„Der Point of Sale ist nicht tot“

Studie: Kauf auf Rechnung bleibt besonders beliebt

Payment gewinnt als Servicefaktor im Onlinehandel an Bedeutung für die Kunden. Der Ratenkauf gehört bei größeren Anschaffungen zu den drei wichtigsten Zahlarten. 

Die Corona-Pandemie verändert das Einkaufsverhalten der Kunden. So lässt sich eine Verschiebung vom stationären Handel zugunsten des E-Commerce feststellen. Während Einkäufe im Laden teils gezwungenermaßen abnehmen, wird das Onlineshopping umso beliebter. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Studie „Shopping 2020 – Entwicklungen des Konsumentenverhaltens und die Relevanz des Ratenkaufs“ von IFH Köln und TeamBank AG, für die 1.050 Konsumenten hinsichtlich ihres Einkaufs- und Bezahlverhaltens befragt wurden. 

Insbesondere Heavy-Onlineshopper (kaufen mindestens einmal pro Woche online ein und erledigen durchschnittlich mindestens die Hälfte ihrer Einkäufe im Internet) sind in Krisenzeiten noch weniger in Ladengeschäften anzutreffen. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass Konsumenten durchaus den Wunsch nach Einkäufen vor Ort verspüren. Der Anteil der Befragten, die mehrmals pro Woche ein Ladengeschäft besucht haben, ist in den Kalenderwochen 24 bis 31 um starke 49% gestiegen. Dies zeigt das große Bedürfnis nach dem Einkaufserlebnis im stationären Handel. 

In puncto Bezahlung bleiben Rechnung (93%) und PayPal (85%) weiterhin die beliebtesten Zahlungsverfahren der Befragten für den Onlinekauf. Bei der Wahl des Zahlungsverfahrens achten Konsumentinnen und Konsumenten vermehrt auf die Faktoren Sicherheit und Convenience, wobei Sicherheitsaspekte deutlichen Vorrang genießen. Dennoch fallen eine einfache Rückerstattung (88%) und eine unkomplizierte Bedienung (86%) sowie die Schnelligkeit des Zahlungsvorgangs (80%) bei der Auswahl ins Gewicht. 

„Der Point of Sale ist nicht tot. Vielmehr zeigen die Ergebnisse sehr deutlich, dass es auf kluge Cross-Channel-Lösungen ankommen wird, um als Händler auch morgen noch relevant für die Kundinnen und Kunden zu sein“, erläutert Mailin Schmelter, stellvertretende Bereichsleiterin Customer Insights beim IFH Köln. Dennoch zeige sich eine allgemeine Kaufzurückhaltung, die auf die unsichere finanzielle Situation der Konsumenten infolge der Pandemie zurückzuführen sei.

Während sich bei den meisten Zahlungsverfahren online kaum Änderungen der Nutzung im Vergleich zum Vorjahr ergeben, hat sich die Nutzung des Ratenkaufs um acht Prozentpunkte erhöht. 47% der Befragten geben demnach an, einen Ratenkauf schon einmal als Zahlungsverfahren im Internet genutzt zu haben. Insbesondere bei hohen Warenkörben setzen immer mehr Konsumenten auf den Ratenkauf. So landet er bei Bestellungen über 500 Euro auf Platz drei der Lieblingszahlungsverfahren. 

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Helge Neumann / 15.10.2020 - 11:06 Uhr

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