Medienbericht

Baden-Württemberg stoppt „unzulässige Sortimentserweiterung“

In den vergangenen Tagen haben mehrere Modehändler im Südwesten ihr Sortiment um Hygieneartikel erweitert, um trotz Lockdown weiterhin öffnen zu können. Das hat das Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg nun untersagt. 

Laut einem Bericht der „Schwäbischen Zeitung“ (SZ) dürfen Einzelhändler in Baden-Württemberg ihr Sortiment nicht kurzfristig erweitern. So habe das Wirtschaftsministerium den Landratsämtern mitgeteilt, dass eine nachträgliche Erweiterung der Sortimentsbreite nicht das gewöhnliche Sortment widerspiegeln würde. Es zeigten sich „Umgehungsversuche“ durch die Aufnahme von privilegierten Artikeln des täglichen Bedarfs. „Eine Erweiterung des gewöhnlichen Sortiments um untypische Sortimentsteile widerspricht dem Wortlaut, Sinn und Zweck der Corona-Verordnung“, heißt es laut SZ in dem Schreiben des Ministeriums. Ziel der Vorordnung sei es, Kundenansammlungen und Kontakte zu vermeiden. Durch die Erweiterung des Sortiments könnten jedoch zu einem verstärkten Kundenaufgebot führen. Daher sei diese Praxis „unzulässig“. 

„Das ist eine Sauerei“

Die SZ berichtet vom Fall des Modehändlers Baykal Ünal aus Bad Saulgau, der nach dem Vorbild des Modehauses Blum-Jundt aus Emmendingen seinen Store „Punkt Männersachen“ um Hygieneartikel ergänzt hatte. Gemeinsam mit seiner Frau habe er sich zu der Aktion entschlossen, so Ünal. „Nicht, weil wir gegen etwas sind, sondern weil wir etwas unternehmen wollen.“ Die Sortimentserweiterung sei in erster Linie ein Protest gegen die Ungleichbehandlung von verschiedenen Handelsbranchen. Die Reaktion des Händlers auf die Entscheidung aus Stuttgart fiel deutlich aus: „Das ist eine Sauerei.“

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Helge Neumann / 24.03.2021 - 17:09 Uhr

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