Corona-Krise

Verbände warnen vor Pleitewelle

In einem gemeinsamen Schreiben fordern der Handelsverband Textil (BTE), der Handelsverband Schuhe (BDSE) und der Handelsverband Lederwaren (BLE) staatliche Finanzhilfen für die Branchen. Sonst drohe eine Pleitewelle historischen Ausmaßes, so die Verbände.

Mode-, Schuh- und Lederwarengeschäfte sind die mit am stärksten von der Coronakrise betroffenen Einzelhandelsunternehmen. Faktoren wie Kurzarbeit, Homeoffice sowie abgesagte gesellschaftliche Ereignisse haben sich auf das Kaufverhalten der Kunden ausgewirkt. Auch der erhoffte Neustart ist nicht so stark ausgefallen, wie erhofft. Rolf Pangels, BTE-Hauptgeschäftsführer: „Statt erhoffter Aufholeffekte nehmen die Umsatzverluste also weiter zu!“

Als Folge des Lockdown sind die Umsätze der drei Branchen während April um bis zu 71% eingebrochen. „Dieser Rückgang ist historisch in der Bundesrepublik Deutschland einmalig“, so Rolf Pangels. Die Folge: Eine existenzbedrohende Situation für die meisten Fachgeschäfte.  Zum einen wurde während der Schließungsphase weiterhin Ware angeliefert, die aufgrund der langen internationalen Produktionskette nicht storniert werden kann. Zum anderen verliert diese Ware im Laufe der Saison ständig an Wert. „Diese Konstellation gibt es so in keiner anderen Branche!“, weiß Pangels.

Daher fordern die drei Verbände nun staatliche Finanzhilfen. „Die bisherigen Maßnahmen wie das Kurzarbeitergeld und KfW-Kredite reichen zur Rettung des stationären Textil-, Schuh- und Lederwarenhandels bei weitem nicht aus“, analysiert Pangels. „Der unverschuldete Ruin tausender Unternehmen - von der kleinen Boutique bis zum großen Schuh- oder Modehaus - kann nur durch nicht rückzahlbare Zuschüsse verhindert werden!“

Man sehe sich sonst einer bisher nie dagewesenen Insolvenz- und Schließungswelle ausgesetzt, gefolgt von zehntausenden drohenden Leerständen in den Innenstädten. „Da die Textil-, Schuh- und Lederwarenbranche zusammen mit den Warenhäusern die städtischen Einkaufslagen prägen, könnten dadurch viel Standorte zu Geisterstädten werden!“, fürchtet der BTE-Hauptgeschäftsführer. „Dies hätte epochale Folgen für die Einkaufs- und Lebensqualität der Städte!“

Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Petra Steinke / 29.05.2020 - 14:16 Uhr

Weitere Nachrichten