Insolvenz Tom Tailor Holding SE

Taschen-Lizenzen von Beheim laufen weiter

Michael Beheim (Foto: Beheim Int. Brands)
Michael Beheim (Foto: Beheim Int. Brands)

Die Lizenz-Kollektionen Tom Tailor Bags und Tom Tailor Denim Bags sind vom Insolvenzverfahren der Tom Tailor Holding SE nicht betroffen.

Wie die Tom Tailor Holding mitteilt, sichere ein zusätzlicher Betriebsmittelkredit für die Tom Tailor GmbH in Höhe von 100 Mio. Euro die aktive Weiterentwicklung der Modemarke Tom Tailor.

Gleichzeitig erkennen die Bürgschaftsgeber keine ausreichende Finanzierungs- und Bürgschaftsfähigkeit der Bonita GmbH und demzufolge auch der Tom Tailor Holding SE an, deren Schutzschirm- bzw. Insolvenzverfahren im Zuge dessen angemeldet wurden.

Die bis zum 30. September 2024 angelegte Finanzierung für die Tom Tailor GmbH sei durch eine Bürgschaft von Bund, der Freien und Hansestadt Hamburg sowie dem Land Nordrhein-Westfalen gesichert und werde durch das bestehende Bankenkonsortium bereitgestellt werden. Darüber hinaus werde die bisherige Finanzierung für Tom Tailor bis September 2024 verlängert. Auf dieser Grundlage könne Tom Tailor sein Geschäft mit den rund 3.400 Mitarbeitern und den gewachsenen Verbindungen zu Handelspartnern und Lieferanten aktiv vorantreiben, so das Unternehmen aus Hamburg.

Dazu gehört auch der Taschenspezialist Beheim International Brands, der für die Lizenzkollektionen Tom Tailor Bags und Tom Tailor Denim Bags verantwortlich zeichnet. „Wir möchten darauf hinweisen, dass diese Schutzschirm- bzw. Insolvenzverfahren keinerlei Auswirkungen auf unsere Geschäftsbeziehung mit der Tom Tailor GmbH haben“, teilt Beheim-Geschäftsführer Michael Beheim mit. „Alle Prozesse gehen weiterhin ihren gewohnten Gang. In diesem Sinne wurde erst der Lizenzvertrag zwischen der Tom Tailor GmbH und Beheim um weitere fünf Jahre verlängert.“ Nicht zuletzt habe die starke Positionierung im Markt und die erfolgreiche Geschäftsentwicklung über die letzten Jahre dazu beigetragen, dass der Tom Tailor GmbH zusätzliche Finanzmittel bereitgestellt worden sind. 
Auch der Schuhlizenzpartner Supremo erwartet von der Insolvenz der Tom Tailor Holding keine negativen Auswirkungen. Das bestätigte Supremo-Geschäftsführer Christoph Gessner gegenüber schuhkurier. „Supremo ist von der Insolvenz der Tom Tailor Holding nicht betroffen. Als Inhaber der Schuhlizenz arbeiten wir wie gewohnt weiter. Es wird zu keinerlei Beeinträchtigung der Auslieferung der Herbst/Winter-Ware kommen und auch die Order für Frühjahr/Sommer läuft regulär. Supremo und Tom Tailor werden die gute Zusammenarbeit auch nach Abschluss des Insolvenzverfahrens fortsetzen.“

 

Tom Tailor will neu durchstarten

 

„Für Tom Tailor als Modemarke und die Tom Tailor GmbH gilt es nun durchzustarten. Diese Chance werden wir nutzen“, sagt Gernot Lenz, Geschäftsführer der Tom Tailor GmbH und CEO der Tom Tailor Group. Die Markenattraktivität solle durch gezielte Investitionen in Produktqualität weiter gesteigert werden. Damit einhergehend werde der Nachhaltigkeitsaspekt noch stärker in den Fokus gerückt. Durch eine konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Endkunden sowie ganzheitliche Marketing- und CRM-Aktivitäten solle der gesamte „Customer Lifetime Value“ erhöht werden. „Die letzten Wochen haben uns erneut gezeigt, wozu unsere starken Teams unter Extremsituationen, verbunden mit hohem Einsatz, Agilität und Unternehmertum, fähig sind. Dies stimmt uns für die kommenden Monate sehr zuversichtlich“, so Gernot Lenz. Das Management der Tom Tailor GmbH sei dank der zusätzlichen, langfristigen Finanzierung davon überzeugt, an die positive Entwicklung aus dem Jahr 2019 anknüpfen zu können.

 

Bonita zieht Holding in Insolvenz

 

Die Folgen der Corona-Pandemie haben die Tom Tailor Group im bisherigen Jahresverlauf 2020 nach eigenen Angaben mit voller Härte getroffen. „Wie alle Akteure in der Modeindustrie ist auch die Tom Tailor Group sehr stark durch die aktuelle Krise belastet. Wir haben seit dem ersten Quartal 2020 Tag und Nacht um die Fortführung und die Finanzierung aller Unternehmenseinheiten innerhalb der Tom Tailor Group gekämpft“, erläutert Christian Werner, CFO der Tom Tailor Group und Geschäftsführer der Tom Tailor GmbH. „Leider ist heute beschieden worden, dass keine ausreichende Finanzierungs- und Bürgschaftsfähigkeit der Bonita GmbH vorliegt.“

Vor diesem Hintergrund habe die Bonita GmbH am 8. Juni aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit die Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Aufgrund ihrer gruppeninternen Verpflichtungen gegenüber der Bonita GmbH sei eine Insolvenz bei der Tom Tailor Holding SE unausweichlich. Der Vorstand der Gesellschaft habe daher entschieden, beim zuständigen Amtsgericht Hamburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu beantragen. „Die Tom Tailor GmbH und damit die Marke Tom Tailor ist von diesem Antragsverfahren nicht betroffen und kann insbesondere unter Verwendung der zugesagten Mittel das operative Geschäft wie geplant weiterentwickeln. Das Schutzschirmverfahren gibt Bonita die Möglichkeit, die eingeleitete Restrukturierung konsequent fortzuführen”, so Christian Werner.

Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Tobias Kurtz / 09.06.2020 - 15:09 Uhr

Weitere Nachrichten