Verbundgruppen

Was SABU-Mitglieder von ihren Lieferanten erwarten

Stephan Krug (Foto: SABU)
Stephan Krug (Foto: SABU)

Die Ordersaison F/S 2021 steht unter bisher nie gekannten Vorzeichen. Der SABU hat deshalb in einer Online-Umfrage rund 190 Händler zu ihren Erwartungen und Anforderungen an die Lieferanten befragt.

In der SABU-Umfrage wurden vierzehn qualitative Kriterien vorgegeben, die mit „sehr wichtig“, „wichtig“ und „weniger wichtig“ gewichtet werden konnten. Die laut der Verbundgruppe wohl wichtigste Erkenntnis aus der Befragung: Für die SABU-Anschlusshäuser steht mit über 70 % an erster Stelle die „physische Ordermöglichkeit“, also das haptische Begutachten der Ware, unabhängig davon, ob bei Messen, im Ordercenter oder bei Vertreterbesuchen. Dass der Schuhhandel plane, die jetzt zu platzierende Vororder zu reduzieren, sei aufgrund der vorhandenen Lagerbestände vor allem an Übergangsware nicht überraschend, heißt es weiter. Deshalb nehme der Punkt „Minimierte Vororder mit flexiblen Nachorderterminen“ mit erreichten 68 % der Nennungen den zweiten Platz ein. In diese Thematik spiele auch Platz 3 der Befragung: ein „gutes Angebot an Sofortprogrammen während der Saison“ mit 57% der Antworten. Denn in unsicheren Zeiten sei vor allem Flexibilität ein Top-Kriterium bei der Lieferantenauswahl, so der SABU. 

„Die Ergebnisse unserer Umfrage haben uns nur teilweise überrascht. Dazu gehört u.a. das schlechte Abschneiden digitaler Ordermöglichkeiten und Showrooms auf den mit Abstand letzten beiden Plätzen. Der Schuh an sich ist nun mal ein Produkt, das hinsichtlich Qualität und Passform schwierig ausschließlich aufgrund von Abbildungen her zu beurteilen ist. Das bestärkt uns darin, auch weiterhin unseren Mitgliedern physische Messen und Ausstellungen anzubieten und parallel dazu die digitalen Ordermöglichkeiten weiter voranzutreiben“, so das Resümee von SABU-Geschäftsführer Stephan Krug. Ungeachtet dessen dürfe man unter dem Schlagwort „Digitalisierung“ nicht nur das Bestellen von Ware aufgrund von Abbildungen verstehen. Die Digitalisierung umfasse sämtliche Abläufe der Wertschöpfungskette und solle – sowohl im Handel als auch in der Industrie – prozessuale Entlastung bringen. „Beachtenswert finde ich außerdem, dass das Thema „Nachhaltigkeit“ mit einem guten mittleren Platz mittlerweile auch in unserer Branche angekommen ist. Sustainability hätte sicherlich in den Augen des Handelns noch einen höheren Stellenwert, wenn Industrie und Handel sich zurzeit nicht fast ausschließlich auf die Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen konzentrieren müssten“, so Krug.

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Helge Neumann / 30.06.2020 - 10:19 Uhr

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