Onlinehandel

Otto spürt Corona-Krise

Otto-Campus in Hamburg. (Foto: Otto)
Otto-Campus in Hamburg. (Foto: Otto)

Die Corona-Krise beeinflusst die Geschäftsentwicklung von Otto deutlich. Im vergangenen Jahr konnte der Onlinehändler aus Hamburg noch deutlich wachsen. 

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2019/20, das am 29. Februar endete, verlief für Otto nach eigenen Angaben sehr erfolgreich. Der Umsatz konnte überplanmäßig um rund 9% gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 3,5 Mrd. Euro gesteigert werden. Damit wuchs der Hamburger Onlinehändler im zehnten Jahr in Folge. Dabei stieg die Anzahl der Kundinnen und Kunden um 7% auf rund 7,5 Mio.

Auswirkungen der Corona-Krise auf Otto

Der Start in das neue Geschäftsjahr seit Anfang März ist allerdings deutlich von der Corona-Pandemie gekennzeichnet. Das Otto-Management habe sehr frühzeitig auf eine potenzielle gesundheitliche Gefährdung für die eigenen Mitarbeiter reagiert und wesentliche Geschäftseinheiten inklusive Teile der Relationcenter erfolgreich auf Homeoffice umgestellt, teilt das Unternehmen mit. Der Betrieb laufe trotz umfangreicher organisatorischer Veränderungen der Arbeitsabläufe für mehr als 3.000 von zu Hause arbeitenden Mitarbeiter bis zur Belieferung der Kunden sehr stabil. „Wir haben bereits vor einigen Jahren die technischen und kulturellen Voraussetzungen für vernetztes, agiles und mobiles Arbeiten geschaffen, was sich aktuell besonders auszahlt. Davon unabhängig gilt es, das Engagement aller Kollegen im Konzernverbund der Otto Group hervorzuheben, die weiterhin in den Warenlägern, Retourenbetrieben und auf der letzten Meile zu den Kunden hin großartige Arbeit leisten“, betont Marc Opelt, Vorsitzender des Otto-Bereichsvorstands. 

Sondereffekte prägen die aktuelle Geschäftsentwicklung

Die aktuelle Geschäftslage von Otto werde durch eine sehr heterogene und volatile Nachfrage der Kunden beeinflusst, teilt der Onlinehändler weiter mit. Normalerweise stark nachgefragte sowie besonders ertragsstarke Warenkategorien wie die saisonale Frühjahrs-, Sommer- und Bademode verzeichneten deutliche Rückgänge und lägen unter Plan. Dagegen würden in anderen Sortimenten – Elektronik-Artikel, Computer, Haushaltsgeräte wie Kühl- und Gefriergeräte, Spielekonsolen, Wohn- und Einrichtungsgegenstände sowie „bequemen Textilien“ – ungewohnte Nachfragespitzen registriert. Insgesamt sorge dieses Kaufverhalten bei Otto temporär für leichte Umsatzzuwächse. Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr abzugeben, sei aus Sicht des Managements derzeit jedoch seriös nicht möglich. Die mittel- und langfristigen Folgen einer sich weltweit deutlich abkühlenden Konjunktur auf die Geschäfte und Arbeitsplätze seien nicht absehbar. Deshalb bereite der Bereichsvorstand von Otto gemeinsam mit den Führungskräften das Unternehmen darauf vor, gut durch die Corona-Krise zu steuern und vor allem Arbeitsplätze mittel- und langfristig zu sichern. Aktuell würden daher verschiedene budgetäre sowie organisatorische Maßnahmen geprüft und umgesetzt, um die Finanzkraft, den Geschäftsbetrieb und den Kundenservice auf gewohnt hohem Niveau zu erhalten. Dazu gehörten die Anpassung von Ordern, Sortimenten und Marketingmaßnahmen sowie das Aussetzen von Projekten, die das Geschäft nicht direkt beeinflussen. Personalseitig wurden Neueinstellungen gestoppt. Auch das in Deutschland angebotene Instrument, Kurzarbeit zu beantragen, werde für gewerbliche und nichtgewerbliche Kollegen in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat geprüft. 

„Wir tun alles dafür, um am Ende gestärkt aus dieser für uns alle unbekannten Situation und hoffentlich einmaligen Krise hervorzugehen. Dafür arbeitet das ganze Unternehmen mit hoher Energie, Flexibilität und Zuversicht. Als der größte Universalist der Otto Group sind wir prinzipiell auch für schwierige Zeiten wie diese gut gerüstet und übernehmen Verantwortung“, so Marc Oppelt.

Helge Neumann / 02.04.2020 - 13:04 Uhr

Weitere Nachrichten

Kampagne von Ugg für Herbst/Winter 2019/20. (Foto: Ugg)

Ugg-Umsatz sinkt leicht

Schuhindustrie

Die Umsätze der Schuhmarke Ugg sind im Geschäftsjahr 2020, das am 31. März endete, leicht gesunken. Im vierten Quartal setzte die Corona-Krise Ugg deutlich zu.