Corona-Pandemie

Wie die Firma Lloyd die Corona-Krise meistert

Andreas Schaller (Foto: Lloyd)
Andreas Schaller (Foto: Lloyd)

Corona betrifft jedes einzelne Unternehmen in unserer Branche. Wie sich die Situation für den Schuhhersteller Lloyd darstellt, erklärt Geschäftsführer Andreas Schaller im Interview.

Herr Schaller, wie erleben Sie die Situation derzeit?

Andras Schaller: Auch wir sind mit unseren Stores von den Schließungen betroffen und haben damit die gleiche Situation wie der Handel. Zudem sind die Ordereingänge zu H/W 2020 in ganz Europa weitgehend zum Erliegen gekommen, so dass wir gemeinsam mit unserem Außendienst eine verlängerte Auftragseingangsphase vorbereiten.
Vor dem Hintergrund unseres über Jahre hinweg im Sinne des Handels aufgebauten Nachlieferservice, über den wir ca. 50% des Umsatzes generieren, sind wir mit diesem wichtigen Geschäft voll von der Schließung der Geschäfte unserer Kunden betroffen; ähnlich wie der Handel in einer Zeit, in der wir für die üblichen jetzt startenden Nachsortierungen perfekt gerüstet sind und eine ca. 95%-ige Nachsortiermöglichkeit aller ca. 160 Varianten im Basisprogramm über bis zu 21 Größen garantieren können.
 

Welche konkreten Maßnahmen haben Sie angesichts der aktuellen Lage ergriffen?

Die Auslieferung F/S ist weitgehend abgeschlossen. In einem Schreiben haben wir unsere Kunden informiert, dass wir die noch ausstehenden Auslieferungen bis zur Wiedereröffnung der Geschäfte zurückhalten. Selbstverständlich können wir auch vorab ausliefern.
Zum Schutz unserer Mitarbeiter und zum teilweisen Ausgleich der fehlenden Auftragseingänge werden ab Montag alle unsere Produktionsstätten zum Teil bis Ostern, zum Teil auch darüber hinaus schließen und ihre Produktion einstellen.
Ferner wird ab Montag ein Großteil der Verwaltung bis Ostern in Kurzarbeit gehen. Die wichtigen Bereiche sind selbstverständlich über eine Notbesetzung zu erreichen, um sowohl für unsere Kunden als auch für andere Partner auf Lieferantenseite zur Verfügung zu stehen.  


Wie wird es weitergehen?

Weitgehend ausgenommen von der Kurzarbeit ist die Modellentwicklung. Wir werden damit sicher stellen, dass die vorliegenden Aufträge zur Herbst/Winter-Saison 2020 im Sinne unserer Kunden termingerecht zur Auslieferung kommen. Ferner – und das ist mindestens genauso wichtig wie alle kurzfristigen Reaktionen auf die derzeitige Krise – werden wir unsere voll Kraft in die Entwicklung der Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2021 stecken, um unsere Kunden auf Handels- und Konsumentenseite zu begeistern. ES GIBT AUCH EIN LEBEN NACH CORONA!

 
Petra Steinke / 21.03.2020 - 12:58 Uhr

Weitere Nachrichten

Andreas Schaller (Foto: Redaktion)

Lloyd schließt Produktion in Sulingen

Schuhindustrie

Lloyd rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang von rund 30%. Um das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen, wird der Schuhhersteller unter anderem die Schuhproduktion in Sulingen einstellen.

Mehr denn je ist in der Schuh- und Lederwarenbranche Zusammenhalt gefragt. (Foto: Unsplash)

Branchen-Netzwerk: schuhkurier stellt Kontakte her!

Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie bringt Unternehmen der Schuh- und Lederwarenbranche an ihre Grenzen und verlangt ihnen das Maximale ab. Es gibt viele Fragen und Herausforderungen. Zugleich entstehen Netzwerke, um Hilfe zu leisten. Hier finden Sie Kontakte und Themen für den Austausch.