Schuhhandel

Wie Konsumenten in Corona-Zeiten einkaufen

Menschen in der Innenstadt (Foto: Svend Nielsen/Unsplash)
Menschen in der Innenstadt (Foto: Svend Nielsen/Unsplash)

Alles beim Alten? Mitnichten. Nur allmählich gewöhnen sich Verbraucher an die neue Normalität. Ihr Shopping-Verhalten hat sich durch die Pandemie in entscheidenden Punkten verändert.

Entspannt in die Stadt? Das war einmal… Heute überlegen sich die meisten Menschen, ob die Fahrt in die City überhaupt notwendig ist. Die Scheu vor großen Menschenmengen ist groß; Masken gelten für viele immer noch als Hindernis für einen relaxten Shoppingbummel. Laut einer Erhebung der Stiftung für Zukunftsfragen halten sich Menschen generell mehr zuhause auf. Zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen gehören das Surfen im Internet, Fernsehen bzw. Streamen, am Computer spielen und Musikhören. In Coronazeiten hat das Interesse daran, das eigene Zuhause zu verschönern, deutlich zugenommen. Auch sportliche Aktivitäten daheim sind für die Menschen wichtiger geworden. Und wenn es doch mal rausgehen soll, dann eher in die Natur zum Spaziergang. Der klassische Stadtbummel, zu dem traditionell auch ein Restaurant- oder Café-Besuch gehörte, ist zumindest aktuell von untergeordneter Bedeutung für die deutschen Verbraucher. Das heißt im Umkehrschluss: Oft überwiegt noch der Bedarfskauf. Und der wird dann vorgenommen, wenn es zeitlich und situativ gut passt.

Laut Heike Discher und Tobias Eichmeier, Geschäftsführer der ANWR Schuh GmbH, ist der Samstag nicht mehr überall der stärkste Tag für den Handel. Einkäufe würden häufiger unter der Woche vorgenommen – vermutlich, um allzu große Menschenmengen, die eher dem Samstag zugeschrieben werden, zu vermeiden. War der Montag vor Corona meist der schwächste Tag für den Schuhhandel, hat er jetzt an Bedeutung zugelegt, ebenso der Dienstag und der Freitag.

Bei der ANWR Schuh geht man davon aus, dass der Casualisierungstrend, der bereits vor der Corona-Krise großen Einfluss auf das Verbraucherverhalten hatte, seine Fortsetzung finden wird. Verstärkt wird dies aktuell dadurch, dass Events, für die klassische oder Galanterie-Schuhmode benötigt würde, kaum stattfinden. Auch seien weiterhin viele Menschen in Home Offices tätig. „Wir rechnen damit, dass es im Bereich Galanterie im kommenden Jahr einen gewissen Nachholeffekt geben wird“, so Heike Discher. Grundsätzlich bleibe der Casualisierungstrend jedoch weiterhin stark.

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Petra Steinke / 19.09.2020 - 15:21 Uhr

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