Schuh- und Lederwarenhandel gegen die Pandemie

schuhkurier Corona-Ticker

Der schuhkurier-Newsticker zur Corona-Krise. (Foto: Claudio Schwarz/ Unsplash)
Der schuhkurier-Newsticker zur Corona-Krise. (Foto: Claudio Schwarz/ Unsplash)

Was macht die Corona-Pandemie mit der Schuh- und Lederwarenbranche? Wie gehen Unternehmen in Handel und Industrie mit der Krise um? Mit welchen Ideen und Maßnahmen stellen sich Firmen den Herausforderungen? Der schuhkurier Corona-Ticker mit News, Stories und Statements wird laufend aktualisiert.

Freitag, 17. April, 13 Uhr: Der schuhkurier Corona-Ticker endet hier. 


Liebe Leserin, lieber Leser, wir haben Sie mit diesem Format in den zurückliegenden Wochen intensiv über alle aktuellen Entwicklungen informiert. Mit dem Beschluss des Corona-Kabinetts, die Geschäfte allmählich wieder zu öffnen, möchten wir den Corona-Ticker schließen.
Selbstverständlich halten wir Sie auf www.schuhkurier.de weiterhin mit News, Hintergrundinformationen und Interviews auf dem Laufenden. Um Sie in Ihrem Tun tatkräftig zu unterstützen, werden wir zusätzlich auf konkrete Maßnahmen, kreative Konzepte und Best-Practice-Beispiele aus der Schuh-, Lederwaren- und Modebranche fokussieren.
Haben Sie Fragen? Ideen? Anmerkungen? Melden Sie sich gern jederzeit bei uns: redaktion(at)sternefeld.de

Petra Steinke

Freitag, 17. April, 12 Uhr: Bernd Hummel GmbH spendet professionelle Atemschutzmasken

„Wir wollen einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten und haben unsere Verbindungen zu chinesischen Herstellern genutzt, um medizinische Atemschutzmasken zu besorgen“, erklärt das Pirmasenser Unternehmen.

„Die Überlegung selbst Masken in unserer Manufaktur herzustellen, haben wir schnell wieder verworfen, da in einer Schuhfabrik, ohne sterile Einrichtung, zwar Masken hergestellt werden können, diese entsprechen aber nicht den Anforderungen an Schutzmasken.“

Insofern habe man entschieden, dass den medizinischen und pflegerischen Einrichtungen besser geholfen sei, wenn geeignete Schutzmasken in spezialisierten Einrichtungen eingekauft werden, so das Unternehmen weiter.

Petra Steinke

 

Mittwoch, 15. April, 17.00 Uhr, Obertshausen: Michael Beheim, Geschäftsführer des gleichnamigen Taschenspezialisten, äußert sich zur aktuellen Situation.

 

„Aufgrund der anberaumten Kurzarbeit ist es an unseren Standorten aktuell recht ruhig. Diejenigen, die sich um die Kommunikation und Abarbeitung von Anfragen kümmern, arbeiten vom Homeoffice aus und kommunizieren digital. Bei Bedarf werden auch im Lager Kundenwünsche erfüllt. 
Die F/S21-Kollektion ist fertig erstellt, und nun warten wir auf Muster, die unsere Lieferanten gerade erstellen. Die meisten Hersteller arbeiten wieder, und es kommt so langsam aber sicher wieder etwas Normalität in den dortigen Alltag.“

Das komplette Interview lesen Sie hier.

 

Tobias Kurtz

Mittwoch, 15. April, 8.30 Uhr: Adidas bekommt Milliardenkredit

Der Sportartikelhersteller Adidas erhält einen Kredit über drei Milliarden Euro vom Staat. Allein 2,4 Mrd. Euro trägt die Förderbank KfW.
Die weiteren 600 Millionen Euro teilen sich mehr als sieben Banken. Das Herzogenauracher Unternehmen leidet unter den durch die Corona-Pandemie weltweit vollzogenen Ladenschließungen. So fehlen allein auf dem chinesischen Markt bis zu einer Milliarde Euro.
Im Gegenzug muss Adidas während der Laufzeit des Kredits die Dividende streichen. Auch ein geplanter Rückkauf von eigenen Aktien soll ausgesetzt werden. Vorstände verzichten darüber hinaus in diesem Jahr auf sämtliche Boni und damit auf rund zwei Drittel ihres Einkommens.

Petra Steinke

Dienstag, 14. April, 12 Uhr: Krisenstimmung oder Optimismus? Wie man bei Ricosta entschieden hat.

Im Interview mit schuhkurier erklärt Ricosta-Vertriebsleiter Kai Moewes: „Das Kinderschuh-Segment hat im Angesicht der Krise noch eine etwas bessere Position als andere Bereiche. Kinderschuhe werden immer gebraucht, auch in Zeiten von Corona. Das ist eine große Chance! Unser Telefon steht derzeit nicht still, weil viel Ware nachbestellt wird – und nicht nur in kleinen Mengen, sondern auch in ganzen Sortimenten. Wenn man uns dieser Tage besuchen würde, wäre beinahe kein Unterschied zur üblichen Situation erkennbar. Der Parkplatz ist besetzt wie immer. Unsere Produktion läuft uneingeschränkt weiter; wir haben in allen Bereichen intensive Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Es gibt zahlreiche Video-Konferenzen, in denen wir schnell und effektiv entscheiden. Wer sich ein Büro teilt, arbeitet jetzt im Wochenwechsel. Eine Leere oder Lähmung ist hier bei Ricosta nicht spürbar. Das macht uns viel Freude. Zudem stellen wir auch fest, dass mit Partnern in der Branche andere Gespräche geführt werden als früher. Wir tauschen uns aus, finden gemeinsam nach Lösungen. Und man stellt dabei fest, wer auch in Krisenzeiten den Begriff Partnerschaft ernst nimmt.“

Dienstag, 14. April 2020, 11:30 Uhr, Porto: Weltweiter Schuhkonsum bricht ein

Nach Angaben von World Footwear, einem Projekt des Verbands der portugiesischen Schuhindustrie (APICCAPS), wird die Corona-Krise die Schuhbranche weltweit treffen. Nach einen aktuellen Umfrage gehen drei von vier internationalen Brancheninsidern aktuell davon aus, dass der Schuhkonsum in den kommenden Monaten deutlich zurückgehen wird. Knapp die Hälfte der Befragten geht zudem von fallenden Preisen für Schuhe aus. World Footwear prognostiziert, dass der Schuhkonsum weltweit im Jahr 2020 um 22,5% zurückgehen wird. Dieses Minus entspricht 5,1 Mrd. Paar Schuhen. Besonders deutlich soll der Rückgang mit -27% in Europa ausfallen. Hier könnten die Verbraucher insgesamt 908 Mio. Paar Schuhe weniger kaufen als im Vorjahr. Auch für Nordameriika (-21% bzw. 696 Mio. Paar Schuhe) und Asien (-20% bzw. 2,4 Mrd. Paar Schuhe) wird mit einem deutlichen Rückgang des Schuhkonsums gerechnet. 

Helge Neumann

Donnerstag, 9. April 2020, 16:30 Uhr, Berlin: HDE macht Vorschläge

Der Einzelhandel bereitet sich auf die Zeit nach den wegen der Coronavirus-Krise erlassenen Ladenschließungen vor und macht in einem Zehn-Punkte-Plan deutlich, wo die Knackpunkte für die Branche liegen. „Der HDE fordert von der Politik, die Öffnung aller Einzelhändler zu genehmigen, sobald dies gesundheitspolitisch vertretbar ist. Denn die Unternehmen verlieren durch die Ladenschließungen täglich einen Milliardenbetrag. An den derzeit geschlossenen Händlern hängen 1,7 Mio. Jobs. Wenn die Läden in den Innenstädten noch lange flächendeckend schließen müssen, droht eine gewaltige Pleitewelle“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Bei den Regelungen nach den Ladenschließungen gehe es vor allen Dingen um ein gut koordiniertes Vorgehen von Bund, Ländern und Kommunen. Die schrittweise Rückkehr zu einem geordneten Geschäftsbetrieb sollte nach einheitlichen, nicht-diskriminierenden Vorgaben für den gesamten Einzelhandel erfolgen. „Lockerungen der Ladenschließung dürfen sich nicht an Betriebsgrößen, Verkaufsflächen oder Einzelhandelsbranchen festmachen. Das führt ansonsten zu Wettbewerbsverzerrungen, Rechtsunsicherheit und kollektiver Verunsicherung“, so Genth weiter Der Handel brauche einheitliche, klare und unkomplizierte Regelungen. 

Helge Neumann

 

Donnerstag, 9. April, 11.30 Uhr, Tettnang: Markus Schelkle, Vertriebsleiter für die Bereiche Mountain Sports und Packs ’n Bags beim Outdoor-Ausrüster Vaude, gibt einen Einblick in die aktuelle Situation des Familienunternehmens.

 

„Es ist die größte Herausforderung in unserer Firmengeschichte“, sagt Markus Schelkle im Gespräch mit LR. Aktuell gehe es vor allem um die Sicherung der Liquidität. Gleichwohl liefen bestimmte Marketingaktivitäten weiter. „Unseren Nachhaltigkeitsansatz, unsere Firmenwerte, spielen wir weiter über die verschiedenen Kanäle aus. Das Thema bleibt wichtig – und wird für die Konsumenten „nach Corona“ vielleicht noch mehr Bedeutung bekommen, wenn sie eine gewisse Sicherheit wiedergewonnen haben.“

 

Tobias Kurtz

Donnerstag, 9. April 2020, 9:30 Uhr, Bielefeld: Hachmeister + Partner fordert breite Allianz

Die Corona-Krise ist eine existenzielle Bedrohung für Handel und Hersteller, ist Klaus Harnack überzeugt. Um das Schlimmste abzuwenden, fordert der Geschäftsführer der Unternehmensberatung Hachmeister + Partner die Gründung einer branchenübergreifenden, strategischen Allianz. Die behördlich verfügten Ladenschließungen stellten ein vorübergehendes Verbot der Geschäftsausübung im stationären Einzelhandel dar, so Harnack weiter. „Die aufgrund der aktuellen Situation entfallenden Umsätze sind endgültig verloren und auch nach Wiedereröffnung des Handels werden weitere Umsätze verloren gehen. Die Umsätze im Konsumhandel werden nicht nachgeholt werden können“, ist der Experte überzeugt. Die Liquidität vieler Unternehmen sei bereits aufgebraucht oder werde es bei den meisten innerhalb weniger Wochen sein. Klaus Harnack: „Die verlorene Liquidität muss durch Zuführung neuer liquider Mittel auf allen Stufen der Wertschöpfungskette ausgeglichen und der Geldfluss muss wieder in Gang gesetzt werden. Ansonsten wird es zu einem vollständigen und endgültigen Systemversagen der Wertschöpfungskette kommen, das alle mitreißen wird, auch diejenigen, die zunächst noch die unmittelbare Störung der Krise überstehen sollten.“ Es brauche eine branchenübergreifende strategische Allianz, die von führenden Marktteilnehmern getragen werde und eine Task Force als steuernde Kraft zur Durchsetzung der Ziele. Darüber hinaus brauche es eine intensive Einbindung von Politik, weil die betroffenen Branchen das Problem aus sich heraus nicht lösen könnten.
Zur Bewältigung der Kernprobleme Ware, Liquidität, Rentabilität und Konsumzurückhaltung sei ein „Grundkonsens“ zwischen Handel und Industrie notwendig. „Es sind (hoffentlich) nur noch wenige Wochen Zeit, bis sich beweisen wird, ob unsere arbeitsteilig organisierte Branche in der Lage ist, gemeinsam zu handeln und chancenorientierte Lösungen umzusetzen oder ob wir gezwungen werden, den vertikalen Anbietern und dem Onlinehandel das Heft des Handels weitgehend zu überlassen.“

Helge Neumann

 

Mittwoch, 8. April, 17.45 Uhr, Oldenburg: Lederwarenhändler Max Hallerstede wartet auf Geld.

 

Das Lederwarengeschäft Hallerstede ist eine Institution in Oldenburg. Geschäftsführer Max Hallerstede erwartet in diesen Tagen Gelder seiner Hausbank. Die Zusammenarbeit mit den Lieferanten bewertet er wie folgt: „Wir würden eine 3- geben. Viele Lieferanten stehen mit dem Rücken zur Wand, so dass Sie selbst kaum Handlungsspielräume haben. Dies bedeutet entsprechend, dass Stornierung oder Verringerungen von Mengen oft nicht gewährt werden können, wofür wir einerseits natürlich Verständnis haben, andererseits die Art und Weise teilweise nicht gut heißen können.“

Wie die Online-Geschäfte laufen, erfahren Sie hier.

 

Tobias Kurtz

 

Mittwoch, 8. April, Hachenburg: Dietmar Jost dreht an allen Stellschrauben, um die Liquidität des Taschenanbieters zu sichern.

 

„Unsere fünf Läden sind wie alle anderen Geschäfte seit dem 18. März geschlossen“, berichtet Dietmar Jost. „Den Rest der Woche arbeiteten wir im Großhandel noch normal. Am Montag, den 20. März, erhielten wir sehr viel Ware von unseren Händlern zurückgeschickt. Außer Online-Händlern lässt niemand eine Belieferung zu. Wir räumten unser Lager auf und legten es sozusagen in den „Winterschlaf“. Unsere Mitarbeiter haben im März Überstunden abgebaut und Resturlaub genommen. Wir haben für März daher noch komplett die Löhne selbst gezahlt, inkl. der Sozialbeiträge u.a. für die Krankenkasse. Seit Anfang April sind aber auch die Mitarbeiter im Großhandel zu 100 Prozent in Kurzarbeit.

Wir drehen aktuell an allen Stellschrauben, um die Auszahlungen zu senken und die Liquidität im Griff zu halten. Dafür sprechen wir auch mit unseren Lieferanten in Polen, China und Indien.“

 

Tobias Kurtz

Dienstag, 7. April, 17 Uhr: Wie man bei Superfit die "Zeit danach" plant

Im Interview mit schuhkurier erklärt Kristin Käpplinger, Verantwortlich für die Business Unit Superfit bei Legero United: „Wir versuchen mehrere Szenarien aufzustellen, wie ein „danach“ aussehen könnte, um die jeweiligen Auswirkungen für Superfit zu beurteilen. Für uns als Hersteller wird es wichtiger denn je, uns auf die Bedürfnisse unserer Konsumenten zu besinnen und uns durch eine enge Vernetzung mit dem Handel darauf zu fokussieren, die richtigen Schuhe zu entwickeln, den Nachhaltigkeitsaspekt weiter auszubauen, gemeinsame Marketingmaßnahmen durchzuführen und uns durch eine umfassende Beratung und beste Materialien qualitativ hervorzuheben. Denn das Thema Nachhaltigkeit wird substantieller gelebt werden mit der Frage „Was und wieviel brauche ich aktuell wirklich?“.
Dazu gehört natürlich auch die Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette, aber auch der Ausbau einer gemeinsamen Lagerbewirtschaftung, Logistik, Versand und Sicherstellung der Verfügbarkeit der Schuhe, wenn die Konsumenten diese wünschen.  
Wir arbeiten mit Hochdruck an unserer F/S 21-Kollektion. Auch hier beeinflusst Corona uns. Dabei werden gerade in dieser Zeit unsere internen Prozesse auf den Prüfstand gestellt, denn wir sehen diese Krise auch als Chance, Abläufe zu verbessern und strategische Partnerschaften zu festigen.
Wir haben viel Freude an der Kollektionsentwicklung und sind überzeugt, dass wir für F/S 21 eine frische und innovative Kollektion präsentieren können, die unsere Kunden und Partner hoffentlich begeistern wird und wir gemeinsam eine erfolgreiche FS 21 Saison haben werden. Wir schauen zuversichtlich nach vorne.“

Petra Steinke

Dienstag, 7. April, 10 Uhr: Carl-August Seibel erklärt, was der HDS/L für die Branche unternimmt

Mit einer Vielzahl an Initiativen, die momentan in Berlin versuchen Einfluss auf die politischen Entscheider zu nehmen, sei auch der HDSL aktiv beteiligt, erklärt Carl-August Seibel. „Hier gilt die Task Force des ZGV mit Günter Althaus an der Spitze zu nennen, der Aufruf der ANWR für ein Globaldarlehen an die Verbundgruppe oder auch der Vorstoß des Dachverbandes des HDS/L, Textil+Mode, der mit seiner Präsidentin Ingeborg Neumann an der Spitze einen direkten Draht zu vielen Ministerien hat. Ziel all diesen Handelns ist, schnell und unbürokratisch klare Hilfen für den Mittelstand in Form von Direktzuschüssen, KfW-Darlehen und schnellen Vollbürgschaften des Bundes zu bekommen.“

Es habe auch schon erste Reaktionen der Politik gegeben. „Schon in der ersten Woche der Corona Krise haben wir in einem Brief an die Bundesminister Altmaier und Scholz um die dringende Unterstützung der ZR-Banken gebeten. Für uns war schon früh erkennbar, dass KfW Programme nicht ausreichen. Vor allem kleinere Schuh- und Lederwarenhersteller kommen über die Hausbanken nicht an die Programme, deshalb haben wir schon am 20. März Zuschüsse und Direktbeihilfen gefordert. Ingeborg Neumann, die Präsidentin von Textil+Mode hat das Gespräch mit Staatssekretär Dr. Ulrich Nußbaum aufgenommen und die entsprechenden Forderungen gestellt. An diesem Wochenende hat die EU grünes Licht für solche Instrumente durch die Mitgliedsstaaten bis 800.000 Euro zugestimmt. Das ist ein erster, großer Erfolg. Und am Montag hat die Bundesregierung ein entsprechendes Programm auf nationaler Ebene aufgelegt.“

Petra Steinke

Montag, 6. April 2020, 15:30 Uhr, Berlin: Bundesregierung bessert Finanzhilfen nach

Um eine Pleitewelle im Mittelstand zu verhindern, hat die Bundesregierung am 6. April neue Finanzhilfen beschlossen. Laut Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschafsminister Peter Altmaier sollen kleine und mittlere Betriebe je nach Größe ohne Risikoprüfung bis zu 800.000 Euro erhalten können. Dabei übernimmt der Staat 100% des Kreditrisikos. „Für diese Pandemie gibt es keine Blaupause. Als Bundesregierung müssen wir entschlossen und kraftvoll agieren – und die Situation ständig genau beobachten. Mit dem KfW-Schnellkredit legen wir jetzt ein weiteres Programm auf, das neben die bereits bestehenden Angebote tritt. Es wendet sich an kleinere und mittlere Firmen und Betriebe, die jetzt sehr sehr rasche Unterstützung benötigen und auf andere Bedingungen abstellen als unsere anderen Hilfen, die natürlich fortbestehen“, erklärte Bundesfinanzminister Olaf Scholz. „Durch die 100-prozentige Haftungsfreistellung und den Verzicht auf eine übliche Risikoprüfung wird sichergestellt, dass diejenigen Unternehmen, die nur durch die Corona-Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind, rasch einen Kredit bekommen. Wir rechnen mit sehr vielen Anträgen und werden zusammen mit den Banken und Sparkassen alles dafür tun, die technischen Voraussetzungen für eine schnelle Auszahlung zu schaffen“, ergänzt der KfW-Vorstandsvorsitzende Dr. Günther Bräunig.

Die Schnellkredite der KfW im Überblick.

Helge Neumann

Montag, 6. April 2020, 12:00 Uhr, Brüssel: Wie kann sich der Handel vorbereiten?

Ein konkretes Datum zur Beendigung des umfassenden Lockdowns des öffentlichen Lebens und vieler Geschäfte wird derzeit immer wieder nach hinten verschoben. Gleichzeitig werden Fragen lauter, unter welchen Bedingungen die Wiedereröffnung passieren sollte. Eine sofortige Rückkehr zum Normalzustand ohne Einschränkungen wird es wohl nicht geben; wahrscheinlich ist, dass sich stationäre Händler und Dienstleister auf eine Art „Hygienekatalog“ einstellen müssen, welcher bauliche Maßnahmen sowie den Geschäftsbetrieb vorschreiben wird. Auf Basis der aktuellen Vorschriften, die bereits für die gegenwärtig geöffneten Geschäfte gelten, hat der Mittelstandsverbund (ZGV) eine Liste der Vorschriften erstellt, welche derzeit in den sogenannten systemrelevanten Betrieben (Apotheken, Lebensmitteleinzelhandel etc.) zu beachten sind. 

Die Liste finden Sie hier.

Helge Neumann

Donnerstag, 2. April 2020, 17:00 Uhr, Berlin: Premium plant Verschiebung

Angesichts der Corona-Krise in Deutschland und Europa bereitet die Berliner Modemesse Premium eine Verschiebung um einige Wochen vor.  Nach derzeitigem Stand soll die Premium Berlin vom 30. Juni bis 2. Juli stattfinden. „Grundsätzlich müssen wir abwarten, wie sich die Lage weiterhin entwickelt - wann es zu einer Lockerung der derzeitigen Beschränkungen kommt, wann die Stores wiedereröffnen dürfen, wann die Reisefreiheit wieder gewährleistet ist und ob es behördlich überhaupt möglich sein wird, ein Event Ende Juni stattfinden zu lassen“, sagt Anita Tillmann, Managing Partner der Premium Group. Daher prüfe die Premium aktuell gemeinsam mit anderen Veranstaltern in Berlin, Düsseldorf und München, welche späteren Termine für die Mehrheit der Akteure als sinnvoll erachtet werden. Im Gespräch sei unter Vorbehalt der 28. bis 30. Juli 2020 in Berlin. „Das ist ein alternativer und realistischer Termin, der für alle Segmente und in Abstimmung mit allen anderen Protagonisten realisierbar ist. Sobald wir einen Termin bestätigen können, stellen wir ein an die Lage angepasstes Konzept mit neuen Themenschwerpunkten für den Sommer vor. Partnerschaften, Kommunikation, Budgets und Digitalisierung stehen im Vordergrund“, so Anita Tillmann. 

Helge Neumann

Donnerstag, 2. April 2020, 13:00 Uhr, Gladbeck: Fragen an Jens Große-Kreul 

Die Corona-Krise wird die Schuhbranche noch viele Monate beschäftigen, sagt Jens Große-Kreul. „Es ist der komplette Wahnsinn! Der Zeitpunkt der Ladenschließungen könnte für den Handel nicht schlechter sein! Wäre es z.B. im Januar zu Ladenschließungen gekommen, hätte vor allem die Industrie ein Riesenproblem gehabt. So trifft es aber nun den Handel in voller Härte. Uns gehen massiv Umsätze verloren“, berichtet der Gladbecker Schuhhändler im Gespräch mit schuhkurier. Dabei würden die Lieferanten sehr unterschiedlich mit der Situation umgehen. „Während einige sehr bemüht sind, verweigern sich andere. Übrigens habe ich die besten Angebote von meinen Textillieferanten erhalten. Die haben sehr faire Angebote gemacht. Dagegen müssen wir ja bei den Schuhherstellern schon mit 60 Tage Valuta zufrieden sein. Obwohl uns das auch nicht wirklich weiterbringen wird“, so Große-Kreul. Schließlich würde das Problem auf diesem Wege in den Sommer verlagert werden. „Was da noch an Rechnungen auf uns zukommen werden…! Und das bei eher niedrigen Umsätzen, denn wir werden sicher nicht direkt gut verkaufen, sollten die Geschäfte wieder öffnen dürfen, weil die Kunden noch sehr zurückhaltend sein werden. Da wird uns noch einiges um die Ohren fliegen.“

Helge Neumann

Donnerstag, 2. April 2020, 12:00 Uhr, Linz: Birkenstock stoppt Produktion

Ab April lässt Birkenstock zunächst für zwei Monate die Fertigung an seinen deutschen Produktionsstandorten ruhen. „Mit dieser Unterbrechung der Produktion trägt unser Unternehmen seinen Teil zur Eindämmung des Virus bei. In der fertigungsfreien Zeit bereiten wir uns aber intensiv auf eine schnelle Wiederaufnahme des Betriebs vor. Nachdem wir unsere F/S 2020 Kollektion weltweit schon so gut wie vollständig ausgeliefert haben, können wir den Handel auch in allen Ländern sofort mit unseren aktuellen Lagerkapazitäten von zehn Millionen Paar unterstützen, sobald die allgemeine Situation dies zulässt und die Stores wieder öffnen“, erklärt Oliver Reichert, CEO der Birkenstock Group. „Gleichzeitig reagieren wir mit dieser Maßnahme auf die momentanen Schwierigkeiten in unserer Lieferanten- und Logistikkette. Aufgrund des derzeitigen Shutdowns in ganz Europa kommt die Versorgung mit unseren Rohstoffen momentan weitestgehend zum Erliegen. Diese beziehen wir zum Großteil aus Italien und Spanien. Hierbei handelt es sich um die in Europa aktuell am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder, die auch bei uns zu erheblichem Arbeitsausfall führt. Darüber hinaus ist an den beiden sächsischen Standorten in Görlitz und Bernstadt für die polnischen und tschechischen Berufspendler in der Belegschaft durch die gegenwärtige Grenzschließung in Polen und Tschechien kein freier Verkehr mehr gegeben“, so Markus Bensberg, CEO Birkenstock Group.

Helge Neumann

Mittwoch, 1. April 2020, 17:00 Uhr, Essen: Galeria Karstadt Kaufhof rettet sich unter den Schutzschirm

Die Corona-Krise setzt auch dem Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof massiv zu. Nach eigenen Angaben gehen dem Unternehmen jede Woche durch die Geschäftsschließungen 80 Mio. Euro verloren. Jetzt will sich Galeria Karstadt Kaufhof mit Hilfe eines Schutzschirmverfahrens sein Überleben sichern. Dem Antrag des Unternehmens auf Einleitung eines Verfahrens, das sich auch auf die Tochtergesellschaft Karstadt Sports bezieht, sei vom Amtsgericht Essen stattgegeben worden, teilt das Unternehmen mit.
Die bestehende Geschäftsführung soll im Rahmen des Schutzschirmverfahrens die Kontrolle behalten. Sie wird dabei durch den Restrukturierungsexperten Arndt Geiwitz als Generalbevollmächtigtem unterstützt. Als Sachwalter soll Dr. Frank Kebekus eingesetzt werden. Miguel Müllenbach, CFO von Galeria Karstadt Kaufhof, erklärt: „Das Schutzschirmverfahren ist der richtige Schritt in die Zukunft. Aus Verantwortung für das Unternehmen, seine Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und auch für die deutschen Innenstädte.“ Ziel des Prozesses sei die Nutzung bestehender rechtlicher Möglichkeiten, um die behördlich angeordneten Filialschließungen und die damit verbundenen hohen Umsatzausfälle ohne massive Neuverschuldung zu bewältigen.

Petra Steinke

 

Mittwoch, 1. April, 15.15 Uhr: „Brandbrief“ an die Politik

 

„Textil-, Schuh- und Lederwarenhandel vor dem Kollaps“: Unter diesem Titel haben sich die Präsidenten von BTE, BDSE und BLE mit einem gemeinsamen Brandbrief an Kanzlerin, Finanz- und Wirtschaftsminister gewendet. Mehr dazu finden Sie hier.

Tobias Kurtz

Mittwoch, 1. April, 15 Uhr: Adidas entschuldigt sich

„Die Entscheidung, von Vermietern unserer Läden die Stundung der Miete für April zu verlangen, wurde von vielen von Ihnen als unsolidarisch empfunden“, schreibt der Sportartikelkonzern aus Herzogenaurach in einer Mitteilung. „Ihre Meinung ist uns wichtig, und Ihre Meinung ist eindeutig: Sie sind von Adidas enttäuscht.“ Daher wolle man sich in aller Form entschuldigen. „Wir haben unseren Vermietern die Miete für April bezahlt. Fairness und Teamgeist sind seit jeher eng mit Adidas verknüpft und sollen es auch bleiben.“

Mittwoch, 1. April 2020: Wie ein Schuhhändler die Internet-Umsätze ankurbeln will

„Die kleinen, individuellen Händler müssen sich zusammentun“, ist Marcus Keller-Leist, Schuhhändler aus Ludwigshafen, überzeugt. „In Zeiten der Internetgiganten sowieso, aber auch, weil immer mehr Industrieunternehmen eigene Shops starten.“ Und wenn Händler im Internet aktiv seien, so müsse gewährleistet sein, dass sie damit auch Geld verdienen können. Das aber sei mit einem erheblichen Aufwand verbunden, den ein Schuhhändler kaum zusätzlich leisten könne. „Der Verkauf über Plattformen verlangt ein umfangreiches Wissen und ist ein Fulltime-Job für Profis. Der durchschnittliche Händler wird hier keine Umsätze erzielen“, ist Keller-Leist überzeugt. Darum wolle man den Händlern den Aufwand abnehmen. Mit Hilfe von Shopfair24, das Marcus Keller-Leist und Senior Edmund Keller vor einigen Jahren übernahmen, ist es möglich, Sortimente stationärer Händler über Internet-Plattformen anzubieten. 

Mittwoch, 1. April, 12 Uhr: Patrick Röseler appelliert: „Wir brauchen eine Lobby!“

In einem leidenschaftlichen Brief an die Branche schreibt der Unternehmer unter anderem: 

„Während sich viele Unternehmen in den Jahren des Aufschwungs etwas Speck anfressen konnten, hat die Schuhbranche überwiegend an Substanz eingebüßt. Allen voran der klassische Handel. Die Gründe hierfür sind ebenso vielfältig wie bekannt.
Man muss nicht aus dem Norden stammen, um zu wissen, dass bei Sturm besser ein Deich an der Küste steht, aber glücklicherweise springt uns ja Berlin zur Seite und hilft mit großzügigen unbürokratischen Rettungsschirmen aus. Bei näherer Betrachtung allerdings reden wir hier von zwischen 1 und 5% verzinsten Darlehen, die selbstverständlich nicht unbürokratisch zum Abruf bereitstehen.
Das ist keine Hilfe, sondern eher eine Verschlimmbesserung der Situation. Nüchtern betrachtet konnten gesunde Firmen sich pre corona sogar günstiger mit Geld am Kapitalmarkt versorgen. Zudem werden Banken in erster Linie versuchen, bestehende Linien durch neue und somit zu 90% KfW-gedeckte Kredite zu ersetzen, bzw. in erster Linie solchen Firmen Geld leihen, bei denen sie ohnehin schon „investiert“ sind. Meiner bescheidenen Meinung nach ist das ein Konjunktur- und Rettungsprogramm für Banken – sponsored by German Mittelstand. Entweder will man in Berlin das Problem nicht erkennen, oder, was noch schlimmer wäre, keiner versteht es. So oder so ist man der Realwirtschaft offensichtlich meilenweit entrückt.“

Petra Steinke

Mittwoch, 1. April 2020, 10:00 Uhr, Riva del Garda: Expo Riva Schuh abgesagt

Das Coronavirus wirbelt die Schuhbranche durcheinander – und damit auch den Messekalender. Die nächste Ausgabe der Expo Riva Schuh findet nicht statt. Die Veranstalter haben die Schuhmesse, die für den Zeitraum 13. bis 16. Juni 2020 geplant war, abgesagt. Die dramatische Ausbreitung des Corona-Virus in Italien und Europa lasse die Durchführung der Expo Riva Schuh nicht zu, teilten die Veranstalter mit. Zur weiteren Planung habe man eine Befragung unter Besuchern und Ausstellern der Schuhmesse in Riva del Garda gestartet. So solle geklärt werden, ob die Ausgabe der Messe, die ursprünglich für Januar 2021 geplant war, auf Ende 2020 vorgezogen werden kann. 

Helge Neumann

 

Dienstag, 31. März, 16.30 Uhr, Hamburg: H&M Deutschland beantragt Kurzarbeitergeld

 

„Aufgrund der momentanen Situation durch das COVID-19 sehen wir uns aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, erstmalig flächendeckend in der Geschichte von H&M Deutschland Kurzarbeitergeld bei der Bundesagentur für Arbeit für den Zeitraum März bis Mai 2020 zu beantragen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Tobias Kurtz

Dienstag, 31. März 2020, 07:00 Uhr, Berlin: Zalando bekommt die Corona-Krise zu spüren

Die Corona-Krise trifft Zalando. Das Unternehmen aus Berlin erwartet, dass im ersten Quartal das Wachstum des Umsatzes und des Bruttowarenvolumens (Gross Merchandise Volume, GMV) trotz starker Zunahme zu Jahresbeginn deutlich unterhalb des erhobenen Analystenkonsensus vom 11. März liegen wird. Die Analysten erwarteten damals ein Umsatzwachstum in Höhe von 19%, ein GMV-Wachstum von 22,8% und beim bereinigten EBIT ein Minus in Höhe von 28 Mio. Euro. „Da die Verbraucher ihr Verhalten an die neue Situation anpassen und kurzfristig ihre Konsumausgaben einschränken, haben wir seit den Ausgangsbeschränkungen in mehreren Ländern negative Auswirkungen auf unseren Umsatz verzeichnet, was sich auch auf unser Finanzergebnis auswirkt“, heißt es in einem Brief des Zalando-Vorstands. Auch die Prognose für das Gesamtjahr 2020 könne nicht erreicht werden.
„Als Europas führende Modeplattform teilen wir Risiken und Chancen mit der Modebranche“, teilt der Zalando-Vorstand weiter mit. Der Onlinehändler wolle die Anbindung des stationären Handels an die Plattform beschleunigen, damit dieser zumindest einen Teil seines Geschäfts aufrechterhalten könne. Vom 1. April bis zum 31. Mai zahlen daher neue und bestehende Partner des Connected Retail-Programms keine Kommission, wenn sie ihr Sortiment bei Zalando anbieten und über die Plattform verkaufen. Darüber hinaus wechselt das Unternehmen von monatlichen zu wöchentlichen Auszahlungen, um bei finanziellen Engpässen zu helfen und Liquidität zu unterstützen. 

Helge Neumann

Montag, 30. März, 18.00 Uhr: Karim Choukair: „Wir schaffen das nur gemeinsam"

Im Interview mit schuhkurier erklärt der Unternehmer: „Nach und nach erkennt wohl jeder, dass er oder sein Unternehmen auf sich alleine gestellt ist. Die Termine bei den Banken sind ernüchternd und die Zinsen bei den Krediten sind relativ hoch. Einen Teil des Risikos trägt der Unternehmer selbst.
Es ist eine Situation, in der alle überfordert sind. Die Banken sind selbst von der Corona Krise betroffen, ihnen fehlt das Personal zur Betreuung der Kunden und auch die Politik findet bislang keine klare Linie.
Für unsere Branche ist das eine Katastrophe, auf die wir sehenden Auges zusteuern. Es ist gut, dass Riesen wie Deichmann, Adidas, H&M und andere bei der Zahlung der Laden-Mieten die Reißleine gezogen haben. Das entgeht in dieser Größenordnung selbst unserer Politik nicht. Der kleinere Händler wäre sicherlich sonst mit seiner Misere alleine gelassen. Die ganze Modebranche braucht eine spezifische Lösung.
Für den Mode- und Schuhhändler bleibt die ausgelieferte F/S Ware als finanzielle Last zurück. Was werden wir in zwei bis drei Monaten nur mit der ganzen „verderblichen Modeware“ machen? Bereits jetzt beginnt bei den Onlinehändlern die Rabattschlacht. Ohne eine ordentliche politische Lösung wird es sehr viele Insolvenzen geben und unsere Handelslandschaft wird schlagartig eine andere sein.“

Petra Steinke

Montag, 30. März 2020, 14.00 Uhr, Mainhausen: ANWR will ZR-System für Corona-Hilfe nutzen

Die ANWR Group fordert zur Sicherung der Liquidität vieler tausender Anschlussunternehmen im mittelständischen Einzelhandel, für die letzte Meile der Verteilung der staatlichen Corona-Fördermittel die bereits bestehenden Strukturen der Verbundgruppe zu nutzen.  „Wir sind in der Lage, die bereitgestellten Fördermittel des Staates schnell und unkompliziert dahin zu bringen, wo sie jetzt gebraucht werden“, so Frank Schuffelen, Vorstandssprecher der ANWR Group. „Dazu ist es notwendig, die Zentralregulierer mit einem sogenannten ’Globaldarlehen’ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auszustatten”. Dieser Weg sei innerhalb der beschlossenen Gesetze möglich. Zentrales und verbindendes Element zwischen Handel, Lieferanten bzw. Industrie und Verbundgruppe sei die Zentralregulierung. Dabei übernehme die zur ANWR Gruppe gehörende DZB Bank die Garantie für die Zahlungsfähigkeit der Handelsunternehmen und die termingerechte Zahlung gegenüber den Lieferanten bzw. Industriepartnern. Mit Hilfe eines Globaldarlehens könnte die ANWR Group nach eigenen Angaben über die DZB Bank den Händlern kurzfristig die bereitstehenden KfW-Mittel zur Verfügung stellen. Andere Verbundgruppen außerhalb der ANWR Group verfügten über vergleichbare Systeme mit entsprechenden Dienstleistungsvereinbarungen. Die technische Infrastruktur der Verbundgruppen könne sofort genutzt werden, teilte die ANWR mit.

Helge Neumann

Montag, 30. März, 12 Uhr: Adidas und Deichmann wehren sich gegen Vorwürfe

Nachdem am 27. März bekanntgeworden war, dass große Unternehmen wie Deichmann, Adidas und H&M ihre Mietzahlungen ab 1. April aussetzen wollen, hatte es viel Kritik gegeben. Im Netz wurden Boykottaufrufe laut. Bundesminister kritisierten die Unternehmen scharf. Sowohl Adidas als auch Deichmann wiesen die Vorwürfe zurück. Während ein Adidas-Sprecher betonte, dass man lediglich bei Großvermietern eine Aussetzung der Mietzahlungen veranlasst habe und kleine, private Vermieter davon ausgenommen seien, wies der Essener Schuhfilialist Deichmann darauf hin, dass man als internationales Unternehmen immens von der Corona-Krise betroffen sei.

In einer Erklärung von Deichmann heißt es: 

„Aufgrund der staatlich verordneten Schließungen unser sämtlichen Verkaufsstellen ist es uns nicht mehr möglich, den Betriebszweck unserer Läden zu erfüllen. In dieser für uns alle beispiellosen Situation haben wir unsere Vermieter gebeten, die während der Schließung anstehenden Mietzahlungen vorübergehend zu stunden. Die laufenden und anstehenden Gespräche mit unseren Vermietern haben zum Inhalt, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, welche Teilzahlungen wir kurzfristig vornehmen können und wie wir je nach Ausmaß und Dauer der Schließungen mit den gestundeten Zahlungen umgehen wollen.“

Weiter betont das Unternehmen: „Wir haben kein Interesse daran und werden verhindern, dass Vermieter dadurch in eine Notlage kommen. Sollte sich dies in einzelnen Fällen abzeichnen, würden wir unser Möglichstes tun, um zu helfen. Wir selbst sind in der Situation, dass wir in Deutschland rund 1.500 Filialen schließen mussten, die nun keinerlei Umsatz mehr erwirtschaften. Zwar schafft das Kurzarbeitergeld eine Entlastung bei den Personalkosten, dennoch laufen die Kosten für Logistik, Teile der Verwaltung, den umfangreichen Wareneinkauf und die Mieten weiter. Der größte Risikofaktor ist, dass niemand sagen kann, wie lange die Schließungen dauern. Wenn diese Phase länger andauert, wird das auch für wirtschaftlich gesunde Unternehmen existenzbedrohend. Es geht für uns bei allem, was wir tun, vorrangig darum, die Arbeitsplätze unserer 16.000 Mitarbeiter in Deutschland zu sichern. Alle Mitarbeiter werden bis zum 5. April ihr volles Gehalt erhalten, bevor Teile der Belegschaft in Kurzarbeit gehen.“

Petra Steinke

Freitag, 27. März, 12 Uhr: Verbände klagen über täglich 10 Mio. unverkaufter Modeartikel

Nach Berechnungen der Handelsverbände Textil (BTE), Schuhe (BDSE) und Lederwaren (BLE) werden an normalen Verkaufstagen im Durchschnitt täglich mehr als 10 Mio. Hosen, Shirts, Schuhe und Taschen verkauft, die nun nicht über die Ladentheke gehen. „Ende März dürfte die Summe der unverkauften, aber vom Handel bereits bezahlten Teile die 100-Millionen-Grenze überschritten haben“, schätzt BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels.

Zusätzliches Problem: Da im Modehandel eine kontinuierliche Warenbelieferung mittlerweile die Regel ist, bekommen die Geschäfte in den nächsten Wochen vertragsgemäß weiterhin neue Ware geliefert – trotz geschlossener Läden. „Je länger die Schließung dauert, desto unwahrscheinlicher wird es, dass die Ware noch verkauft werden kann“, so Pangels. Denn durch den modischen Wechsel lassen sich Hosen oder Schuhe aus der Frühjahrskollektion im Sommer kaum noch verkaufen. „Allein der Wertverlust der Ware ist für viele Händler ruinös!“

Petra Steinke

 

Freitag, 27. März, Neuss: Assima-Geschäftsführer Dimitrios Ioannidis erklärt die Maßnahmen der Lederwaren-Verbundgruppe für ihre Händler.

Assima-Geschäftsführer Dimitrios Ioannidis lobt die Vertragslieferanten. Sie hätten „die Wünsche und die Erwartungshaltung der Assimisten bei weitem übertroffen“. Das komplette Interview lesen Sie hier.

Donnerstag, 26. März: Donna Carolina-Chefin ist dankbar für die Solidarität in der Branche

In einem Interview mit schuhkurier erklärt die Unternehmerin: „Wir sind alle gesund. Dafür bin ich sehr dankbar. Die Situation ist sehr kompliziert in Italien. Alles hat sich verändert. Die Stimmung in unseren Städten ist gespenstisch. Ich glaube nicht, dass sich die Situation am 3. April deutlich entspannen wird. Vielmehr fürchte ich, das Ganze wird länger dauern. Die Schulen in Italien sind bereits seit sechs Wochen geschlossen. Das war anfangs auch nur für zwei Wochen vorgesehen.“ Mit Blick auf ihre Geschäftsbeziehungen sagt Terrin: „Ich erlebe viel Solidarität. Als die Corona-Krise in Italien ihren Lauf nahm, haben sich viele Kunden bei mir gemeldet und sehr positiv reagiert. Es gab viel Verständnis und Unterstützung – und kaum Stornos. Dafür bin ich sehr dankbar. Wir sitzen alle im gleichen Boot. Dass jetzt die Läden auch in anderen Ländern geschlossen sind, ist natürlich eine zusätzliche Verschärfung der Situation. Ich bin umso mehr dankbar für jede bezahlte Rechnung und jeden nicht stornierten Auftrag. Wir werden uns für jede Solidarität revanchieren. Ich hoffe, dass wir diese Situation gemeinsam meistern und sich alles bald wieder normalisiert.“

Petra Steinke

   
 

Donnerstag, 26. März, 11.00 Uhr, Frankfurt: Dr. Joachim Stoll nimmt auf Anfrage von LR Stellung zur aktuellen Situation

 

„Wir bekommen einen Strukturwandel im Zeitraffer. Die Überlebenden werden größer und stärker werden“, sagt Dr. Joachim Stoll. Er betreibt in Frankfurt ein Lederwarenfachgeschäft sowie den Online-Shop Koffer24.de. Das komplette Interview lesen Sie hier.

Donnerstag, 26. März 2020, 11.00 Uhr, Dornstadt: Werdich befürchtet Händlersterben

Die Corona-Krise und die Geschäftsschließungen haben auch den Schuhfilialisten Werdich hart getroffen. Im Interview mit schuhkurier bemängelt Geschäftsführer Friedrich Werdich, dass der mittelständische Handel zu wenig Beachtung in der Politik finde. „Was wir momentan sehen, sind schnelle, gutgemeinte Darlehen der KFW oder Landesbanken, die aber irgendwann vollständig zurückgeführt werden müssen. Helfen würde uns ein Mietfond, der zumindest einen Teil der laufenden Mietausgaben kompensieren würde“, so Werdich. Darüber hinaus treffe die Krise den modischen Fachhandel zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Der hohe saisonale Wareneingang bedinge bereits einen hohen Liquiditätsabfluss. „Der parallel hierzu eingetretene Totalausfall der Einnahmen stellt uns alle auf die Probe. Momentan geht es darum, die Liquidität langfristig sicherzustellen.“ In der Konsequent erwartet der Unternehmer ein Händlersterben. „Das kann sich niemand von uns wünschen. Die Vielfalt an „buntem“ Handel hat unseren Städten und insbesondere der Aufenthaltsqualität gut getan. Uniforme Straßenzüge laden heute niemanden mehr zum Verweilen und Shoppen ein. Unserer Gesellschaft würde ein großes Stück Kulturgut verloren gehen.“

Helge Neumann

Donnerstag, 26. März 2020, 8.30 Uhr, Nürnberg: Konsumklima stürzt ab

Diese Entwicklung war vorhersehbar: Der starke Anstieg der Corona-Infektionen in Deutschland und die damit einhergehenden Maßnahmen bzw. Beschränkungen hat das Konsumklima einbrechen lassen. Der Wert von 2,7 Punkten ist nach Angaben der GFK der niedrigste Wert seit Mai 2009. Damals lag das Konsumklima während der Finanz- und Wirtschaftskrise bei 2,6 Punkten. Die Experten der GFK erwarten eine Rezession. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung ziehen wir unsere Konsumprognose von einem Prozent Wachstum für das Jahr 2020 zurück. Handel, Hersteller und Dienstleister müssen sich auf eine Rezession einstellen“, erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte. „Wie schwer diese ausfällt, wird letztlich davon abhängen, wann die Wirtschaft wieder in eine Art Normalität zurückfindet. Eine seriöse Konsumprognose kann sicherlich erst dann erfolgen, wenn absehbar ist, wie lange die Corona-Schutzmaßnahmen anhalten werden.“ 

Helge Neumann

Timo Leinweber aus Berlin will kämpfen und sucht Mitstreiter. In einem eindringlichen Appell wendet er sich an Branchenmitglieder und politische Akteure: „Unsere Branchen haben mit vergänglicher, saisonaler Ware zu tun, die weit vor Corona in gutem Glauben geordert wurde – vieles davon schon in 2019. Jetzt stehen unsere Geschäfte voll mit neuer Ware, die bereits bezahlt ist bzw. zum Teil noch bezahlt werden muss. Und nach Öffnung der Geschäfte wird weitere Ware in großen Mengen eintreffen. Mit jedem Tag sinkt ihr Wert! Keiner weiß, wie lange die Gesamtsituation noch anhält. Nichts von dem, was wir planen und uns überlegen, kann aktuell umgesetzt werden. Unsere Branche steht mit dem Rücken zur Wand und braucht dringend Gehör von der Politik!
Wir zählen zwar zum Einzelhandel, aber wir sind mit unserem Problem der Saisonware und den langen Vorläufen bei der Beschaffung mit am meisten benachteiligt. Wir können die Ware nicht mal eben stoppen oder stornieren und sind diesem massiven Kostenblock – neben Mieten, Personal und weiteren Aufwendungen – vollumfänglich ausgesetzt. Das nimmt uns täglich mehr Luft zum Atmen. Hierfür Kredite aufzunehmen oder eine Saisonlinie zu beanspruchen mit bis zu 5% Zinsen, das wäre ein Wahnsinn und ebenfalls der vorprogrammierte Untergang. Wieviel sollen wir denn die kommenden Jahre zusätzlich verdienen, um die Tilgung zu bedienen und gleichzeitig unsere Unternehmen wirtschaftlich gesund zu halten? Von dringend nötigen Investitionen mal ganz zu schweigen.“

Petra Steinke

Mittwoch, 25. März 2020, 12.00 Uhr: Berlin: Verbände richten dramatischen Appell an Politik

Eine ganze Branche mit Hunderttausenden von Arbeitsplätzen in Handel und Industrie stehe angesichts der Coronakrise vor dem Aus, warnen die Verbände BTE und GermanFashion. Das Coronavirus habe die Fashion-Branche genauso heftig getroffen wie Gastronomie und Kultureinrichtungen. Tausende Boutiquen, Schuhgeschäfte und Modehäuser und damit ihre Lieferanten stünden vor dem Aus. Bereits die beschlossenen Öffnungsverbote bis Ende April werden zu zahlreichen Insolvenzen führen, heißt es in dem gemeisamen Appell der beiden Verbände. „Wenn nicht spätestens im Mai die Geschäfte wieder öffnen, droht eine noch nie dagewesene Insolvenzwelle speziell von mittelständischen Händlern und Lieferanten.“ Die Verbände BTE und GermanFashion fordern daher rasche Hilfen von der Politik. Ein finanzieller Schutzschirm wäre die beste Lösung. Nach Ende der erzwungenen Ladenschließung wären ebenso neue unbürokratische Möglichkeiten für Sonntagsöffnungen eine echte Hilfe. Die Verbände wollen dazu mit einem konkreten Maßnahmenkatalog auf die Politik zugehen.

Helge Neumann

 

Mittwoch, 25. März, 8.30 Uhr: Modeunternehmen fordern Liquiditätsfonds

13 Unternehmen aus Modehandel und Textilindustrie fordern in einem offenen Brief, dass die Regierung den Top 30 Textilen Industrieunternehmen einen Liquiditätsfonds von 850 Mio. Euro zur Verfügung stellt. Die daraus entstehende Liquidität solle die Industrie dann nutzen, um dem Facheinzelhandel alle Herbst/Winter Lieferungen (Juli bis November) mit 180 Tagen Valuta zukommen zu lassen. Die Industrie übernehme 10% des Haftungsrisikos. Die Verwaltung, Kontrolle und Rückführung würden von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungskanzlei (EY, PWC o.ä.) übernommen. Mit dieser staatlichen Hilfe seien die Warenflüsse gesichert und die Liquidität bleibe für 180 Tage im Handel. Der Fonds solle nach Ablauf entsprechend aufgelöst und zurückgeführt werden. 

„Mit dieser Maßnahme können Facheinzelhandel und Industrie wieder zu einem normalen Modus finden. Die Top 30 der Industrie stehen für ca. 60% des Umsatzes im deutschen Facheinzelhandel. Die Industrie alleine kann diese Aufgabe aufgrund des Volumens nicht bewältigen.“

Folgende Unternehmen gehören zu den Unterzeichnern des Briefes:

* Betty Barclay Group, Geschäftsführer Robert Küper
* Bogner GmbH Geschäftsführer Heinz Hackl
* Brax GmbH, Geschäftsführer Stefan Brandmann
* CBR Group, Geschäftsführer Jim Nowak
* Falke GmbH, Franz-Peter Falke, Paul Falke
* Fuchs &Schmitt, Geschäftsführerin Andrea Krumme
* Katag AG, Geschäftsführer Daniel Terberger
* Marc Cain GmbH, Geschäftsführer Frank Rheinboldt
* Marc Polo AG, Geschäftsführer Dieter Holzer
* Mey GmbH, Geschäftsführer Matthias Mey
* Olymp/Bezner GmbH, Geschäftsführer Mark Bezner
* Opus GmbH, Geschäftsführer Stefan Leewe

Petra Steinke

 

Dienstag, 24. März, 15.30: Dirk Schmidinger, General Manager Deutschland, nimmt Stellung zur aktuellen Situation beim Reisegepäck-Spezialisten.

 

„Der Umsatz ist mit der Schließung der Geschäfte zum Erliegen gekommen. Unserer Einschätzung nach eröffnen Geschäfte wieder Ende April/Anfang Mai. Reisegepäck bleibt in diesem Umfeld eine ungünstige Warengruppe. Reisen wird erst wieder in Richtung Weihnachten oder 2021 akut werden. Mit Glück werden 2020 die Reisgepäck-Umsätze im Handel noch die Hälfte versus 2019 betragen.“

Das komplette Interview lesen Sie hier.

Tobias Kurtz

Dienstag, 24. März 2020, 10.00 Uhr, Bonn: Kritik an dem Rettungspaket der Bundesregierung wird laut

Die Bundesregierung hat am 23. März ein Rettungspaket in Höhe von 750 Mrd. Euro für die deutsche Wirtschaft verabschiedet. Die Maßnahmen sehen unter anderem Soforthilfen für Kleinstunternehmen vor. Für Großunternehmen wurde zudem ein Stabilisierungsfonds aufgestellt, der bis zu 400 Mrd. Euro Kreditgarantien vergeben soll. Weitere 100 Mrd. Euro stehe für Beteiligungen des Staates an Firmen zur Verfügung. Darüber hinaus startete am 23. März ein Sonderkreditprogramm der Förderbank KfW, das Unternehmen nach Angaben der Bundesfinanzministerium „schnellstmöglich“ mit Liquidität versorgen soll.
Kritisch zu den beschlossenen Maßnahmen äußerte sich Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Zwar seien die politischen Entscheidungen der vergangenen Tage grundsätzlich wichtig, so Schweitzer. Aber: „Für viele Betriebe läuft die Liquiditätsuhr schneller runter als politische Entscheidungen und der Aufbau von Strukturen für die Hilfen hinterherkommen“, berichtet der DIHK-Präsident von den Rückmeldungen vieler Unternehmen. Eine große Baustelle muss laut Schweitzer noch bearbeitet werden: „Bei den Corona-Hilfskrediten sehen die Programme weiterhin eine Haftung der Kreditinstitute und Hausbanken vor Ort von 10 bis 20% vor." Angesichts der völligen Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Krise könne aber kein gewerbliches Unternehmen verlässliche Planungen vorlegen – dann aber dürften die Banken keinen Kredit geben. „Aus dieser Falle kommen wir nur durch eine temporäre 100%-Haftung des Staates heraus.“ 

Helge Neumann

 

Montag, 23. März, 14.00 Uhr: Ebay startet Hilfsprogramm für Händler

 

Die Online-Plattform Ebay hat ein Soforthilfeprogramm ins Leben gerufen, um deutsche Händler in der Corona-Krise zu unterstützen.

Tobias Kurtz

Montag, 23. März, 12.00 Uhr: Mephisto will den Handel unterstützen

Der französische Schuhhersteller Mephisto hat einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erstellt, um seine Partner im Handel in Corona-Zeiten zur Seite zu stehen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem:

* ein sofortiger Stopp aller Warenauslieferungen während der verordneten Geschäftschließungen

* eine zusätzliche 30-tägige Valuta auf alle offenen Rechnungen und Aufträge der F/S20-Saison

* eine zusätzliche 30-tägige Valuta auf alle Aufträge der H/W20 Saison

Individuelle Warenauslieferungen in Absprache sind laut dem Herstelle jederzeit möglich. Die Verkaufsabteilung in der Zentrale sei deutschsprachig besetzt, alle weitere Abteilungen in kleinerer Besetzung oder Homeoffice. Der Geschäftsbetrieb laufe weiter. Der BtoB-Service bleibe bestehen und ermögliche kurzfristige Nachbestellungen, um das noch verbleibende Internetgeschäft der Kunden aufrecht zu erhalten. Die Ansprechpartner im Außendienst seien für die Kunden erreichbar und unterstützten so gut wie möglich; Terminabsprachen und Order seien möglich.

Darüberhinaus will Mephisto nach eigenen Angaben sein umfangreiches Nachlieferprogramm auch in den nächsten Monaten in gewohnter Auswahl und Verfügbarkeit bestücken und seinen Kunden die Möglichkeit geben, auf saisonale Nachfragen kurzfristig zu reagieren.

Petra Steinke

Montag, 23. März 2020, 12.00 Uhr, Innsbruck: Bert Laner fordert höhere Handelsspannen

Die Corona-Krise trifft Bert Laner. Der Inhaber von Laner Schuh führt in zweiter Generation insgesamt 15 Schuhgeschäfte in Österreich. In einem Leserbrief an die schuhkurier-Redaktion beschreibt der Unternehmer, was der Handel braucht, um die aktuelle Krise bewältigen zu können. Für Laner steht fest: Nach dem Prinzip „Weiter so“ wird es nicht gehen. Vielmehr stellt der Händler konkrete Lösungsvorschläge zur Diskussion. Im Kern steht dabei die Forderung nach höheren Handelsspannen. Bert Laner: „Wenn alle Lieferanten die Grundspanne auf ein Minimum von 2.5 bis 3.0 erhöhen, verschieben sich Eckpreislagen - ja, aber es trifft alle gleichermaßen. Für die produzierende Industrie würde das bedeuten, es trifft nicht Ihre eigene Spanne am Produkt, es müssen einfach die Verkaufspreise nach oben gebracht werden. Der Schuhhandel braucht, um modern verkaufen zu können, endlich höhere Deckungsbeiträge.“ Den vollständigen Leserbrief von Bert Laner lesen Sie hier.

Helge Neumann

Samstag, 21. März, 13 Uhr: Andreas Schaller will Mut machen: „Es gibt ein Leben nach Corona!“

Kurzarbeit, Lieferstopp, Ladenschließungen – auch der Sulinger Schuhhersteller Lloyd ist massiv von der Corona-Pandemie betroffen. Geschäftsführer Andreas Schaller will trotz aller Herausforderungen optimistisch bleiben: „Wir wollen sicherstellen, dass die vorliegenden Aufträge zur Herbst/Winter-Saison 2020 im Sinne unserer Kunden termingerecht zur Auslieferung kommen. Ferner – und das ist mindestens genauso wichtig wie alle kurzfristigen Reaktionen auf die derzeitige Krise – werden wir unsere voll Kraft in die Entwicklung der Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2021 stecken, um unsere Kunden auf Handels- und Konsumentenseite zu begeistern. ES GIBT AUCH EIN LEBEN NACH CORONA!

Petra Steinke

Freitag, 20. März, 20 Uhr: Günter Althaus will für Liquidität im Mittelstand sorgen

Die Auswirkungen der Corona-Krise treffen viele Unternehmen. Aber kaum eine Gruppe wird in dieser Situation so allein gelassen wie die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland. Eine Task Force des Mittelstandsverbund hat dafür einen Lösungsansatz gefunden.

Althaus macht die Dramatik an einer Analogie verständlich: „Sie können den Wirtschaftskreislauf eigentlich ganz gut mit dem menschlichen Körper vergleichen: Wenn der Blutkreislauf bei Menschen nicht richtig funktioniert, werden die Organe geschädigt. Und wenn dieser Prozess länger dauert, meistens irreparabel. Genauso ist es mit der Wirtschaft. Das Blut für das Wirtschaftssystem ist die Liquidität.“

Die Politik verspricht Hilfe. Und stellt erhebliche Finanztöpfe zur Verfügung. Leider hat sie aber keine geeignete Organisation, die diese Hilfe in die Unternehmen bringen kann. Zumindest nicht kurzfristig. Und da liegt im Moment das Hauptproblem. Es ist der Faktor Zeit. „Wir trocknen aus,“ sagt Günter Althaus. Nicht weil es an der Bereitschaft fehle, die dringend benötigte Liquidität bereitzustellen. „Es dauert schlicht zu lange.“

Der Handelsexperte ist überzeugt: „Wir müssen andere Wege nutzen, um schneller die benötigte Liquidität aus den staatlichen Finanzierungstöpfen zu den Unternehmen und damit auch den Beschäftigten vor Ort zu bringen, sagt Günter Althaus. Und er und seine Kollegen haben ganz konkrete Vorschläge an die Regierenden in Bund und im Ländern vorgelegt. Maßnahmen, die schon ab nächster Woche greifen könnten.

Petra Steinke

 

Ein Banner mit einem Regenbogen prangt über dem Eingang des Schuhhaus Lang in Merzig. „Es wird alles gut“, steht darauf. Der Laden ist zu. Inhaber und Team sind am Start. Erich Lang liefert jetzt Schuhe aus, die über den Onlineversand bestellt wurden. Bis zu einem Umkreis von 20 km ist der Unternehmer für seine Kunden aktiv. Bei Kinderschuhen liefert der Händler den Familien eine Auswahl und gibt ihnen auch gleich ein Messgerät zur Hand, damit die Eltern selbst die Größe messen können. Am nächsten Tag wird der Rest der Auswahl wieder abgeholt. „Bisher halten sich die Bestellungen im Rahmen“, berichtet der Händler. „Die Menschen haben Existenzängste.“ Der Onlineshop des Schuhhauses präsentiert einen Teil des Sortiments und wird von Erich Langs Sohn betreut. Seit Beginn der Krise hat die Frequenz dort zugenommen. Für den Händler zählt jeder Euro Umsatz.

Petra Steinke

Freitag, 20. März 2020, 12.30 Uhr, Hamburg: ECE bleibt zurückhaltend

In der Corona-Krise werden die Forderungen an die Vermieter, den Handel durch das Aussetzen von Mieten zu unterstützen, lauter. Das Luv Shopping-Center in Lübeck hat bereits reagiert. Die Betreiber, ein Tochterunternehmen von Ikea, hat beschlossen, bis auf Weiteres auf Mietzahlungen zu verzichten. Diese Maßnahme soll bis zur Aufhebung der verordneten Ladenschließungen gelten. Unter anderem betreibt Görtz eine Filiale im Luv Shopping Center. Dagegen verweist die ECE auf die angekündigten Hilfsmaßnahmen der Regierung.  Das Tochterunternehmen der Otto Group betreibt insgesamt 195 Shopping-Center. „Der Bundesfinanzminister hat einen Notfallfonds für kleinere und mittlere Unternehmen angekündigt, aus dem auch Mieten bezahlt werden sollen. Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass dieser jetzt schnell und unbürokratisch kommt“, teilt ein Sprecher von ECE auf Anfrage von schuhkurier mit. Unabhängig davon sei die ECE im engen Austausch mit den Eigentümern der Center, um gemeinsam Lösungen zu finden, wie die Mieter unterstützt werden können. „Die ECE betreibt und vermietet die Center im Auftrag der Eigentümer und kann daher nicht selbst über mögliche unterstützende Maßnahmen – gleich welcher Form – entscheiden. Deshalb stehen wir dazu aktuell im intensiven Dialog mit den Investoren.“

Helge Neumann

Freitag, 20. März: 11 Uhr: Schuhhändler Hans-Jürgen Robers will sich gegen die Krise stemmen

In einem Interview mit schuhkurier erklärt der Schuhhändler aus Stadtlohn: „Nein, Angst habe ich nicht. Wir sind zum Glück kein großes Unternehmen, aber auch nicht ganz klein und haben noch den persönlichen Draht zu unseren Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Ich glaube, diese Größenordnung sollte die resistenteste sein. Sorge bereitet mir, dass ja fast die ganze Frühjahrsware noch da ist – wir haben also, wenn neue Ware kommt und sich die Situation nicht schnell ändert, kaum Platz. Und mich beunruhigt, dass es im Zuge der Krise zu erheblichen Preisnachlässen kommen wird. Das wird die Lage für uns Händler zusätzlich verschärfen.“

Petra Steinke

Freitag, 20. März 2020, 8.30 Uhr, Berlin: Handelsverband veröffentlicht Rettungsprogramm für den Handel

Die Corona-Epidemie stellt den Einzelhandel vor sehr große Herausforderungen. Viele Handelsunternehmen müssen schließen – die verlorenen Umsätze liegen pro Tag bei rund 1,15 Mrd. Euro. Gleichzeitig sehen sich die Lebensmittelhändler mit ungewöhnlich großem Kundenaufkommen und logistischen Herausforderungen konfrontiert. Was braucht der Handel von der Politik, um die Coronavirus-Krise meistern zu können? Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat die konkreten Maßnahmen, die jetzt nötig sind, in einem Acht-Punkte-Plan zusammengefasst. 

Helge Neumann

Donnerstag, 19. März, 16.40 Uhr: ANWR kündigt Maßnahmenpaket an

„Unsere vordringlichste Aufgabe ist es, in dieser existenzgefährdenden Krise die Mitglieder sowie die Handelspartner der angeschlossenen Verbände mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen", erklärt ANWR-Vorstandsmitglied Frank Schuffelen. „Dafür analysieren und bündeln wir in enger Abstimmung mit unseren Banken und Fachgesellschaften die herausfordernden Themen, um die richtigen Antworten zu geben und dort, wo wir es selber in der Hand haben, Lösungen anzubieten.“ 

Oberstes Ziel sei es, die Mitglieder und Handelspartner in allen wichtigen Belangen zu unterstützen und gemeinsam mit Industrie und Verbänden an zukunftsorientierten Lösungen zu arbeiten. „Wir sitzen alle in einem Boot und können die Herausforderungen nur gemeinsam organisieren und bewältigen. Deswegen ist ein Schulterschluss in dieser Phase mit allen Beteiligten besonders wichtig. Darüber hinaus benötigen wir unbürokratische und wirksame Unterstützung des Staates und der Länder, die unmittelbar bei unseren Mitgliedern und Handelspartnern ankommt.“ Die ANWR Gruppe sei daher in Gesprächen mit Bundes- und Landesregierungen, Kredit- und Förderbanken, Warenkreditversicherern, dem Mittelstandsverbund ZGV und dem Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie e.V. HDS/L, damit zielgerichtet Lösungen entwickelt werden.

„Gemeinsam mit dem Mittelstandsverbund ZGV und dem Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie e.V. HDS/L bemühen wir uns aktuell um einen Termin im Bundeswirtschaftsministerium, um dort eine übergeordnete Lösung für die Mitglieder und Handelspartner der Verbundgruppen besprechen und gestalten zu können. Die zur Unternehmensgruppe gehörenden Kreditinstitute DZB Bank und Aktivbank sind ebenfalls im intensiven Dialog mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als wichtigem Kapital- und Bürgschaftsgeber sowie mit den Warenkreditversicherern.“

Petra Steinke

Donnerstag, 19. März, 14.30 Uhr: SABU sagt Veranstaltungen im ersten Halbjahr ab


Wie die Heilbronner Verbundgruppe mitteilt, wolle man aus Sicherheits Folgende Veranstaltungen werden nach Angaben der Verbundgruppe abgesagt:

* Unternehmerreise Ostseeküste (01. bis 04. Mai 2020)

* Treffen Kreis Junger Unternehmer Berlin (14./15. Mai 2020)

* Generalversammlung der SABU eG Maastricht (22. bis 24. Mai 2020)

* SABU Cup (21./22. Juni 2020)

Petra Steinke

Donnerstag, 19. März, 15:00 Uhr: Was bei einer möglichen Ausgangssperre beachtet werden muss

Die bayerische Gemeinde Mitterteich ist der erste Ort in Deutschland, über den eine Ausgangssperre verhängt wurde. Ob es deutschlandweit dazu kommen könnte, ist derzeit offen. schuhkurier informiert, was Arbeitgeber im Falle einer Ausgangssperre beachten müssen.

Unter besonderen Bedingungen, wie dem sprunghaften Anstieg an Infektionen mit dem Corona-Virus kann eine Ausgangssperre verhängt werden. Arbeitgeber, deren Mitarbeiter nicht im Homeoffice tätig sein können, müssen ihren Angestellten im Falle einer Ausgangssperre eine entsprechende Bescheinigung für den Hin- und Rückweg zum Arbeitsort ausstellen.

Ausgangssperren unterliegen dem Infektionsschutzgesetz und werden von den einzelnen Ländern und Gemeinden ausgerufen. Für Bürger und Bürgerinnen bedeutet es, bis auf einige Ausnahmen, den eigenen Wohnort nicht mehr verlasse zu dürfen.

 

Zu den Ausnahmen zählen:

- Hin- und Rückweg zur jeweiligen Arbeitsstätte mit Bescheinigung des Arbeitgebers

- Einkäufe für den Bedarf des täglichen Lebens

- Besuche von Arztpraxen, Sanitätshäusern, Optiker, Hörgeräteakustiker und

 Gesundheitspraxen (z. B. Physiotherapieeinrichtungen)

- Apothekenbesuche

- Besuche von Filialen der Deutschen Post

- Tanken an Tankstellen

- Geldabheben bei Banken

- Hilfeleistungen für Bedürftige

- Feuerwehrkräfte und Rettungskräfte auf dem Weg zum Stützpunkt oder Einsatzort

- Notwendiger Lieferverkehr

- Abgabe von Briefwahlunterlagen

- Unabdingbare Versorgungen von Haustieren

 

Laura Klesper

 

Donnerstag, 19. März, 13.00 Uhr: Shutdown im Lederwarenhandel: Nina Kiesow, Fachhändlerin aus Kleve und BLE-Präsidentin, sprach mit Lederwaren Report über ihre aktuelle Situation.

 

LR: Frau Kiesow, auf Facebook habe ich gesehen, dass Sie gerade Bestellungen bearbeiten und Pakete zusammenstellen.
Nina Kiesow: Stimmt. Das ist für mich noch eine sehr surreale Situation. Der Laden ist dunkel, die Ware ist da, und die Kunden dürfen nicht hinein und kaufen. Das ist das Schlimmste, das einem als Händler passieren kann. Bis einen Tag vorher konnte ich mir so etwas nicht vorstellen. Auch viele meiner Handelskollegen sind entsetzt.

Das komplette Interview finden Sie hier.

Tobias Kurtz

   

Donnerstag, 19. März, 12:00 Uhr: Wildling Shoes-Gründerin bietet Hilfe fürs Homeoffice

Mit 100 von 135 Mitarbeitenden im ständigen Homeoffice ist der Kölner Minimalschuhhersteller Wilding Shoes einer der Vorreiter in Sachen Digitalisierung. 

Nun bietet der NRW Gründer-Preisträger ein kostenloses digitales Kurz-Coaching für Unternehmen, die aufgrund der Corona-Krise gezwungen wurden, ihre Mitarbeitenden ins Homeoffice zu schicken. Interessenten können sich per E-Mail an nicole@wildling.shoes wenden.

Weitere Tipps zum erfolgreichen Homeoffice finden Sie hier. Ein ausführliches Portrait über das Unternehmen Wildling Shoes und Anna Yona lesen Sie in schuhkurier-Ausgabe 14.

Laura Klesper

Donnerstag, 19. März, 10.00: Schweizer Schuhhändlerverband sagt Generalversammlung ab


Der Schweizer Schuhhändler-Verband schuhschweiz teilt mit, dass die für den 11. Mai geplante Generalversammlung bis auf weiteres verschoben ist. Die aktuelle Situation zwinge zu dieser Entscheidung, teilt der Verband mit und ergänzt: „Wir sind in dieser schwierigen Zeit weiterhin für Sie da.“

Händler können sich mit Fragen und Anregungen telefonisch (+41 61 985 96 00) oder per Mail an den Verband wenden. 

Petra Steinke

 

Donnerstag, 19. März, 09:30 Uhr: Kinderschuhhändler Pross bietet weiterhin Service an

In einer Videobotschaft hat sich Kinderschuhhändler Andreas Pross an seine Kunden gewandt. Trotz Corona-bedingter Geschäftsschließung wolle man versuchen, weiterhin den Bedarf an Kinderschuhen abzudecken.

Andreas Pross appellierte an seine Follower, es sei in diesen Zeiten unumgänglich, den stationären Einzelhandel nach Kräften zu unterstützen. Er und sein Team habe sich deshalb dazu entschlossen, telefonische Einzelgespräche und eine Warenpräsentation via Email anzubieten, damit Kinder, die nach dem Winter neue Schuhe benötigten, diese auch passgerecht bekommen könnten.

Das Team um den Inhaber präsentiert die neuen Kollektionen über die Social Media-Plattformen Instagram und Facebook. Interessierte Eltern können Kontakt aufnehmen und bekommen in einer kostenlosen Einzelberatung Hilfestellungen, wie ein Kinderfuß korrekt vermessen wird. Nach Auswahl einiger Modelle erfolgt eine für den Kunden kostenfreie Lieferung per DHL. Sollte der Schuh nicht passen, sei ein Umtausch jederzeit möglich.

Zusätzlich zum Lieferservice bietet das Kinderschuhgeschäft die Möglichkeit, Gutscheine zu erwerben, die die Kunden nach der Wiedereröffnung zusammen mit einem 10%-Nachlass verwenden können.

Man wolle den Kontakt zu den Kunden über die Social Media-Plattformen aufrecht erhalten, so Andreas Pross in seiner Videoansprache. 

Laura Klesper

Mittwoch, 18. März, 17.25 Uhr: Günter Althaus äußert sich im schuhkurier Interview

Althaus erklärt im Gespräch mit schuhkurier: „Der Darwinsche Prozess, den ich 2018 beschrieben habe, wird sich leider beschleunigen. Der Blick in die Geschichte zeigt, dass es immer wieder äußere Einflussfaktoren gegeben hat, die solche Veränderungsprozesse vorangetrieben haben. Es ist auf Unternehmensseite wie bei den Menschen selbst. Wer ein gutes Immunsystem hat, wird es schaffen. Bedauerlich finde ich, dass wir in der Schuhbranche das Thema Spezialisierung weitgehend verschlafen haben. Spezialisierte Unternehmen haben es leichter in dieser Situation.
Die Corona-Krise wird die Schuhbranche doppelt treffen, weil die Unternehmen nicht zu Partnerschaft in der Lage sind. Es herrscht insbesondere im Verhältnis von Lieferant und Handel eine permanente Misstrauenskultur, die die Überwindung der Situation noch zusätzlich erschwert.“

Petra Steinke

Mittwoch, 18. März 2020, 16:00 Uhr, Berlin: Das Aus für die Panorama Berlin

Die Corona-Krise hat Folgen für die Veranstalter der Panorama Berlin. Geschäftsführer Jörg Wichmann zieht die Reißleine für die Messe auf dem Flughafen Tempelhof, die zuvor Ende Februar bereits Insolvenz angemeldet hatte. „Die derzeitige Entwicklung lässt uns leider keine Wahl. Wir mussten deshalb heute die Entscheidung treffen, die Ausrichtung der Panorama Berlin vom 30. Juni bis 2. Juli abzusagen“, so Messe-Chef Jörg Wichmann. „Wir sind sehr dankbar für den direkten Austausch und den konstruktiv geführten Gesprächen mit unseren Ausstellern. Mit der weiteren Zuspitzung der aktuellen Situation um das Coronavirus müssen wir aber auch erkennen, dass es in den nächsten acht bis zehn Wochen keine Planungssicherheit geben wird, die wir, aber auch unsere Partner für die Durchführung einesüberzeugenden Events im Sommer benötigen“, so Wichmann weiter.

Helge Neumann

Mittwoch, 18. März, 13.55 Uhr: BTE-Präsident Steffen Jost appelliert an die Vermieter

Die behördlichen Geschäftsschließungen in fast allen Bundesländern führen viele Textil- und Modegeschäfte an den wirtschaftlichen Abgrund, teilt der BTE Handelsverband Textil mit. Der BTE-Präsident Steffen Jost fordert Mietkürzungen für den Handel. „Ansonsten schlachten die Vermieter die Kuh, die sie melken wollen!“

 

Mittwoch, 18. März, 12 Uhr, München: Lederwarenhändler Peter Büscher in den heute-Nachrichten

 

Der Lederwarenfachhändler Peter Büscher aus München erklärt in den Heute-Nachrichten, welche Konsequenzen und Unsicherheit die Geschäftsschließung für ihn mit sich bringen. „Für uns ist es natürlich ein großer finanzieller Schaden“, erklärt er in der Sendung, die gestern um 12 Uhr mittags lief. 
Die Sendung ist in der Mediathek unter diesem Link abrufbar:
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/200318-heute-sendung-12-uhr-100.html

Tobias Kurtz

Mittwoch, 18. März, 11.47: Dr. Dominik Benner sieht große Verunsicherung im Handel.

In einem Interview mit schuhkurier erklärt der Unternehmer: „Die Lage ist dramatisch, da alle Läden geschlossen sind, die Lager voll und die Konten leer sind. Die Kosten laufen aber weiter. Viele Händler haben Existenzangst und sind extrem verunsichert, wie es weitergehen soll, da die Saison nicht mehr zu retten ist.“ 
Zugleich könne er für sein Unternehmen online ein Wachstum feststellen, vor allem bei Modeartikeln. Normale Schuhe und Kleidung bis 100 Euro laufe sehr gut. 
Als „sehr dreist" bezeichnete Benner Ansagen von Politikern wie Wirtschaftsminister Altmaier, dass in der Krise „keine Jobs verloren gehen.“ Unternehmer würden angelogen, so Benner. 

Die Schließung der Läden bewirkt laut dem Unternehmer eine Änderung der Kaufgewohnheiten. „Auf einmal kaufen 65jährige online Schuhe, was sie bisher nie gemacht haben. Dies verändert somit alles. Und der zweite Effekt ist die Krise: Wir werden nicht nur 2020, sondern auch 2021 eine Krise der Wirtschaft haben. Für Händler ist dies kritisch, weil die Konsumenten nun weniger ausgeben und Discounter ihre Schuh- und Textilanteile ausbauen in solchen Zeiten. Der Kunde tendiert dann, lieber mal die Kinderschuhe bei Aldi zu kaufen.“

 

Mittwoch, 18. März 2020, 8.30 Uhr, Offenbach: HDS/L erteilt Stornierungen eine Absage 

Der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) will den Handel in der Corona-Krise unterstützen. Wie gewohnt würden die Mitgliedsunternehmen alles daran setzen, ihre Partner im Handel zu unterstützen und bauen auf eine zukunftsorientierte, partnerschaftliche Zusammenarbeit. Es verstehe sich jedoch von selbst, dass Stornierungen bestellter Ware nicht möglich seien, teilt der Verband mit. Aber dennoch versuche der HDS/L die Interessen des Handels zu berücksichtigen. Die unterstützenden Maßnahmen der Schuh- und Lederwarenhersteller sehen vor, dass auf Wunsch Lieferungen der aktuellen Sommerware zu einem späteren Zeitpunkt versendet werden können und damit auch später in Rechnung gestellt werden. Die daraus entstehende Verlängerung der Zahlungsfristen sollen dem Handel in der aktuell schwierigen Lage mehr Planungssicherheit geben und helfen, Engpässe bei Logistik und Lagerhaltung zu vermeiden.

Helge Neumann

 

Dienstag, 17. März, 14.30 Uhr, Neuss: Assima-Geschäftsführer Dimitrios Ioannidis wendet sich in einem Schreiben an die Vertragslieferanten

„Aufgrund der aktuell sehr dynamischen Entwicklung der Pandemie durch das Coronavirus auf das öffentliche als auch private Leben, schränken die Entscheidungen der Bundes- und Landesregierungen den Lederwarenhandel besonders stark und in einer noch nie da gewesenen Form ein“, heißt es in dem Schreiben der Lederwaren-Verbundgruppe Assima an ihre Vertragslieferanten.

Der Reise- und Tourismusverkehr sei quasi auf null heruntergefahren. „Die Frequenzen in den Geschäften sind seit März stark eingebrochen, und es wird zur vorübergehenden Schließung der Geschäfte kommen, deren Dauer nicht bekannt ist. Die wirtschaftlichen Auswirkungen für den Handel als auch für die herstellenden Unternehmen sind aktuell nicht abzusehen. Es ist damit zu rechnen, dass die Geschäfte mindestens bis Ostern geschlossen sein werden und dass dieser Zustand bis in den Mai hinein bestehen bleibt.“

Um die Umsatzeinbußen abzufedern, appelliert Ioannidis auf partnerschaftliche Lösungen. „Kurzschlussreaktionen und panische Aktivitäten helfen nicht weiter. Die einseitige Stornierung von Aufträgen oder Annahmeverweigerung von Warenlieferungen sind kein Mittel, um diese Krise zu durchstehen.“

Der Assima-Geschäftsführer erinnert an den Geist der Lederwarenbranche, die seit jeher „sehr eng“ zusammenarbeite. „Machen wir uns das zunutze. Die Zentralregulierung schafft in Zeiten wie diesen eine Absicherung und Planbarkeit für beide Seiten. Jetzt zählt umso mehr, gemeinsame Lösungen zu schaffen. Durch Gewährung von Valuten, Lieferverschiebungen oder durch Auslieferungsstopps kann die Last verteilt werden.“

Und weiter: „Die Aufgabe der Assima wird sein, Händler und Hersteller gemeinsam bestmöglich und gestärkt durch die Krise zu führen. Wir werden Sie daher über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

In diesem Sinne. Bitte bleiben Sie gesund und geben wir alle Acht aufeinander!“
 

Dienstag, 17. März 2020, 14:00 Uhr, Trier: Rudolf Berg bleibt kämpferisch

Rudolf Berg erlebt den letzten Tag vor der Schließung seines Geschäfts „Berg - Schuhe zum Leben“ in Trier – und das schon zum zweiten Mal. „Wir dachten bereits gestern, dass abends Schluss sei“, so der Schuhhändler. Die Aussagen von Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, seien bezüglich des Zeitpunkts der Geschäftsschließungen missverständlich gewesen. Entsprechend haben heute bereits zahlreiche Läden in Trier geschlossen und die Frequenz in der Innenstadt ist nur gering. Lediglich im Kinderschuhbereich ist noch gut zu tun. „Der Bedarf ist da“, so Berg.

Grundsätzlich befürworte er die Entscheidung der Bundes- und Landesregierung, den Einzelhandel zu schließen, um so die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, sagt Berg. „Aber fest steht auch: Es wird eine harte Zeit.“ Dabei komme seinem Unternehmen nun der eigene Onlineshop sehr zugute. „Ich bin heilfroh, dass wir den Webshop haben. Auch wenn wir darüber nicht alle Umsatzverluste auffangen können, wird er uns doch ganz sicher helfen.“ Um den Kanal weiter zu stärken, plant Berg die Schaltung von Anzeigen in der lokalen Tageszeitung sowie den Ausbau der Aktivität auf mehreren Online-Plattformen. 

Zuversicht bezieht der Händler auch aus der Mitgliedschaft in der ANWR. „Es beruhigt, eine starke Verbundgruppe im Rücken zu haben.“ Ein weiterer Lichtblick seien die vielen guten Gespräche, die er aktuell mit Lieferanten führe, berichtet Rudolf Berg weiter. „Wir müssen viel miteinander sprechen und versuchen, faire Lösungen für alle Beteiligten zu finden. Wir sitzen alle in einem Boot!“ Abschließend zeigt sich der Händler kämpferisch. „Auch wenn es nicht einfach wird, werden wir diese Krise überstehen. Da bin ich sicher!“

Helge Neumann

 

Dienstag, 17. März 2020, 13:30 Uhr, Köln: BDSE fordert finanzielle Hilfen für den Handel

Der Handelsverband Schuhe (BDSE) rechnet aktuell damit, dass sich die Situation rund um Covid-19 in den nächsten Wochen weiter verschärfen wird. Der Verband fordert schnelle finanzielle Unterstützung. „Gerade die vielen kleinen und mittleren Unternehmen brauchen jetzt sofortige Hilfe, damit sie die Krise überbrücken können“, so BDSE-Geschäftsführer Dr. Siegfried Jacobs gegenüber schuhkurier. Der BDSE empfehle daher dem Schuhhandel, sich spätestens jetzt mit dem Thema „Kurzarbeitergeld“ und den staatlichen Liquiditätshilfen auseinanderzusetzen. Darüber hinaus sei wichtig, dass Handel und Industrie „in fairer Weise“ Lösungen für Fragen rund um die Warenauslieferung finden. 

Helge Neumann

 

Dienstag, 17. März 2020, 12.30 Uhr, Heilbronn: SABU beschließt umfassendes Maßnahmenpaket

Die Heilbronner Verbundgruppe SABU stellt ihren Mitgliedsunternehmen umfangreiche Hilfsmaßnahmen einschließlich verschiedener Finanzierungsangebote zur Verfügung. Dies berichtet SABU-Geschäftsführer Stephan Krug auf schuhkurier-Nachfrage. Bereits am Vortag war ein entsprechender Newsletter an den Handel verschickt worden. 

Mit verschiedenen Lieferanten werde über einen Lieferstopp verhandelt, der bis voraussichtlich Mitte April gelten soll. „Wenn das Handelsgeschehen wieder anläuft, was hoffentlich in absehbarer Zeit der Fall sein wird, hoffen wir auf großzügige Valutierungen einerseits, andererseits auf Kulanz bei Teil-Stornierungen“, so Krug. Auch hierzu sei man mit der Industrie in Gesprächen.

Petra Steinke

Dienstag, 17. März 2020, 10.15 Uhr, Neulengbach, Österreich: Schuhhändlerin Martha Gruber freut sich über Solidarität

Martha Gruber ist eine Institution im kleinen und beschaulichen Neulengbach vor den Toren vor Wien. Seit 30 Jahren leitet sie das Schuhgeschäft Marthas Schuhkastl und versorgt Jung und Alt mit Modellen von Think, Gießwein, Superfit, Lloyd, Gabor, Ecco und anderen namhaften Herstellern.

Seit Freitag, 13. März ist für sie und ihr Team klar: das Geschäft bleibt vorerst geschlossen. Einen Onlineshop gibt es nicht. Und nun? „Im Laufe des Tages kam mir dann der Blitzgedanke. Wir starten eine Rabattaktion,“ beschreibt Martha Gruber ihre Situation gegenüber schuhkurier. Kunden überweisen dem Geschäft Geld und kriegen im Gegenzug einen Gutschein über zehn Prozent auf den nächsten Einkauf, sobald das Geschäft wieder eröffnet werden kann.

„Es war einen Versuch wert, bevor wir auf unbestimmte Zeit keine Schuhe mehr verkaufen können,“ so die Inhaberin. Und tatsächlich fand das Angebot regen Anklang. „Wir haben inzwischen so viele Zuschriften bekommen, dass wir locker mehrere Monate an Ladenmiete sicher haben,” freut sich Martha Gruber über die Solidaritätsbekundungen ihrer Mitmenschen. Man stehe zwar mit dem Vermieter in Kontakt, um eine etwaige Mietminderung zu erwirken, aber es sei ein gutes Gefühl, solch einen Zuspruch zu bekommen.
Pläne hat Martha Gruber für die Zukunft auch schon geschmiedet. „Wissen Sie, wofür ist das eine Gelegenheit,“ schmunzelt sie. Man habe durch den Shutdown zwar einige Einschränkungen zu ertragen, aber dafür genügend Gelegenheiten für Projekte, die sonst nicht möglich wären.

Eines davon – ein großes Fest, sobald alles wieder normal läuft. „Wir haben bereits einen lokalen Sponsor gefunden und möchten nach der Wiedereröffnung eine große Party mit allen Freunden und Kunden feiern, um zu zeigen, dass wir noch da sind und auch Corona uns nicht aufhalten kann!“

Laura Klesper


Dienstag, 17. März 2020, 9.30 Uhr: Peter Büschers vorerst letzter Verkaufstag

Fachhändler Peter Büscher (Maria Büscher Lederwaren) öffnet heute vorerst zum letzten Mal sein Geschäft. Ab morgen muss er schließen. „Ich hoffe, dass wir mit 14 Tagen bis drei Wochen durchkommen.“ Doch auch danach bleibe es schwierig. „Unser Steckenpferd sind Koffer. Wenn die Leute nicht verreisen, wird uns das hart treffen.“

Die Maßnahmen der Politik hält Büscher teilweise für nicht durchdacht. Die Lieferkette des Online-Handels über Verpackungs- und Verteilzentren und Zusteller ziehe mehr direkte Kundenkontakte nach sich als der Verkauf im Fachhandel, wo er pro Tag einige wenige Kunden einzeln berate. Discounter verkauften zudem auch Fernseher oder eben Lederwaren. „Das ist nichts anderes, als wenn wir unsere Kunden bedienen.“

Tobias Kurtz

 

Dienstag, 17. März 2020, 9.30 Uhr, Böblingen: Fachhändler Ralf Maurer hängt in der Luft

„Heute morgen ist die Lage im Land noch absolut unklar“, berichtet Fachhändler Ralf Maurer (Maurer Lederwaren). Neben seinem Stammhaus in Böblingen (Baden-Württemberg) führt er drei Filialen in Shopping-Centern. Deren Management werde heute mitteilen, ab wann die Läden geschlossen werden sollen.

Aktuell beschäftigen ihn verschiedene Themen. Wie etwa funktioniert Kurzarbeitergeld? „Damit haben wir keine Erfahrung.“ Von der Assima und vom Steuerberater erhalte er hier aber die notwendige Unterstützung. In den Centern stelle sich zudem die Frage nach den Mieten.

Ein zumindest kleiner Lichtblick: Bis gestern Nachmittag (16. März) sei das Schulranzengeschäft gut gelaufen. „Vielleicht suchen die Kunden im inhabergeführten Fachhandel auch ein Stückchen Normalität.“

Tobias Kurtz

 

Montag, 16. März 2020, 18.00 Uhr, Berlin: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel verkündet drastische Einschnitte

In einer Pressekonferenz erklärt Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass zahlreiche Geschäfte in Deutschland sollen. Dazu gehören auch Schuh- und Lederwarenhändler.

Petra Steinke


Montag, 16. März 2020, Olgiate Comasco, Italien: Bric's-Chef wendet sich an seine Geschäftspartner

Pietro Briccola, Geschäftsführer des italienischen Reisegepäck-Spezialisten, informiert in einem Kundenschreiben, „dass es uns allen von der Firma Bric‘s Industria Valigeria Fine und unseren Familien gut geht, wir sind alle gesund!“
Das Unternehmen habe beschlossen, „die Produktion für die maximale Sicherheit unserer Mitarbeiter zu schließen“. Versand- und kommerzielle Backoffice-Abteilung liefen in reduzierten Umfang weiter. „Wir desinfizieren unsere Arbeitsumgebung zweimal täglich und alle unsere Mitarbeiter arbeiten sicher mit allen von der Regierung vorgeschriebenen Hygienegeräten.“

Abschließend schreibt Pietro Briccola: „Ich möchte Ihnen persönlich versichern, dass wir alle bereit sind, diesem traurigen und schwierigen Moment mit Kraft und Zuversicht zu begegnen. Der Versand Ihrer Bestellungen erfolgt regelmäßig.“

Tobias Kurtz

Tobias Kurtz / 14.04.2020 - 15:46 Uhr

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