Innenstadtentwicklung

Wie Oberkirch ein Konzept gegen Leerstände erarbeitete

Rückläufige Einzelhandelsumsätze, fehlende Ankermieter, steigende Leerstände und immer weniger Frequenz in der Innenstadt. Diesen Teufelskreis wollte die Stadt Oberkirch durchbrechen.

Im September 2018 startete die Wirtschaftsförderung Oberkirch zusammen mit Engel & Völkers Commercial Freiburg eine Kooperation, teilt der Gewerbeimmobiliendienstleister mit. „Ziel dieser Zusammenarbeit war die Entwicklung eines nachhaltigen Konzepts, das die Innenstadt in Oberkirch als attraktiven Einzelhandelsstandort re- bzw. weiter etabliert“, erläutert Ursula Pfitzinger, Senior-Projektleiterin bei Engel & Völkers Commercial Freiburg.

Nach einer Analyse des Einzelhandelsstandorts Oberkirch erarbeiteten die Partner eine Strukturdaten-Aufstellung nebst Marketingkonzept zur Vermietung von vakanten Mietflächen. Diese wurde den Vermietern der innerstädtischen Mietflächen präsentiert. „Um das Ziel der Steigerung der Bekanntheit des Einzelhandelsstandorts Oberkircher Innenstadt zu erreichen, wurden in den zurückliegenden zwei Jahren zahlreiche gemeinsame Marketingmaßnahmen, wie Artikel in regionalen Magazinen, Werbetafeln, Social-Media-Kampagnen umgesetzt“, fasst Pfitzinger zusammen.

Das Zwischenfazit mache den Beteiligten nach eigenen Angaben Mut: Seit Kooperationsbeginn wurden acht Neunutzungen in der Oberkircher Innenstadt etabliert. Über drei vakante Flächen werde aussichtsreich verhandelt. Dazu gehörten auch die großflächigen Mieteinheiten, deren Vermarktung sich zunächst herausfordernd gestaltet habe. Nach einer erfolgreichen Vermittlung der noch freien Flächen werde als 50% des innerstädtischen Leerstands beseitigt sein.

 

Oberkirch: regelmäßige Frequenzzählung

 

Um den Einzelhandelsstandort „Oberkircher Innenstadt“ langfristig transparent und vergleichbar zu halten, finden pro Jahr drei Frequenzzählungen statt – zu Jahresbeginn, im Sommer und zum Herbstanfang. Die Zählungen erfolgen jeweils an drei ausgewählten Tagen einer Woche an fünf Standorten in der Innenstadt. Pfitzinger „Ziel ist das Sammeln belastbarer Daten zur Entwicklung der Passantenfrequenzen im jährlichen Vergleich, die Bewertung der Auswirkungen städtebaulicher Maßnahmen sowie die Entwicklungsanalyse der Fußgängerzone und sogenannter B-Lagen.“

Durch die Ansiedlung eines besonderen Einzelhandelsangebots sei die Oberkircher Innenstadt mittlerweile überregional bekannt. Die Mieten hätten sich auf das regionale Marktniveau eingependelt, derzeit seien keine Geschäftsschließungen zu erwarten. „Durch die neue Zielgruppenausrichtung werden vielfältige Nutzungen angesprochen, die keine klassischen Einzelhandelskonzepte wie bisher gekannt darstellen. Der Innenstadt im Wandel verhelfen sie jedoch zu einem vorsichtig aufblühenden, immer moderner werdenden Image“, so Pfitzinger.
 

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Tobias Kurtz / 22.10.2020 - 14:02 Uhr

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