Nachhaltige Produktion

So sehen die neuen Oeko-Tex-Regelungen aus

Oeko-Tex-Generalsekretär Georg Dieners (Foto: Samuel Trümpy)
Oeko-Tex-Generalsekretär Georg Dieners (Foto: Samuel Trümpy)

Die Oeko-Tex Association hat ihre Richtlinien, Prüfkriterien und Grenzwerte aktualisiert. Alle Neuregelungen treten am 1. April 2020 endgültig in Kraft. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Im Jahr 2019 wurde die „STeP-Zertifizierung“ auf Lederproduktionsstätten ausgeweitet. Nach der Einführung des Made in Green-Labels 2015 für Textilien können ab sofort auch Lederprodukte mit dem Nachhaltigkeitslabel ausgezeichnet werden, teilt die . Derart gelabelte Lederartikel sind gemäß „Leather Standard“ auf Schadstoffe geprüft und nach „STeP“-Kriterien (Sustainable Textile & Leather Production) an sozialverträglichen Arbeitsplätzen in umweltfreundlichen Betrieben produziert. Damit können Konsumenten nun auch bei Lederwaren wie Bekleidung, Schuhen oder Taschen anhand einer Produkt-ID oder dem spezifischen QR-Code auf dem Label zurückverfolgen, in welchen Ländern und Produktionsbetrieben der Artikel hergestellt wurde. Um die Einhaltung der geforderten Kriterien in den Produktionsbetrieben vor Ort zu kontrollieren, führt Oeko-Tex Betriebsstätten-Prüfungen durch. Von Greenpeace wurde „Made in Green“ laut Oeko-Tex als eines der strengsten Label auf dem Markt eingestuft.

Oeko-Tex: Neuerungen in den Grenzwertkatalogen

Nach einem Jahr unter Beobachtung wurden die krebserregenden N-Nitrosamine und N-nitrosierbaren Substanzen in den Standard 100 sowie den Leather Standard aufgenommen. Auch das Herbizid Glyphosat und seine Salze halten nach einem Jahr unter Beobachtung endgültig Einzug in die Grenzwertkataloge des Standard 100. Für den Totalgehalt der toxischen Schwermetalle Arsen und Quecksilber wurden spezifische Grenzwerte festgelegt.

Oeko-Tex nimmt 2020 diverse Substanzen aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen bzw. Konformität mit einschlägigen Vorgaben neu unter Beobachtung. Dies betrifft vor allem einige neue als SVHC eingestufte Substanzen, die nach der REACH-Verordnung zum Schutz der menschlichen Gesundheit und Umwelt mit besonders gefährlichen Eigenschaften identifiziert worden sind sowie Substanzen aus der Gruppe der Arylamine. Aber auch diverse Farbstoffe, Pestizide und perfluorierte Verbindungen werden künftig genau unter die Lupe genommen.

Der sichere Umgang mit Chemikalien und die Abwasserprüfung in den Produktionsstätten sind ein wichtiger Bestandteil der STeP-Zertifizierung. Um den komplexeren Anforderungen in der Textil- und Lederproduktion gerecht zu werden, wird „Detox to Zero“ ab dem 1. April 2020 ein obligatorisches Element für STeP-zertifizierte Betriebe, die Wasser und Chemikalien in großem Umfang einsetzen (Nassbetriebe). 
Ein kostenfreies Webinar zu den Neuregelungen 2020 für sämtliche Oeko-Tex Produkte ist ab Ende Januar 2020 über die Webseite www.oeko-tex.com abrufbar. Hier finden sich auch die Neuregelungen sind im Detail.

Oeko-Tex in Kürze

Oeko-Tex besteht nach eigenen Angaben aus einem Zusammenschluss von 18 unabhängigen Forschungs- und Prüfinstituten auf dem Gebiet der Textil- und Lederökologie in Europa und Japan mit Kontaktbüros in mehr als 60 Ländern. Gemeinschaftlich sind die Partnerinstitute für die Entwicklung der Prüfmethoden und Grenzwerte verantwortlich.

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Tobias Kurtz / 07.01.2020 - 14:00 Uhr

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