Verbraucher-Umfrage

Was macht Corona mit der Kauflust?

Kein Shopping in Corona-Zeiten. (Foto: Becca McHaffie/Unsplash)
Kein Shopping in Corona-Zeiten. (Foto: Becca McHaffie/Unsplash)

Vier Wochen Shut-Down: Mode- und Schuhgeschäfte sind geschlossen. Die meisten Menschen haben mehr Zeit und sind zuhause. Was bedeutet das für das Konsumverhalten? schuhkurier fragte bei Verbraucherinnen nach.   

Elke, 53, Bilanzbuchhalterin, Blomberg:

„Ich würde gerne die regionalen Unternehmen unterstützen und warte gespannt darauf, dass die Geschäfte wieder geöffnet haben. Im Internet kaufe ich nicht so gerne Schuhe und Bekleidung, da ich die Ware lieber anfasse und fühle.“

 

Jule, 21, Studentin, Düsseldorf:

„Shopping spielt für mich eine kleinere Rolle als vorher. Ich habe vor der Corona-Krise gerne Second Hand-Klamotten gekauft, worauf ich im Moment aus finanziellen Gründen komplett verzichte. Lust mir etwas zu kaufen hätte ich schon. Ich mag es gerne, Kleidung zu kaufen, und wenn ich das Geld hätte, würde ich sehr gerne kleine, lokale Händler unterstützen. Mein Konsum an Kleidung ist stark eingeschränkt. Wenn ich momentan etwas kaufe, dann online das, was ich wirklich brauche: Bücher für die Uni beispielsweise, die aber auch Second Hand. Ich habe mir vorgenommen, mir nach der Krise Bücher zu kaufen, und zwar aus kleinen, feinen Buchläden.“

 

Kirsten, 54, Diplom-Pädagogin, Schloss-Holte:

„Ich bin selbstständig, habe voraussichtlich bis Juni kein Einkommen, daher kaufe ich zur Zeit außer Lebensmitteln nichts ein. Schuhe sind noch für die kommenden zehn Jahre vorhanden.“

 

Evelin, 60, IT-Beraterin, Düsseldorf:

„Ich habe mir vorgenommen, mir neue Wanderschuhe zu kaufen, sobald die Geschäfte wieder öffnen. Online kaufe ich nicht.“

 

Kristina, 36, Journalistin, Düsseldorf:

„Das Thema ’Shopping‘ spielt bei mir im Moment eine sehr untergeordnete Rolle. Ich beschäftige mich kaum damit, einerseits weil ich gerade zu viele andere Dinge im Kopf habe, und andererseits weil es sich während einer Pandemie irgendwie auch ’falsch‘ anfühlt. Hinzu kommt durchaus auch das Gefühl, jetzt vielleicht (mehr) auf das eigene Geld achten zu müssen, weil eine Rezession zu erwarten ist und die langfristigen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sich vielleicht auch bei mir bemerkbar machen könnten (auch wenn dies zur Zeit zum Glück noch nicht der Fall ist).
Ich habe dennoch drei Dinge online gekauft, die alle direkt mit Corona in Zusammenhang stehen: Ein Puzzle zum Nerven beruhigen bei einem Spielwarenhändler über Amazon Marketplace und eine bequeme Jogginghose fürs Home Office bei Snipe. Das ist nicht mehr als sonst, eher weniger. Bisher habe ich nicht geplant, mir etwas Bestimmtes „nach Corona“ stationär zu kaufen.  
Kleidung spielt im Moment tatsächlich keine Rolle – mit Ausnahme der Jogginghose. Es kann aber sein, dass sich das ändert, sobald die Maßnahmen gelockert werden, ich mich gedanklich vielleicht wieder etwas „sicherer“ fühle und dann auch mehr den Kopf frei habe, mich mit einem neuen Pulli oder neuen Schuhen zu befassen. Es kann aber genauso gut sein, dass dieser Effekt nicht eintritt, weil ich „weniger konsumieren“ eigentlich als positiv empfinde, auch wenn dies für den Handel sicher keine gute Nachricht ist."

 

Gudrun, 56, Arzthelferin, Düsseldorf:

„Momentan vermisse ich es noch nicht, einkaufen gehen zu können, auch online habe ich noch nichts bestellt. Der Fokus liegt auf anderen Dingen. Im Hintergrund steht auch der finanzielle Aspekt, also die Frage, wie lange dauert der Zustand noch und brauche ich das Geld evtl. für existenzielle Dinge?
Ich beschäftige mich auch noch nicht mit den Gedanken, was oder wo ich einkaufen gehe, wenn es wieder möglich ist. Diese Entschleunigung und auch die Gefahr einer Ansteckung fokussieren mich auf ganz andere Dinge momentan. Allerdings war ich vorher auch nicht die Shopping Queen.“

 

Sabrina, 23, Praktikantin, Zürich:

„Shopping im Sinne von Kleidung, Schuhen und Lederwaren: Da kaufe ich nur das nötigste wie zum Beispiel Sportsachen, die dringend ersetzt werden müssen, und wenn möglich, kaufe ich online über lokale Shops oder kleine Unternehmen. Neue Laufschuhe müssen jetzt erstmal warten, die würde ich lieber im Laden anprobieren. Ansonsten etwas ’off topic‘ von meinem eigenen Verhalten sehe ich das Problem der fehlenden zeitgemäßen Digitalisierung lokaler (Schuh-)Händler. Onlineshops sind (falls überhaupt vorhanden) oft unattraktiv. Eigentlich wäre jetzt eine gute Chance zur besseren Vernetzung mit der IT- und Medienbranche, denen ja gerade vor allem im Veranstaltungs- und Eventsektor die Aufträge ausbleiben. Hier wäre die Krise eine Riesenchance für einen Sprung in die Gegenwart.“

 

Silvia, 53, Grafik-Designerin, Krefeld

„Das einzige, was ich mir dieser Tage gekauft habe, ist Wolle und EDV für meine Arbeit. Beides online. Kleidung und Schuhe habe ich eh genug. Und geldmäßig weiß man ja derzeit nicht, wie es weitergeht.“

 

Ute, 52, tätig im öffentlichen Dienst, Regensburg:

„Hätten die Läden jetzt auf, wäre ich sicher in den letzten Wochen mal hingegangen, und mit Sicherheit wären Hosen dabei gewesen oder auch ein Paar neue Sneaker. Aber mit Gewalt brauche ich jetzt nichts, weshalb ich mir nur etwas Wäsche online bestellt habe. Ich ziehe es vor zu warten, um dann später unseren Einzelhandel zu unterstützen, und ich kaufe derzeit nur das online, was dringend benötigt wird, z.B. auch ein neues Verbindungskabel für das Home Office.“

 

Monika, 73, Rentnerin, Krefeld:

„Ich habe online verschiedenes bestellt – auch mehr als sonst, beispielsweise Wolle, die ich eigentlich nicht dringend benötige, dazu einige Kleidungsstücke wie Blusen und Pullover. Außerdem habe ich Schuhe gekauft, um einen stationären Schuhhändler zu unterstützen. Enttäuscht bin ich vom Versand. Viele Sachen sind noch gar nicht bei mir angekommen. Sicherlich bestellen jetzt viele Menschen online, weshalb sich alles verzögert.“

 

Emma, 19, Studentin, Düsseldorf:

„Ich habe auch vor Corona vorwiegend online gekauft und spüre im Moment keinen großen Unterschied. Klamotten für den Alltag bestelle ich im Moment nicht, eher Sportsachen. Ich kaufe wenig, dafür aber gute Sachen. Vor allem Schuhe habe ich bislang nur gekauft, wenn ich wirklich neue brauchte, und dann online. Allerdings habe ich in der Corona-Krise Sportschuhe bei einem Frankfurter Laufshop gekauft, um gezielt den stationären Handel zu unterstützen.“

 

Ursula, 55, Betreuerin in einem Seniorenheim, Düsseldorf:

„Shopping ist sowieso kein großes Thema bei mir. Ich kaufe wenig online, wenn, dann gelegentlich Gebrauchsgegenstände, aber keine Kleidung oder Schuhe. Im Moment habe ich keine Lust auf shoppen. Gesundheit ist das wichtigste Thema derzeit. Ich gehe ohnehin selten in die Stadt, Kleidung und Schuhe kaufe ich in Maßen. Es kommt immer sehr darauf an, ob ich überhaupt Lust habe, etwas anzugucken und anzuprobieren. Ich kaufe nur, was mir auch spontan gefällt. Ich kann noch nicht einschätzen, wieviel Lust auf Shopping ich nach dem Shut-Down haben werde. Da man in den letzten Wochen „gelernt“ hat, dass jeder Mitmensch eine Bedrohung ist, werde ich mich, denke ich, erst einmal sehr schwer tun, wieder unbefangen in Menschenmengen unterwegs zu sein. Onlineshopping ist aber deswegen trotzdem kein Thema für mich.“

 

Susanne, 56, Betreuungskraft in einer OGS, Düsseldorf:

„Shopping ist für mich gar kein Thema. Auch nicht online. Das habe ich noch nie gemacht und möchte die Sachen gerne anprobieren. In der Krise gebe ich Geld überwiegend für Pflanzen aus, da ich mir den Garten schön mache. Auch der Baumarkt ist eine Option. Genug Bücher habe ich auch noch zu lesen. Auf Wochenmärkten leckere und frische Dinge kaufen, das genieße ich sehr, besonders aus der Patisserie. Schuhe sind für mich derzeit kein Thema. Ich muss aber shoppen gehen, sobald die Geschäfte öffnen, da ich keine Frühjahrssachen habe. Die besten Sachen finde ich, wenn ich nicht suche, dann macht es auch Spaß. Entscheidend sind für mich nicht die Klamotten, sondern wie man sonst aussieht und dass alles stimmig ist.“

 

Bettina, 56, Betreuerin in einem Seniorenheim:

„Ich habe mir ein Paar Schuhe bei Ecco bestellt und einen Garderobenständer von Reisenthel: alles schön brav aus Europa und nicht über Amazon. Ich habe meiner Schneiderin, dem Schuster, der Reinigung, der Buchhandlung, dem Elektriker und Schreiner Aufträge gegeben. Ansonsten bin ich nur bei Edeka und Rewe. Ich vermisse die Treffen mit Freunden und mal ein Essen oder einen Kaffee. Flanieren: ja. Konsum: nein – ich brauche gerade keine Klamotten. Wenn man nichts sieht, gibt es anscheinend auch keine Wünsche.“

 

Laura, 24, Sozialarbeiterin, Düsseldorf:

„Online habe ich aus Langeweile schon nach Bekleidung geschaut, aber dann eher Sportsachen, weil ich die momentan viel nutze. Ich freue mich auf die Zeit, in der ich wieder durch die Innenstadt bummeln und spontan etwas kaufen kann. Schaufensterbummeln finde ich momentan nicht sinnvoll, das spare ich mir für die Zeit danach. Insgesamt liegt mein Fokus auf praktischen Dingen, die ich auch wirklich benötige.“

 

Julia 26, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Düsseldorf

„Wenn ich momentan etwas haben möchte, wäge ich vorher ab, ob ich es wirklich brauche. Ansonsten warte ich ab, bis die Geschäfte wieder geöffnet habe. Wenn ich etwas kaufe, sind es eher Bücher gegen die Langeweile. Bei Amazon bestelle ich nicht, da meiner Meinung nach, besonders kleine Geschäfte unterstützt werden müssen.“

 

Carina, 27, Manager HR Development, Essen:

„Ich kaufe grundsätzlich ungerne online ein, da das Einkaufen für mich ein Erlebnis ist und ich keine Lust auf die Retoure habe. Wenn die Geschäfte wieder geöffnet werden werde ich vermutlich dann noch einige Zeit abwarten, bis ich wirklich in die Innenstadt fahre. Wenn ich wieder Shoppen gehe, werde ich mir sicherlich etwas Nettes kaufen, da ich mir dann ja länger nichts gegönnt habe. Da Corona Mitte März ausbrach, habe ich auch noch nichts aus der aktuellen Saison, das möchte ich dann nachholen. Bei der aktuellen Übergansware sehe ich keine Probleme, sie auch noch im Juni zu kaufen. Wir sind hier in Deutschland, wir werden Übergangssachen immer benötigen.“

 

Klaus, 65, Beratungsunternehmer für Gastronomie & Messen, Düsseldorf:

Ich kaufe online eher weniger, bis jetzt ein paar Schuhe und ein Buch. Generell habe ich keine große Lust etwas zu konsumieren. Ich warte lieber, bis die Geschäfte wieder aufgehen, wobei ich davon ausgehe, dass shoppen mit Mundschutz nicht so ein prickelndes Einkaufserlebnis ist. Ich kaufe momentan nur Lebensmittel, am liebsten auf dem Markt.

 

Sabine, Director International Sales, Nürnberg: 

Shopping betreibe ich nach Lust und Bedarf, z.B. online bei Douglas oder bei Breuninger. Ich gebe maximal 200 Euro für ein Paar Schuhe aus, das funktioniert online dank diverser Gutscheine, allerdings nur von mir bereits bekannten Marken wegen der Passform. Ehrlich gesagt, denke ich beim Thema Ladenöffnungen eher an Restaurantbesuche und später an Reisen, weniger an Mode.
Wichtig ist mir aktuell ein guter Onlinshop mit transparenten, flexiblen Lieferoptionen. 

 
Petra Steinke / 13.04.2020 - 15:27 Uhr

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