Onlinehandel

Schuhe24-Gruppe erhöht Jahresprognose

Dr. Dominik Benner (Foto: Schuhe24)
Dr. Dominik Benner (Foto: Schuhe24)

Die Schuhe24-Gruppe erhöht die Jahresprognose. Der Umsatz werde stärker steigen als gedacht, erklärt Gründer Dr. Dominik Benner. 

„Wir haben die ersten Monate eine starke Nachfrage online erlebt. Die Anzahl der Händler hat sich massiv erhöht, die Produktanzahl hat sich in diesem Jahr verdoppelt, unser Umsatz wird daher stärker steigen als gedacht“, so Dr. Dominik Benner, Gründer und CEO der Schuhe24-Gruppe. Das Unternehmen geht für das Jahr 2020 von einem Erlösvolumen von 120 Mio. Euro aus, vergangenes Jahr wurden 75 Mio. Euro erreicht. Zum Wachstum tragen dabei nach Angaben von Schuhe24 alle Teilbereiche bei: „Wir konnten die höhere Nachfrage sowohl bei Taschen24 wie auch bei Outfits24 und Schuhe24 spüren, am stärksten stieg aber die Nachfrage im Sportbereich“, so Christian Lange, Head of E-Commerce bei Schuhe24. Die neueste Plattform Dein-Juwelier habe inzwischen zahlreiche Juweliere, Goldschmiede und Hersteller angebunden und profitiere von dem Trend, wertstabile Produkte zu kaufen.

Im Zuge der Coronakrise wurden von Schuhe24 eigene Taskforces gegründet, um direkte Anbindungen mit den Händlern umzusetzen. Die Händler seien mit digitalen Schaufenstern ausgestattet und die Filialen mit Masken beliefert worden, teilt das Unternehmen aus Wiesbaden mit. Zudem habe man in Kooperation mit der DHL ein Onboarding für alle Händler in Deutschland angeboten, die Abholung erfolge täglich vor Ort beim Händler. Um die Händler verstärkt zu unterstützen, seien auf allen Plattformen die Gebühren aktiv gesenkt, Verkäufe erhöht und Beratungsleistungen ausgebaut worden. „Im Zuge der Krise haben wir die Gebühren für Artikel unter 50 Euro abgeschafft, da gerade in diesen Zeiten die Kunden günstiger gekauft haben und der Durchschnittspreis auf 75 Euro gesunken ist. Inzwischen haben wir mehr Modehändler als Schuhhändler, so dass auch hier neue Warengruppen mit neuen Preislagen dominieren“, so Stefanie Kern, Händlerbetreuung bei Outfits24.

Das bisherige Wachstum wurde laut Schuhe24 in direkter Zusammenarbeit mit über 20 Warenwirtschaftssystemen der Händler umgesetzt. Die Anbindungszeiten seien hier für die Händler auf 10 bis 14 Tage deutlich reduziert worden, Schuhe24 habe die Kosten der Warenwirtschaft für die Händler vollständig übernommen. Über das eigene B2B-Portal können Händler aller Branchen nicht nur Statistiken beziehen, Retouren erfassen und feste Rahmenkonditionen bei Versorgern erhalten, sondern auch Finanzierungen bei Banken anfragen. Auch das Orderportal WeWantShoes.com, bei dem über 300 Marken ihre Produkte für Händler listen, ist in das B2B-Portal integriert. Im Zuge der Coronakrise wurden weitere fünf Warenwirtschaftsunternehmen als Partner aufgenommen und die Schnittstellen programmiert. „Unser Versprechen, mit einer Anbindung 50 Kanäle für den Händler zu bieten, ist ein zentrales Argument. So viele Kanäle bindet kein anderer Partner an, auch im Ausland wird aktiv verkauft und wir übernehmen alle Leistungen für den Händler, von der Datenpflege bis zur Einlagerung im Zentrallager“, so Benner. Die Analyse und Reduktion der Retourenquote ist dabei ein weiterer, wichtiger Bestandteil der Strategie: „Generell sind hohe Retourenquote der Renditekiller für Händler. Daher achten wir darauf, bei Mode konsequent unter 40% zu liegen, was bisher immer funktioniert hat“, so der Gründer. Im Zuge der Coronakrise habe man generell einen leichten Rückgang der Retourenquote verzeichnet.

Das künftige Wachstum soll aus Sicht des Gründers sowohl durch die bestehenden Plattformen als auch durch neue Portale entstehen. „Wir werden neben Home&Living im August eine neue Plattform auf den Markt bringen, die ein neues Segment mit neuen Händlern abbildet. Dadurch werden wir auch künftig neue Branchenplayer ansprechen und neue Kunden gewinnen“, so Benner. Um die Verzahnung der verschiedenen Plattformen umzusetzen, werde im Sommer ein einheitliches CRM-System eingeführt, das Cross-Selling kanalübergreifend gestartet und die Usernavigation auf alle Plattformen erweitert. „Der lokale Händler steht bei uns immer im Vordergrund. Wir haben im Mai die digitalen Schaufenster eingeführt, im August werden wir ein neues Kundenkonto und ein Loyality-Programm einführen. Und auf allen unseren Seiten werden wir einen nahtlosen Wechsel zwischen den Shops ermöglichen – vom Kleid bis zur Uhr“, so Christian Lange.

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Helge Neumann / 09.07.2020 - 12:45 Uhr

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