Corona-Pandemie

Service: Dürfen Kinderschuhe nun doch verkauft werden?

Auch das Verkaufen von Kinderschuhen ist in Zeiten von Corona problematisch. (Foto: Blue Seven)
Auch das Verkaufen von Kinderschuhen ist in Zeiten von Corona problematisch. (Foto: Blue Seven)

Für Irritationen sorgt derzeit eine Meldung, nach der es unter bestimmten Auflagen erlaubt sein soll, trotz Ladenschließung Kinderschuhe zu verkaufen. schuhkurier fragte in allen Bundesländern nach. 

Die in der Branche kursierende Meldung zur Sondergenehmigung für den stationären Verkauf von Kinderschuhen geht offenbar auf einen Einzelfall zurück. Unsere Redaktion hat in allen Bundesländern nachgefasst. Das Ergebnis sehen Sie im folgenden Überblick. 

Baden-Württemberg: Verkaufsstellen des Einzelhandels müssen geschlossen sein, sofern sie nicht in § 4 Abs. 3 Corona-VO explizit aufgeführt sind. Kinderschuhe sind dort nicht genannt. Es muss also bei einer Schließung bleiben.

Bayern: In der vom Handelsverband Bayern veröffentlichten Positivliste finden sich keine Kinderschuhe. Im Freistaat Bayern dürfen demnach keine Kinderschuhe stationär verkauft werden. 

Berlin: Die Verordnung des Berliner Senats zur Eindämmung des Coronavirus sieht keine Sonderbehandlung z.B. für das Segment Kinderschuhe vor.  

Brandenburg: Für Brandenburg gilt: „Keine Ausnahmen!“ Der Handelsverband betonte auf schuhkurier-Anfrage, dass Kinderschuhe nicht stationär verkauft werden dürfen.

Hamburg / Schleswig-Holstein: / Mecklenburg-Vorpommern: Für die drei Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist der Handelsverband Nord zuständig. Gegenüber schuhkurier erklärt ein Sprecher: „Wir halten die Regelung aus dem Landkreis Harburg für nicht zulässig. Hier wird die Allgemeinverfügung der Landesregierung von Niedersachsen unterlaufen. Allerdings dürfte diese Genehmigung bereits in Kürze wieder einkassiert werden. Ansonsten würde ein Wildwuchs drohen." Die Hansestadt Hamburg hat zudem eine Auslegungshilfe veröffentlicht, die klären soll, ob ein Geschäftsangebot öffnen darf. Diese Liste finden Sie hier.

Hessen: Die Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus sieht keine Ausnahmen z.B. für Händler, die Kinderschuhe verkaufen, vor. Eine explizite Anfrage beim Wirtschaftsministerium läuft derzeit.

Niedersachsen / Bremen: Der Landkreis Harburg ist Ausgangspunkt der Diskussion um den Verkauf von Kinderschuhen. Hier deklarierten die Verantwortlichen des Kreises Kinderschuhe als Sondersortiment, das auch weiterhin stationär verkauft werden könne - allerdings unter Auflagen. Wie lange es dabei bleibt, ist fraglich. So ergab eine schuhkurier-Anfrage beim Handelsverband Niedersachen/Bremen, dass in Kürze eine Weisung der Landesregierung an die Landkreise ergehen soll, in der die Sondersortimente klar definiert werden sollen, so wie es in anderen Bundesländern (z.B. Bayern) bereits der Fall sei. 

Nordrhein-Westfalen: Hier teilt die Landesregierung auf schuhkurier-Anfrage mit: „Kinderschuhe zu verkaufen, ist stationär nicht möglich – auch nicht unter Auflagen oder in Einzelberatung. Die Geschäfte sind zu schließen.“

Rheinland-Pfalz: Nach Abstimmung mit der Rechtsabteilung des Gesundheitsministeriums wird auf schuhkurier-Anfrage erklärt: „Es gibt keine Ausnahme für Kinderschuhgeschäfte.“

Saarland: Laut Auskunft des Wirtschaftsministeriums gibt es keine Ausnahmen für Händler mit Kinderschuhen: „Die Ladengeschäfte müssen geschlossen bleiben.“

Sachsen: Grundsätzlich sind im Freistaat Sachsen seit dem 19. März 2020 alle Geschäfte geschlossen. Geöffnet bleiben dürfen nur Einrichtungen, die für das tägliche Leben benötigt werden und die eine lückenlose Versorgung sicherstellen. Kinderschuhgeschäfte fallen nicht in diese Kategorie. Weitere Auskünfte erteilen die Ansprechpartner des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Telefon: 0351 564-55860 (Montag–Freitag 8.00–17.00 Uhr)
E-Mail: corona-av(at)sms.sachsen.de

Sachsen-Anhalt: Am 17. März 2020 hatte Sachsen-Anhalts Landesregierung weitreichende Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, und die Schließung zahlreicher Einrichtungen angeordnet, darunter ein Großteil des Einzelhandels. Ausnahmeregelungen für den Handel mit Kinderschuhen sind nicht vorgesehen.

Thüringen: In Thüringen gibt es keine Ausnahmeregelung für Schuhhändler mit Kinderschuhen im Sortiment. Dies teilte das Arbeitsministerium auf schuhkurier-Anfrage mit.

           
Petra Steinke / 23.03.2020 - 14:29 Uhr

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