Schuhindustrie

Umsatz der deutschen Schuhindustrie gesunken

Hauptgeschäftsführer HDS/L Manfred Junkert (Foto: HDS/L)
Hauptgeschäftsführer HDS/L Manfred Junkert (Foto: HDS/L)

Nach einer mehrjährigen Wachstumsphase drehte die Umsatzentwicklung der deutschen Schuhindustrie 2019 erstmals wieder ins Minus. Die Aussichten der Hersteller werden durch die Coronavirus-Krise getrübt.

Der Umsatz der deutschen Schuhhersteller mit 50 oder mehr Beschäftigten ist in 2019 im Vergleich zu 2018 von 2,9 auf 2,8 Mrd. Euro gesunken. Dies entspricht einem Rückgang der Verkaufserlöse von 2,7%. Rund 80% des Umsatzes wurde im Inland erlöst. Mit 2,4 Mrd. Euro lag der Inlandsumsatz in 2019 1,8% niedriger als im Vorjahr. Das teilte der Bundesverband der deutschen Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) auf der Gallery Shoes in Düsseldorf mit. Während die Inlandsumsätze relativ stabil geblieben sind, bereiten die Auslandsmärkte Sorgen. Insgesamt ging der Auslandsumsatz der deutschen Schuhhersteller um 6,9% auf 491 Mio. Euro zurück.

Die meisten Schuhe gehen nach Polen

Polen hat seine Stellung als wichtigstes Abnehmerland von Schuhen aus Deutschland ausbauen können. Von 2018 zu 2019 nahm die Ausfuhr von Schuhen aus Deutschland nach Polen nach 2017 noch einmal deutlich zu. Die ausgeführte Paarzahl stieg um 25,6 Prozent von 47,3 auf 59,5 Mio. Paar an. In 2017 und 2016 war Frankreich das größte Zielland von Schuhen aus Deutschland. Von 2018 zu 2019 ist die Ausfuhr von Schuhen aus Deutschland nach Frankreich um 10,2% auf 40,3 Mio.Paar gestiegen. Dagegen verliert der britische Markt an Bedeutung für den deutschen Schuhexport. Der Ausfuhranteil von Schuhen für Großbritannien an allen aus Deutschland ausgeführten Schuhen ist von 2018 zu 2019 von 6,6 auf 5,6 % gesunken. Während in 2018 noch 20,5 Mio. Paar Schuhe aus Deutschland in das Vereinigte Königreich ausgeführt wurden, waren es in 2019 nur noch 18,9 Mio. Paar Schuhe.

China bleibt wichtigstes Lieferland

Die relative Bedeutung von China als wichtigstes Lieferland hat seit 2009 von Jahr zu Jahr abgenommen. Der Anteil an Schuhen aus China an der Gesamtmenge aller in Deutschland eingeführten Schuhe ist in den letzten Jahren mit der Ausnahme von 2018 kontinuierlich gesunken. In 2019 ist der Anteil an Schuhen mit Ursprung in China von 47,1 auf 46,5% gesunken. In der absoluten Anzahl an eingeführten Schuhpaaren liegen jedoch Zuwächse in der Einfuhr aus China vor. Bei den Paarzahlen ist ein Anstieg um 1,9% von 335,1 auf 341,4 Mio. Paar zu beobachten. Zuwächse sind auch für andere wichtige Lieferländer wie Vietnam, Indonesien und Indien zu verzeichnen.

Coronavirus trübt Aussichten

„Die bestehenden Herausforderungen für die deutsche Schuhindustrie werden aktuell von der Coronavirus-Krise überlagert“, erklärte Manfred Junkert auf der Gallery Shoes. Dabei werde die Schuhbranche „hart getroffen“, so der HDS/L-Geschäftsführer. „China und Italien sind zwei besonders wichtige Länder unserer Branche.“ Allerdings müssten die kommenden Wochen noch abgewartet werden, bis sich ein klareres Bild über die konkreten Auswirkungen ergebe. „Wir hoffen aber, dass sich die Situation nicht zu einer globalen Weltwirtschaftskrise entwickelt.“ Dennoch sehen die deutschen Schuhhersteller die derzeitige Lage kritisch. Laut einer aktuellen Umfrage des HDS/L rechnen 40% der Unternehmen für die kommenden Monate mit Lieferverzögerungen und Umsatzrückgängen. 

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Helge Neumann / 09.03.2020 - 16:23 Uhr

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