Modebranche

Petition für neuen Saisonrhythmus gestartet

Weniger Sale-Aktionen, mehr reguläre Verkäufe: Das will Norbert Gresch mit seinem Vorstoß erreichen. (Foto: Artem Beliaikin/Unsplash)
Weniger Sale-Aktionen, mehr reguläre Verkäufe: Das will Norbert Gresch mit seinem Vorstoß erreichen. (Foto: Artem Beliaikin/Unsplash)

Der Hamburger Handelsvertreter Norbert Gresch will die Corona-Krise als Chance sehen. Er hat eine Petition für einen neuen Saison-Rhythmus gestartet.

„Wir haben durch diese Krise die Chance, das Boot in dem wir alle sitzen, historisch in eine richtige Richtung zu lenken. Wir, das sind Produzenten, Einzelhändler, Messen und Agenturen – also die gesamte textile Nahrungskette“, schreibt Gresch, der in Hamburg eine Agentur mit verschiedenen Modemarken unterhält, der in einer Mitteilung, die schuhkurier vorliegt. In Gesprächen mit verschiedenen Entscheidern der Modebranche habe er konkrete Vorschläge präsentiert, die den Saisonrhythmus nach Beendigung der Corona-Krise im Sinne aller positiv verändern sollen:

* Vom Zeitpunkt der Wiedereröffnung des Einzelhandels, den Abverkauf der Frühjahres-
und Sommerware bis mindestens Ende Juli zum Normalpreis (ohne verfrühte Reduzierungen)

* Auslieferung der georderten Herbst- und Winterware ab Ende August 2020

* Beginn der Orderrunde F/S 21 Anfang September 2020
* Auslieferung F/S 21 ab Mitte Februar / Anfang März 2020
* Messe Orderrunde H/W 21 – Mitte Februar / Anfang März 2020

„Durch die Verlängerung der aktuellen Verkaufssaison wird dem Händler die Möglichkeit gegeben, die Ware zum regulären Preis zu verkaufen, um den wirtschaftlich erlittenen Schaden während der Schließung zu mindern oder gegebenenfalls aufzufangen. Durch die spätere Lieferung der Herbstware entsteht kein verfrühter Druck durch zu viel Ware im Geschäft und neue Rechnungen. Der Lieferant legt nach diesem Konzept keine dritte Warenlieferung nach: F/S 20, Flashprogramme im Mai und dann noch eine frühe Lieferung der H/W 20 Ware oben drauf. Er braucht aber auch keine aktuelle Ware bis September einlagern, um sie dann erst auszuliefern, wenn die vorangegangenen Rechnungen beglichen wurden“, so Gresch. Auf diesem Wege sei zeitlich mehr Luft für die Erstellung der neuen Muster-Kollektionen für F/S 21.
Nach Einschätzung des Branchenkenners dürfte es für Messen schwierig sein, definitive Zusagen für Termine im Juni oder Juli zu bekommen.

Eine echte Chance besteht nach Überzeugung Greschs darin, dass die zuletzt aus dem Ruder gelaufenen Saisonrhythmen wieder eine Normalisierung erfahren. „In den letzten Jahren haben sich die Saisons durch sehr frühe Auslieferungen vermischt: Winterware wurde geliefert, bevor die Temperaturen erlaubten Sommerware zu tragen. Diese Sommerware wurde zu diesem Zeitpunkt aber schon reduziert verkauft. Winterware wurde teils schon ab November reduziert gekauft werden, obwohl uns die kältesten Tage erst von Januar bis März beschert werden.“

Man habe nun die „einmalige Chance, die sehr eingefahrenen und unsinnigen Saisonabläufe zu verändern, ist der Handelsvertreter überzeugt.

Petra Steinke / 25.03.2020 - 16:21 Uhr

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