SABU-Expertin Johanna Ferner im Interview

„Accessoires sind eine ideale Ergänzung“

Johanna Ferner, Einkaufsleitung Fashion und Accessoires beim SABU (Foto: www.catharinapeppel.de)
Johanna Ferner, Einkaufsleitung Fashion und Accessoires beim SABU (Foto: www.catharinapeppel.de)

Sollte der Schuhfachhandel sein Sortiment um Accessoires ergänzen? Johanna Ferner, beim SABU verantwortlich für den Einkauf Fashion & Accessoires, sagt: Ja! Worauf es dabei ankommt, erklärt die Expertin im Interview.

Viele Händler haben ihr Sortiment inzwischen um Produkte jenseits des Schuhs erweitert. Wird in der Verschmelzung bzw. Ergänzung von Sortimenten die Zukunft für den Schuhhandel liegen?

Ich sehe die Erweiterung des Angebots im Schuhhandel mit z.B. Taschen und Accessoires als ideale Ergänzung und Abrundung des Schuhsortiments. Außerdem kann der Schuhfachhandel durch die Kombination von Schuhen und Accessoires seine modische Kompetenz noch besser demonstrieren.

 

Welche Produkte „zum Schuh dazu“ ergeben aus Ihrer Sicht besonders viel Sinn?

Aus meiner Sicht ergeben Taschen und Accessoires (mit Schals, Mützen, Handschuhen, Socken, Strümpfen und Gürteln) am meisten Sinn, da sie das Outfit erst „komplett“ machen. Der Handel kann diese Produkte gut nutzen, um sein Schuhangebot noch attraktiver zu präsentieren. Als interessanten „Nebeneffekt“ kann man mit Accessoires aller Art außerdem die Schaufenstergestaltung noch spannender arrangieren.

 

Was ist bei der Order z.B. von Taschen, Gürteln oder Handschuhen zu beachten, damit das Angebot insgesamt stimmig ist?

Damit das Angebot insgesamt rund ist, sollte man bei der Order „eine Welt“ schaffen. Es ist wichtig, dass die Farbwelten stimmig sind, das können zum Beispiel auch mal Kontrastfarben sein. Besonders gut funktioniert das in der Regel bei Accessoires, die in Lizenz zu einer Schuhmarke angeboten werden. Außerdem sollte man darauf achten, Anbieter auszuwählen, die von den Preislagen her gut zu den Preislagen des Schuhangebotes passen.

 

Wie viel Prozent eines Angebots sollten/könnten aus arrondierenden Produkten bestehen?

Es ist schwer zu sagen, welchen Anteil das Accessoireangebot im Verhältnis zum Schuhsortiment haben sollte. Das ist von Geschäft zu Geschäft, von Standort zu Standort sehr unterschiedlich. Man kann sich zu Beginn vorsichtig herantasten, wenn die Produktgruppen neu sind, um sowohl Erfahrungen mit dem Abverkauf als auch mit den Lieferanten zu sammeln. Wichtig ist, dass man den Kunden eine nicht zu kleine Auswahl anbietet. Außerdem sollten die ergänzenden Produktgruppen optisch ansprechend präsentiert werden.

 

Wie kann das Verkaufspersonal lernen, mit Produkten jenseits der Schuhe gut umzugehen?

Ich bin sicher, dass die Mitarbeiterinnen im Verkauf bereits modeaffin sind und somit keine Probleme haben sollten, ergänzende modische Accessoires zum Schuh zu verkaufen. Verschiedene Hersteller bieten zudem Produktschulungen an, was speziell bei erklärungsbedürftigen Produkten mit Zusatznutzen sehr sinnvoll ist. Wichtig ist jedoch aus meiner Sicht, das Verkaufspersonal hinsichtlich der neuen Produktgruppen zu sensibilisieren.

 

Inwieweit kann der SABU dem Trend hin zu vielschichtigeren Sortimenten Rechnung tragen, etwa auf Messen, mit Workshops oder Informationen?

Der SABU wird u.a. in den Modereports dem Thema Accessoires mehr Raum und damit mehr Bedeutung beimessen. In Überlegung sind noch weitere Möglichkeiten, wie der SABU seine Mitglieder unterstützen kann.

Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Petra Steinke / 27.05.2021 - 15:26 Uhr

Weitere Nachrichten