Corona-Krise

Bayern: Schuhhandel muss wieder schließen

Bayern verschärft die Corona-Regeln. Die Staatsregierung hat neue Vorgaben zum Einzelhandel erlassen. Diese werden sich wahrscheinlich negativ auf den Schuhhandel auswirken.

Am 31. März hatte das bayerische Verwaltungsgericht festgestellt, dass Schuhgeschäfte ähnlich wie Baumärkte und Buchhandlungen als „sonstige für die tägliche Versorgung unverzichtbare Ladengeschäfte“ anzuzusehen seien. Damit konnten die Schuhläden im Land wieder uneingeschränkt öffnen.

Auf diese Entwicklung hat das bayerische Kabinett unter Ministerpräsident Markus Söder am 7. April reagiert und neue Regelungen erlassen. Demnach werden in Bayern nach den Beschlüssen des Landes ab dem 12. April auch Blumenfachgeschäfte, Gartenmärkte, Gärtnereien, Baumschulen, Baumärkte und Buchhandlungen wieder wie sonstige Geschäfte des Einzelhandels behandelt. Für sie entfallen damit die bisher geltenden Sonderregelungen.

Nach der Entscheidung des Verwaltungsgericht zum Schuhhandel habe man ein „juristisch ausbalanciertes Konzept“ finden müssen, sagte Ministerpräsident Markus Söder. Dieses haben man nun gefunden. Inzidenzunabhängig dürfen laut einer Mitteilung der Staatsregierung nur die in der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung „abschließend aufgezählten Geschäfte öffnen“. Das Problem: Die aktualisierte Fassung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung liegt noch nicht vor. Sollte der Schuhhandel in die Liste der aufgezählten Geschäfte aufgenommen werden, könnte er weiterhin öffnen. Geschieht dies nicht, gelten für den Schuhhandel die Regelungen des sonstigen Einzelhandels. Allerdings wird u.a. von Seiten des Handelsverbands Bayern damit gerechnet, dass der Schuhhandel ähnlich wie Baumärkte und Buchhandlungen eingestuft wird und damit künftig wiederum nur abhänging von der Inzidenz öffnen kann. 

„Schließung trifft die Falschen“

Auch SABU-Geschäftsführer Stephan Krug rechnet damit, dass der Schuhhandel in Bayern wieder schließen muss. „Diese Entscheidung ist sehr bedauerlich, wir haben diese Entwicklung leider genau so befürchtet. Ich kann nur nochmals betonen, dass die Schließung des Schuh- und Modehandels die Falschen trifft. Der Schuh- und Modehandel ist, wie mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen, kein Inzidenztreiber. Der Einkauf dort ist dank gut durchdachter Hygiene- und Abstandskonzepte sicher.“ Die Branche werde immer noch in „Sippenhaft“ genommen. Stephan Krug: „Uns droht aus meiner Sicht in den kommenden Wochen ein harter Lockdown. Dies auf Grund von mangelnd durchdachten Konzepten, schlechter Planung und Ideenlosigkeit der Politik. Jetzt hilft wohl nur noch impfen, impfen und nochmals impfen.“

 

Für die Geschäfte des Einzelhandels in Bayern gilt Folgendes:

  • Bei einer 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt unter 50 wird der Einzelhandel – wie bisher – unter Geltung der allgemeinen Schutz- und Hygienekonzepte geöffnet.
  • Bei einer 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt zwischen 50 und 100 sind nur Terminshopping-Angebote („Click & Meet“ mit vorheriger Terminvereinbarung) mit einem Kunden pro 40 qm Verkaufsfläche zusätzlich zu den geltenden Voraussetzungen zulässig.
  • Bei einer 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt zwischen 100 und 200 sind Terminshopping-Angebote („Click & Meet“) zulässig. Dabei gilt zusätzlich die Vorlage eines aktuellen negativen Tests (max. 48 Stunden alter PCR-Test oder max. 24 Stunden alter Schnelltest).
  • Bei einer 7-Tage-Inzidenz über 200 in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt bleibt – wie bisher – die Abholung vorbestellter Waren in Ladengeschäften („Click and Collect“) auch ohne Test zulässig.
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Helge Neumann / 08.04.2021 - 07:46 Uhr

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