Detailhandel

Schweiz: Modehandel verliert Umsätze

Seit 2010 hat sich der Umsatz von Onlinehändlern in der Schweiz fast verdoppelt. Darunter litt der stationäre Modehandel auch im vergangenen Jahr.

Die nominalen Umsätze des Schweizer Detailhandels stagnierten 2019. Das geht aus der aktuellen „Retail Outlook“-Studie der Unternehmensberatung Fuhrer & Hotz in Kooperation mit der Credit Suisse hervor. Dabei verharrte die Kaufkraft etwa auf Vorjahresniveau. Einzig das Bevölkerungswachstum habe den stationären Detailhandel 2019 gegen die zunehmende Konkurrenz aus dem Online-Handel und die erhöhte Attraktivität des Einkaufstourismus gestützt, heißt es in der Analyse. Insbesondere das Segment Kleider und Schuhe habe weiterhin unter dem Strukturwandel gelitten und und war im Non-Food-Bereich für den insgesamt leichten Rückgang verantwortlich (−0.3%).

Der Bekleidungsdetailhandel verbuchte erneut einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr. Jedoch fiel das Minus nicht ganz so stark aus, wie das im letzten Jahr der Fall gewesen war. Die Witterungsbedingungen spielten 2019 eher in die Karten der Modehändler als 2018. Nach wie vor verlor der stationäre Bekleidungsdetailhandel aber Marktanteile an den Online-Handel − insbesondere an Zalando. Das führte zu einem nominalen Umsatzrückgang von −4.5%. Derweil stiegen die Preise jedoch um rund 2.1%, was zum Teil auch auf die höheren Importpreise für Bekleidung zurückzuführen war. Entsprechend sanken die realen Umsätze um −6.7%.

Insgesamt erwirtschafteten die Onlinehändler in der Schweiz einen Umsatz in Höhe von rund 9,5 Mrd. Schweizer Franken (CHF). Davon gingen 80% auf Schweizer Anbieter zurück (7.6 Mrd. CHF) und die restlichen 20% (1,9 Mrd. CHF) auf ausländische Online-Händler. Ein maßgeblicher Faktor ist dabei Zalando: Im Jahr 2019 dürfte der Online-Riese aus Berlin sich in der Schweiz nochmals gesteigert und rund 900 Mio. CHF umgesetzt haben.

Helge Neumann / 07.01.2020 - 14:01 Uhr

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