebskanäle ist erneut sichtbar geworden, dass die reinen Distanzhändler den größten Teil des Marktwachstums im E-Commerce an sich ziehen konnten.“ Mit einem Wachstum um 12,2% auf 5,04 Mrd. Euro habe der E-Commerce-Umsatz mit Bekleidung und Schuhen wieder sein normales Wachstumstempo erreicht, heißt es weiter. Schaut man nur auf den Online-Handel mit Schuhen, stieg dieser im dritten Quartal unterdurchschnittlich um 6% Prozent auf 1,08 Mrd. Euro an.

Onlineshops der stationären Händler laufen dem Markt hinterher

Nur um 6,7% konnten die Onlineshops stationärer Händler zulegen. Sie erzielten in Summe 2,7 Mrd. Euro. und stehen damit für nur knapp 14% des E-Commerce. Um etwas mehr als 1,1 Mrd. Euro legten hingegen die Online-Marktplätze auf insgesamt 9,08 Mrd. Euro zu. Prozentual ist das ein Wachstum von 13,9% gegenüber dem Vorjahresquartal. Prozentual am stärksten konnten erneut die Shops der klassischen Versandhändler wachsen. Sie erreichten 3,5 Mrd. Euro, 17,3% mehr als im 3. Quartal 2019.

Prognose für das Gesamtjahr 2020

Trotz der Delle im ersten Quartal wird der E-Commerce-Umsatz allein mit Waren nach Einschätzung des BEVH in 2020 die 80 Mrd. Euro-Marke erreichen. Für den Gesamtmarkt des Interaktiven Handels mit physischen Gütern rechnet der BEVH mit einem Wachstum von 10% auf rund 82 Mrd. Euro. „Je nach Entwicklung der kommenden drei Monate kann der gesamte E-Commerce, inklusive Dienstleistungen, noch die 90 Mrd. Euro-Grenze überspringen. Sobald Reisen und Veranstaltungen wieder online gebucht werden, wird das Marktvolumen des E-Commerce mit Endverbrauchern sicher mehr als 100 Mrd. Euro inkl. Umsatzsteuer erreichen,“ prognostiziert BEVH-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.

Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Helge Neumann / 05.10.2020 - 13:22 Uhr

Weitere Nachrichten