Statistisches Bundesamt

So wirkt sich die Senkung der Mehrwertsteuer aus

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, dürfte die angekündigte Mehrwertsteuersenkung bei vollständiger Weitergabe an die Verbraucher einen Rückgang der Verbraucherpreise um rein rechnerisch 1,6% verursachen.

Die Steueränderungen wirken sich laut Destatis jedoch nicht auf alle Waren und Dienstleistungen des Warenkorbs der Verbraucherpreisstatistik gleichermaßen aus. Rund 70% der im Warenkorb enthaltenen Güter sind mit dem vollen Steuersatz (19%) oder dem ermäßigten Steuersatz (7%) behaftet. Dagegen sind rund 30% der Güter von der Mehrwertsteuerpflicht befreit. Deshalb wird sich die Mehrwertsteuersenkung auf die einzelnen Gütergruppen unterschiedlich auswirken. Beispielweise haben die Steuersenkungen einen Einfluss auf Nahrungsmittel und Schuhe und Bekleidung. Hier könnten die Verbraucherpreise um 1,9% bzw. 2,5% sinken. Wohnungsmieten, die einen hohen Anteil an den Verbrauchsausgaben haben, sind hingegen nicht betroffen. 

Im Rahmen der letzten Änderungen der Mehrwertsteuersätze im Januar 2020 wurde der Mehrwertsteuersatz für Bahnfahrkarten im Fernverkehr, für E-Books und für Hygieneprodukte wie Tampons von 19% auf 7% abgesenkt. Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Verbraucherpreise fielen – wie bereits in der Vergangenheit – unterschiedlich aus. So gingen zum Beispiel die Preise für Hygieneprodukte schon im Vorfeld der Steuersenkung zurück. Die Preise für Bahnfahrkarten für den Fernverkehr sanken im Januar 2020 um 10%. Inwieweit die für Juli angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben wird, sei derzeit noch unklar, da eine vollständige Weitergabe nicht gesetzlich verordnet sei, teilt Destatis mit. Auch seien die tatsächlichen  Auswirkungen auf die Inflationsrate nur schwer abschätzbar, da die Preisentwicklung insgesamt auch von vielen anderen Effekten bestimmt werde.

Helge Neumann / 15.06.2020 - 07:31 Uhr

Weitere Nachrichten

Petra Steinke (Foto: Redaktion)

Kommentar: Was bleibt?

Kommentar von Petra Steinke

Unsere Branche wird „nach Corona“ nicht mehr so sein wie vorher. Wir haben es früh geahnt und oft verdrängt – und allmählich manifestiert sich die Erkenntnis: Das ist nicht einfach ein markiger Spruch, den man so daher sagt, weil das schlau klingt. Es ist schlicht die Realität. Was bleibt, wenn die Krise vorbei ist?