Interview zur Gallery Fashion & Shoes

Ulrike Kähler: „Nicht den Mut verlieren“

Ulrike Kähler (Foto: Igedo Company)
Ulrike Kähler (Foto: Igedo Company)

Wie ist die Gallery Fashion & Shoes aus Sicht der Veranstalter gelaufen? Im Gespräch mit schuhkurier zieht Ulrike Kähler (Igedo Company) Resümee. Und erklärt, was sie aus der Corona-Krise gelernt hat. 

schuhkurier: Frau Kähler, die Gallery Fashion & Shoes ist gut zu Ende gegangen. Sind Sie zufrieden?

Ja. Schon am Sonntagmorgen zeichnete sich ein Besucheraufkommen ab, das unsere Erwartungen deutlich übertreffen würde. Ich habe die Entwicklung permanent über ein Dashboard auf meinem Handy beobachtet und stand in Kontakt zu Ausstellern und Besuchern. Wir sind zufrieden – und dankbar: allen Unternehmen, die in den letzten Monaten diesen Weg mit uns gegangen sind. Und auch unseren Ansprechpartnern bei den zuständigen Behörden, mit denen wir sehr konstruktiv und zielorientiert zusammengearbeitet haben.

 

Kurz vor dem Start der Gallery kam die Absage der ILM. Hat Sie das verunsichert?

Es hat mir vor allem sehr leidgetan. Das Engagement der Verantwortlichen der Messe Offenbach war enorm. Es ist sehr schwer, wenn eine bestens vorbereitete Veranstaltung kurz vor Beginn abgesagt werden muss. Dem Föderalismus sei aber gedankt, dass sich die Situation für uns anders darstellte. Wir hatten erheblich niedrigere Fallzahlen. Behördenseitig gab es jederzeit grünes Licht.

 

Werfen wir einen Blick zurück: Im März war die Gallery Shoes die letzte Messe vor dem Lockdown. Wie haben Sie die Situation seinerzeit wahrgenommen?

Es herrschte große Unsicherheit, auch bei uns. Der Lockdown bahnte sich bereits an. Aussteller sagten in letzter Minute ab und Händler verzichteten kurzfristig auf einen Besuch. Wir haben die Nacht vor der Messe damit verbracht, die Aufplanung den neuen Gegebenheiten anzupassen. Das war eine sehr belastende Situation. Trotzdem haben wir an unserem Konzept festgehalten und an eine neue Veranstaltung im Sommer geglaubt. Und das war richtig so.

 

Sie haben enorm in Ihr Sicherheitskonzept investiert. Das wurde allgemein goutiert, weil die Maßnahmen für alle wahrnehmbar waren und das Sicherheitsempfinden deutlich erhöhten. Welche Resonanz haben Sie erfahren?

Unsere Maßnahmen waren sehr umfangreich. Sowohl Aussteller als auch Händler aus problematischen Herkunftsländern und -regionen mussten aktuelle Tests vorweisen können. Wir haben die Gänge verbreitert und ein verpflichtendes Scannen nicht nur beim Betreten, sondern auch beim Verlassen jeder Halle eingeführt. Das Ampelsystem an den Eingängen hat zusätzlich für Sicherheit gesorgt. Wir waren meistens auf „Grün“, nur einmal haben wir in einer Halle den „Orange“-Bereich erreicht. Es gab also zu keinem Zeitpunkt eine bedenkliche Lage. Unsere Belüftungsanlage wurde optimiert und mit neuen Filtern ausgestattet. Nachts wurden alle Hallen gelüftet. An einigen Ständen herrschte zwischenzeitlich sehr viel Betrieb. Dort haben wir die Menschen angesprochen und sensibilisiert. Das Ordnungsamt war sicherlich auf der Messe unterwegs, um zu prüfen, wie sich die Dinge entwickeln. Für den großen Aufwand, den wir betrieben haben, haben wir viel Zuspruch und Verständnis erfahren.

 

Es gab einige Absagen, vor allem von größeren Marktteilnehmern. Andere sind der Gallery treu geblieben. Wie wird sich die Messe künftig ausrichten?

Wir werden das umsetzen, was wir immer wollten: eine Plattform für schöne, innovative Marken bilden. Es geht nicht immer nur um „höher“, „größer“ und „weiter“. Das ist eine der Erkenntnisse, die ich aus der Corona-Krise gewonnen habe. Wir freuen uns über die Marken, die gemeinsam mit uns an einem Strang ziehen; viele schon von Anfang an. Das macht uns stolz und zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Selbstverständlich sind uns Neuzugänge, auch internationale, herzlich willkommen, aber sie müssen thematisch in unsere Segmente passen. Ich werde mich zudem dafür einsetzen, dass wir für den Kinderbereich wieder eine schöne, eigenständige Lösung bilden können.

 

Was haben Sie aus der Corona-Krise gelernt?

Dass man den Mut nicht verlieren darf, in der Krise weiterzugehen. Die zurückliegenden Monate waren für die Igedo Company sehr herausfordernd. Auch in unserem Team gab es Sorgen und viele Fragen. Wir haben uns aber immer wieder neu motiviert. Wir haben uns auf unser Selbstverständnis besonnen: Wir machen hier etwas, das höchsten Ansprüchen genügt. Man darf nie aufgeben. Es geht immer eine Tür auf.

 

Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von schuhkurier, Nr. 37, als Print-Magazin oder als E-Paper. 

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Petra Steinke / 09.09.2020 - 08:33 Uhr

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