Wirtschaftsverbände

Wirtschaftsverbände fordern zügiges Wiederanfahren der Wirtschaft

Ingeborg Neumann (Foto: Textil + Mode)
Ingeborg Neumann (Foto: Textil + Mode)

In einem gemeinsamen Brief haben sich der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie und weitere Verbände mittelständischer Branchen an die Regierung gewandt. Sie fordern ein zügiges Anlaufen der Wirtschaft mit klaren Anti-Corona-Schutzmaßnahmen.

In dem Schreiben heißt es: „Die unterzeichnenden Verbände appellieren an die Bundesregierung am 30. April ein rasches und realistisches Einstiegsszenario aus dem Lockdown vorzulegen. Die Menschen in Deutschland und auch die Unternehmen brauchen ein klares Signal und eine positive Perspektive für ein eigenverantwortliches Leben und Wirtschaften in der Corona-Normalität.”

Ingeborg Neumann, Textil+Mode-Präsidentin: „Die heutigen Zahlen im Frühjahrsgutachten sind dramatisch. Wir können und dürfen nicht weiter im Stillstand verharren. Wir werden nicht durch weiteres Abwarten aus der Krise kommen. Deshalb haben wir gemeinsam im Verbund von 16 mittelständischen Branchen, die 10 Millionen Mitarbeiter beschäftigen, konkrete Vorschläge für einen Re-Start erarbeitet. Wir appellieren an Bund und Länder, auf dieser Basis jetzt Entscheidungen zu treffen.”

Für das Wiederanfahren der Wirtschaft schlagen die Mittelstandsverbände ein konkretes Regelwerk vor, um einerseits den notwendigen Abstands- und Hygienevorschriften gerecht zu werden, aber andererseits durch die Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit einen vollständigen Absturz unserer Volkswirtschaft zu verhindern. Neben der Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln in Geschäften, Büros und Produktionsbetrieben enthält der Anti-Corona-Plan auch eine allgemeine Schutzmasken-Pflicht im öffentlichen Raum, beim Einkaufen und – wenn notwendig – auch beim Arbeiten. Desinfektionsmittel-Spender sollten soweit möglich und verfügbar an allen Geschäfts- und Büroeingängen zur Verfügung stehen. Um den ÖPNV zu entlasten, sollten sowohl die Büro- als auch die Geschäftszeiten sehr flexibel sein.

Insgesamt sechzehn Verbände haben den Brief an Bund und Länder unterzeichnet.

Laura Klesper / 30.04.2020 - 09:22 Uhr

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