Interview mit Oliver Reichert

Trotz Corona: Birkenstock wächst weiter

Birkenstock-CEO Oliver Reichert (Foto: Birkenstock/Michael Berger)
Birkenstock-CEO Oliver Reichert (Foto: Birkenstock/Michael Berger)

Für Birkenstock läuft das Jahr 2020 sehr gut. Der deutsche Schuhhersteller wird einen neuen Umsatzrekord erzielen. Wie das Unternehmen auf die Corona-Krise reagiert, erklärt CEO Oliver Reichert in einem Interview. 

Birkenstock kann auch im Geschäftsjahr 2020, das am 30. September endet, wachsen. Das erklärte CEO Oliver Reichert in einem Interview mit dem amerikanischen Fachmagazin Footwear News. Demnach werde man den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern können. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte Birkenstock Erlöse in Höhe von 721,5 Mio. Euro. Das EBIT werde jedoch leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen, so Reichert. Dieses lag 2019 bei 160,7 Mio. Euro. „Birkenstock ist ein sehr gesundes Unternehmen“, so der CEO in dem Interview. Berücksichtige man die zweimonatige Schließung der Produktion im Zuge des Lockdowns, habe das Unternehmen in zehn Monaten nahezu die gleichen Zahlen erreichen können wie zuvor in zwölf Monaten. Oliver Reichert: „Wir haben in den vergangenen Monaten gezeigt, das Birkenstock ’kugelsicher’ ist.“

Die größter Herausforderung während des Lockdowns im Frühjahr sei das Sourcing gewesen. So beziehe Birkenstock das Leder aus Italien. „Und wenn wir nicht genügend Leder aus Italien bekommen, stecken wir in sehr großen Schwierigkeiten“, schilderte Reichtert die Situation. Um dieser Gefahr aus dem Weg zu gehen, habe man angefangen, sehr viel Material einzukaufen, obwohl die Frühjahr/Sommer-Ware bereits ausgeliefert und rund 11 Mio. Paar Schuhe eingelagert waren. „Wir haben trotzdem in Italien wie die Verrückten jedes Stückchen Leder gekauft, das wie bekommen konnten.“ Das sei eine sehr mutige Entscheidung gewesen, die sich rückblickend jedoch für Birkenstock ausgezahlt habe. 

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Helge Neumann / 23.09.2020 - 10:11 Uhr

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