Markenboykott

Welche Branchen von den Verbrauchern abgestraft werden

Warum boykottieren Verbraucher Marken? Und in welchen Branchen? Eine europäische Studie gibt Antworten.

Gerät eine Marke negativ in die Schlagzeilen, kann dies Folgen für die Kaufentscheidung der Verbraucher nach sich ziehen. Eine YouGov-Umfrage in zehn europäischen Ländern hat ergeben, dass 37 Prozent aller Befragten schon einmal als direkte Folge eines Skandals, den eine Marke durchgemacht hat, die Verwendung dieser dauerhaft oder vorübergehend eingestellt haben. Spanier sagen dies am häufigsten (50%), in Deutschland sind es 37 Prozent der Befragten. Am seltensten geben Norweger an (28 Prozent), eine Marke aufgrund eines Skandals schon einmal boykottiert zu haben.

Dies sind Ergebnisse der Studie „Brand Boycotters“ der Marktforschungsgruppe Yougov, für die Europäer zwischen dem 27. Juli bis 19. August 2020 mittels standardisierter Online-Interviews befragt wurden.

52 Prozent aller europäischer Befragten, die schon einmal eine Marke boykottiert haben, geben an, dass ihr Boykott Marken aus dem Bereich Lebensmittel und Getränke galt. Ein Viertel der europäischen Marken-Boykottierer (25 Prozent) sagt dies über die Banken- und Finanzbranche, 23 Prozent über den Mode-Einzelhandel.

 

Markenboykott: So handeln deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher

 

Unter deutschen Befragten haben 53 Prozent der Boykottierer eine Lebensmittelmarke abgestraft, 29 Prozent eine Marke aus dem Bereich Autozubehör und-hersteller. Jeder vierte Markenboykott geht auf das Konto des Mode-Einzelhandels.

36 Prozent boykottieren eine Marke wegen der Schäden für die Umwelt. Unter Deutschen machen 44 Prozent diese Angabe. Weitere Gründe der Europäer für den Boykott sind Tierversuche bzw. Misshandlung an Tieren (32%) oder auch, wenn Produkte negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Verbraucher haben (30%). Die Dänen nennen Steuervermeidung bzw. -hinterziehung als häufigsten Grund (42% vs. 24% der Gesamtbefragten).

 

Deutsche Verbraucher sind beim Markenboykott konsequent

 

Zwei Drittel der deutschen Marken-Boykottierer sagen, nach dem Boykott diese seitdem nicht wieder verwendet zu haben (vs. 61% aller europäischen Boykottierer). 26% sagen, die Marke nach einer gewissen Zeit wieder genutzt, aber nicht mehr so oft wie früher verwendet zu haben.

Häufigster Grund der deutschen Boykottierer für die Wiedernutzung einer Marke nach dem Boykott dieser, ist, dass die Marke die Praktiken oder Themen geändert hat, die zum Boykott Veranlassung gegeben hatten (30%). 27 Prozent sagen, dass die Produkte oder Dienstleistungen der Marke sich verbesserten.

Ein Viertel begründet seine Verhaltensänderung damit, dass die Marke sich verpflichtet habe, die Praktiken oder Themen, die zum Boykott veranlasst haben, in Zukunft zu ändern.
 

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Tobias Kurtz / 13.10.2020 - 12:43 Uhr

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