Geschäftsbericht 2020

ANWR kann Geschäftsvolumen ausbauen

Frank Schuffelen, Vorstandssprecher der ANWR Group (Foto: ANWR)
Frank Schuffelen, Vorstandssprecher der ANWR Group (Foto: ANWR)

Die ANWR hat den Geschäftsbericht für 2020 vorgelegt. Die Verbundgruppe konnte das Geschäftsvolumen in der Corona-Krise leicht steigern – trotz eines deutlichen Minus im Bereich Schuhe. 

Durch Wachstum im Bereich der Finanzdienstleistungen hat die ANWR Group das Geschäftsvolumen im vergangenen Jahr mit 17,8 Mrd. Euro leicht ausgebaut. Während die Bereiche Schuhe mit -20,1% und Lederwaren mit -36,0% besonders hohe Einbußen verzeichneten, wuchs der Bereich Sport um 1,1%. Das abgerechnete Einkaufsvolumen für die eigenen Verbundgruppen für Schuhe, Sport und Lederwaren lag zusammen bei 2,6 Mrd. Euro, 11,5% unter dem Vorjahr.
Das Zentralregulierungsgeschäft für Handelskooperationen, die nicht zur ANWR-Unternehmensgruppe gehören, hat sich im Jahr 2020 positiv entwickelt. Das über die ANWR-eigenen Banken regulierte Einkaufsvolumen lag bei 13,8 Mrd. Euro, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 5,1%. Handelskooperationen aus den Branchen Baustoffe, Holz, Möbel, Kfz, Sanitär, Heizung und Fahrrad waren weniger von den Corona-bedingten Einschränkungen betroffen. Die Aktivitäten der ANWR-eigenen Banken aus dem kartenbasierten Zahlungsverkehr und dem Factoring lagen zusammen bei 1,4 Mrd. Euro und damit 17,3% unter dem Vorjahr..

Generalversammlung im Herbst

Die ANWR-Unternehmensgruppe spürte dennoch die negativen Folgen der Coronapandemie. Niedrigere Umsatzerlöse im Groß- und dem Einzelhandel und rückläufige Provisionen aus dem Zentralregulierungsgeschäft für Schuhe und Lederwaren standen einem deutlich wachsenden Onlinegeschäft über die E-Commerce Plattform schuhe.de gegenüber. Die Umsatzerlöse beliefen sich insgesamt auf 630,8 Mio. Euro, ein Minus von 4,1% im Vergleich zum Vorjahr. Weitere Erlöse wurden aus dem Verkauf einer Immobilie in Düsseldorf erzielt. Dieser Schritt sicherte die eigenständige finanzielle Handlungsfähigkeit für die nächsten Jahre und führte zu einem entsprechend hohen Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von 69,9 Mio. Euro nach knapp 5 Mio. Euro im Vorjahr. „Der Verkauf der Immobilie hat uns die finanzielle Handlungsfähigkeit und die Sicherheit verschafft, dem Förderauftrag für die Mitglieder in den herausfordernden kommenden Jahren mit einer soliden Eigenkapitalbasis nachkommen zu können“, bewertet Frank Schuffelen, Vorstandssprecher der ANWR Group eG, den Abschluss für das Jahr 2020. Der Jahresabschluss des ANWR-Konzerns und der ANWR Group eG wird den Mitgliedern der Genossenschaft im Rahmen der Generalversammlung am 21. September in Mainhausen vorgestellt. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Generalversammlung eine 10-prozentige Dividende auf die Genossenschaftsanteile vor.

Ausblick auf 2021

Für den stationären Einzelhandel und damit auch für die ANWR-Unternehmensgruppe bleibt das Jahr 2021 weiterhin herausfordernd. Zu den lange andauernden Zwangsschließungen im Handel komme das Auslaufen des Schirms für die Warenkreditversicherer sowie die nicht mehr verlängerte Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, teilt die Verbundgruppe mit. „Aufgrund der pandemiebedingt belasteten Jahresabschlüsse 2020 vieler Handelspartner erwarte ich ein herausforderndes Jahr. Damit geht ein vorsichtiges Verhalten der Warenkreditversicherer und eine Zurückhaltung der Hausbanken bei der Kreditvergabe einher“, so Schuffelen. Die ANWR-Unternehmensgruppe werde das Hauptaugenmerk auf die Stabilisierung der angeschlossenen Händler legen. Dieses erreiche sie mit der Begleitung der Händler bei der Vermittlung oder Bereitstellung von Finanzmitteln, intensiver Beratung und Schulung sowie den passenden Steuerungswerkzeugen, zu denen auch Warenwirtschaftssysteme und E-Commerce Plattformen zählten.

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Helge Neumann / 01.06.2021 - 14:56 Uhr

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