Corona-Krise

Was der BDSE dem Handel jetzt empfiehlt

Siegfried Jacobs
Siegfried Jacobs

Der Handelsverband Schuhe (BDSE) rechnet aktuell damit, dass sich die Situation rund um Covid-19 in den nächsten Wochen weiter verschärfen wird. Der Verband fordert schnelle finanzielle Unterstützung.

Die Verbände BDSE (Schuhe), BTE (Textilien) und BLE (Lederwaren) hatten bereits am 9. März von der Politik schnelle und unbürokratische Hilfen speziell für den Schuh-, Textil- und Lederwarenhandel gefordert. Schließlich ließen sich aufgrund des Saisongeschäftes entgangene Umsätze später nicht mehr aufholen, was dann zu existenziellen Problemen vieler Unternehmen führen werde, teilt BDSE-Geschäftsführer Dr. Siegfried Jacobs auf Anfrage von schuhkurier mit. „Und gerade die vielen kleinen und mittleren Unternehmen brauchen jetzt sofortige Hilfe, damit sie die Krise überbrücken können“, so Jacobs. 

Der BDSE empfiehlt daher dem Schuhhandel, sich spätestens jetzt mit dem Thema „Kurzarbeitergeld“ auseinanderzusetzen, dessen Beantragung sehr vereinfacht wurde. EHV-Mitgliedsunternehmen können sich bei entsprechenden arbeitsrechtlichen Fragen an ihren zuständigen regionalen Einzelhandelsverband wenden und erhalten dort Unterstützung.

Auch sollten vorsorglich die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten staatlichen Liquiditätshilfen beantragt werden. Über die Hausbank erhalten Schuhgeschäfte Zugang zu Krediten und Bürgschaften bei der staatlichen KfW-Bank. Mitglieder von Verbundgruppen können zudem u.U. Finanzierungshilfen von ihrem Einkaufsverband erhalten. Einige haben bereits entsprechende Unterstützungsmaßnahmen angekündigt.

Ein größerer Themenkomplex betrifft die Warenauslieferung und die damit verbundenen rechtlichen Fragen. Viele Händler fragen laut Dr. Siegfried Jacobs, ob verspätet gelieferte Ware angenommen werden müsse oder ob man Aufträge stornieren könne. „Grundsätzlich gilt hier: Entscheidend ist erst einmal, was im Kaufvertrag vereinbart wurde bzw. in den akzeptierten AGB des Lieferanten geregelt ist. In den Einheitsbedingungen der Schuhbranche z.B. sind Nachlieferfristen vorgesehen“, so der Experte. Wichtig sei aktuell, dass beide Vertragspartner in fairer Weise die anstehenden Fragen rund um die Warenauslieferung klären. Das betreffe etwa auch die Warenannahme in den Filialen, die nicht mehr funktionieren kann, wenn Geschäfte qua behördlicher Anordnung geschlossen werden müssen.

Helge Neumann / 17.03.2020 - 13:29 Uhr

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