Onlinehandel

Otto Group: Corona lässt Retourenquoten sinken

Otto-Campus in Hamburg. (Foto: Otto)
Otto-Campus in Hamburg. (Foto: Otto)

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie beobachten die Onlinehändler der Otto Group ein strukturell verändertes Einkaufsverhalten ihrer Kunden und dadurch eine deutlich geringere Retourenquote.

Ob sich womöglich ein generell bewussterer Einkauf etablieren werde, der nachhaltig zu geringeren Retourenquoten führt, sei noch offen, teilt die Otto Group mit. Viele Kunden der Otto Group hätten ihr Einkaufsverhalten während der Corona-Pandemie der neuen Situation angepasst. Sie kauften aktuell vor allem bewusster und nah am Bedarf ein, spontane und vor allem teure Anschaffungen würden dagegen zurückgestellt. Insbesondere Artikel aus den Sortimenten Haushalt, Elektronik, Möbel, Baumarkt und Garten sowie Produkte wie Wäsche, Heimtextilien und basisorientierte Mode mit geringeren Retourenquoten würden von den Konsumenten erworben. Diese Sortimentsverschiebung führe zu einer signifikant gesunkenen Retourenquote, wenngleich durch die Steigerung der verkauften Mengen das Retourenvolumen insgesamt steigt, teilt das Hamburger Unternehmen mit.

So verzeichnet die Einzelgesellschaft Otto für die vergangenen Corona-Monate bei der Retourenquote einen Rückgang um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Einer der Gründe dafür sei, dass Heim- und Living-Produkte im Vergleich oft sehr bewusst angeschafft und deshalb seltener zurückgesendet werden. Die Baur-Gruppe zeigt ein ähnliches Bild wie Otto und weist für ihren Online-Shop baur.de für Frühjahr/Sommer 2020 ebenfalls eine signifikant geringere Retourenquote von rund sieben Prozentpunkten aus. Auch hier seien die Gründe im Struktureffekt zu sehen, das dem Unternehmen ein hohes Umsatzwachstum in den Bereichen Home sowie Technik/Freizeit bescherten.

„Das Kaufverhalten hat sich in der Corona-Krise offensichtlich verändert - von emotionsgeleiteten Spontankäufen hin zu einer inspirierenden, aber bewussteren Bedarfsdeckung“, konstatiert Dr. Marcus Ackermann, Otto Group Vorstand Multichannel Distanzhandel. „Ob diese Veränderungen Bestand haben und überdies mit einem generell bewussteren Einkauf der Kunden korrespondieren, lässt sich heute noch nicht prognostizieren. Erst die kommenden Monate werden jedoch zeigen, ob das momentane Umdenken in der Gesellschaft hin zu einem bewussteren Einkaufsverhalten Bestand hat. Es wird dann spannend sein, zu sehen, ob der aktuell rückläufige Trend bei den Retouren anhält“, sagt Ackermann mit Blick auf die Zukunft.

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Helge Neumann / 04.08.2020 - 14:41 Uhr

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