Go Digital I/O Conference

„Onlinehandel wird zur Pflicht“

Wie kann der stationäre Handel am Wachstum des Onlinehandels teilhaben? Diese Frage stand im Zentrum der ersten „Go Digital I/O Conference“, die am 1. Juli stattfand. 

Die Initiative „Go Digital I/O“ wurde vom Warenwirtschaftsanbieter Etos und dem European-Clearing-Center unter dem Eindruck der Corona-Krise und dem verstärkten Interesse zahlreicher Schuhhandelsunternehmen an einer Kooperation mit den unterschiedlichen Online-Plattformen ins Leben gerufen. Diese soll in einem Wissenspool alle Antworten auf die Fragen der Branche in Sicht auf die Digitalisierung des Marktes bündeln und bereitstellen. Mittelfristiges Ziel ist es, die  Bereitschaft aller Marktteilnehmer zum engen Schulterschluss des Online- und Offlinehandels zu mobilisieren.

Im Zentrum der ersten „Go Digital I/O Conference“ standen die Möglichkeiten, welche die E-Commerce Plattformen dem stationären Handel bieten. „Die Phase des Shutdowns hat die Bedeutung des Onlinehandels auch für den stationären Handel sehr deutlich gemacht. Handel, Verbundgruppen und Plattformen müssen künftig Hand in Hand arbeiten, um die Marktvielfalt zu sichern“, so Daniel Prause, Vertriebsleiter von Etos/ECC. Corona habe die Welt und den Markt für immer verändert. „Die Unterscheidung zwischen online und stationär ist obsolet geworden.“ Der Fachhandel habe in den vergangenen Jahren bereits massiv Umsatzanteile an den Onlinehandel verloren, erklärte Schuhhändler Roman Degenhardt. „Diese Entwicklung lässt sich nicht zurückdrehen. Wir werden den Onlinehandel nicht aufhalten. Wir sollten vielmehr Strategien entwickeln, wie wir am Online-Boom partizipieren können.“ Es gebe aktuell sehr attraktive Einsteiger-Angebote unter anderem von Zalando, diese sollten Interessierte nutzen, um bei eine niedrigen finanziellen Risiko Erfahrungen zu sammeln. „Jeder Händler mit einem Warenwirtschaftssystem erfüllt die Voraussetzungen für die Teilnahme am digitalen Handel“, ergänzte Dr. Carsten Keller, der das Connected Retail Programm von Zalando leitet. Zalando mache seine Türen auf und ermögliche es den Händlern, die 32 Mio. Kunden des Onlinehändlers zu erreichen. Seine Empfehlung: „Entscheiden Sie sich für zwei bis drei Plattformen und analysieren Sie anschließend, welchen Erfolg Sie haben.“

Viele Schuhhändler seien mittlerweile deutlich offener für eine Zusammenarbeit mit Online-Plattformen, hat Philipp Ludewig von Mirapodo beobachtet. „Wir wollen gemeinsam mit dem stationären Handel erfolgreich sein und so die Vielfalt im Handel erhalten.“ Heute stelle Corona die Branche vor große Herausforderungen, in einigen Jahren könne es etwas anderes sein. „Wir sollten immer flexibel bleiben und uns den veränderten Rahmenbedingungen anpassen.“ Für Michael Decker, Geschäftsführer der ANWR Media, stehe zwei Handlungsbereiche im Fokus: Der Onlineverkauf über Plattformen sowie die Kommunikation mit den Kunden über Social Media. Beides habe sich in der Phase des Shutdowns als besonders wichtig erwiesen. „Es ist absolut wichtig, dass sich der Handel jetzt mit diesem Themen beschäftigt. Der Onlinehandel wird zur Pflicht, das stationäre Geschäft zur Kür.“

Daniel Prause zeigte sich nach der Premierenveranstaltung sehr zufrieden: „Das Event hat mehr Anklang gefunden als wir zu hoffen wagten und hat gezeigt, dass wir einen Nerv getroffen haben. Die Absprungrate war überraschend niedrig. Mit dem Livestream zusammen haben wir über 250 Zuschauer gehabt.“

Hier können Sie sich die Veranstaltung in voller Länge anschauen.

Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Helge Neumann / 03.07.2020 - 10:40 Uhr

Weitere Nachrichten

Robert Gentz, CEO bei Zalando (Foto: Zalando/Daniel Hofer)

Zalando mit Umsatzminus

Q1 2022

Schwieriger Start ins Jahr: Während der Gesamtwert der umgesetzten Waren leicht gesteigert werden konnte, sind die wirtschaftlichen Kennzahlen bei Zalando nicht mehr auf dem Niveau der Lockdown-Monate.