BLE/BTE/BDSE

Umfrage: Wird die MwSt.-Senkung an Kunden weitergeben?

Die Handelsverbände BTE, BLE und BDSE wollen es wissen: Geben Schuh-, Lederwaren- und Textilgeschäfte die Mehrwertsteuer-Senkung weiter?

BTE, BLE und BDSE sind überzeugt: Die zum 1. Juli auf 16 Prozent gesenkte MwSt. wurde längst nicht von allen Textil-, Schuh- und Lederwarengeschäften an die Kunden weitergegeben. Um einen Überblick über die aktuelle Praxis bezüglich der Weitergabe der MwSt.-Senkung an die Kunden zu erhalten, führen BLE, BTE und BDSE eine Umfrage durch. Abgefragt wird darin auch die Meinung der Fashionbranche bezüglich der diskutierten Verlängerung der MwSt.-Senkung. Die Ergebnisse sollen in die politische Arbeit einfließen. Die Umfrageteilnehmer erhalten auf Wunsch und unter Angabe ihrer Kontaktdaten die Auswertungsergebnisse zugemailt. Alle Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt!

BLE und BDSE bitten alle Schuh- und Lederwarenhändler, sich bis zum 15. September 2020 an der Umfrage zu beteiligen! Die Umfrage besteht aus drei fachlichen Fragen (plus zwei Strukturfragen) und ist in maximal zwei Minuten ausgefüllt. Sie kann online über einen Link auf der Startseite der BLE-Website ausgefüllt werden. Auf Wunsch wird der Fragebogen aber auch gerne zugemailt. Kontakt: info(at)lederwareneinzelhandel.de.

 

Mehrwertsteuer-Senkung: die aktuelle Situation

 

Tendenziell vereinnahmten vor allem viele kleine und mittlere Unternehmen die 2,52 Prozent selbst, während vor allem große Filialisten einen automatischen Abzug an der Kasse vornahmen, heißt es seitens des BLE. Aber auch dies sei in der (letzten) Sale-Phase zum Teil unterblieben. Größere Kundenbeschwerden bei der Nicht-Weitergabe der gesenkten MwSt. habe es hier anscheinend nicht gegeben.

Zumindest die Presse habe das MwSt.-Thema zuletzt nicht mehr aufgegriffen, so dass es auch beim Kunden oft aus dem Fokus geraten ist. In der Textil-, Schuh- und Lederwarenbranche war dieser Einspareffekt speziell in der Reduzierungsphase ohnehin zweitrangig und durch die im Vergleich z.B. zu Möbeln oder Elektronik niedrigen Bons für den Kunden auch eher gering. Tatsächlich führte die MwSt.-Senkung in den drei Branchen nicht zu einer fühlbaren Belebung der Nachfrage, da auch im Juli die Umsätze deutlich unter dem Vorjahr lagen.

Es sei laut BLE nicht auszuschließen, dass einige Textil-, Schuh- und Lederwarenhändler ihre MwSt.-Strategie mit Start der Herbst/Winter-Saison ändern. So ist angesichts der nach wie vor unterdurchschnittlichen Umsätze eine vollständige Vereinnahmung oder zumindest eine Begrenzung auf Stammkunden denkbar, um die Roherträge zu stärken.

Tobias Kurtz / 08.09.2020 - 16:33 Uhr

Weitere Nachrichten