Schuhhändler aus Berlin

Benjamin Wittstock: „Der Kunde will wieder im Laden probieren“

Benjamin Wittstock (Foto: Wittstock)
Benjamin Wittstock (Foto: Wittstock)

Wie erlebt der Schuhhandel in Berlin die aktuelle Situation? schuhkurier fragte nach bei Benjamin Wittstock, Geschäftsführer der Schuhhaus Wittstock GmbH. Das Unternehmen bietet Click & Meet an. Eine Momentaufnahme.

 

Herr Wittstock, was ärgert Sie am meisten in der aktuellen Situation?

Benjamin Wittstock: Die scheinbare Willkür oder nicht nachvollziehbare Logik der Politiker und Entscheidungsträger, warum gerade der Textil- oder Schuheinzelhandel anders behandelt werden muss als Buch- oder Blumenläden. Dass sich die Kunden angeblich im Lebensmitteldiscounter oder Drogeriemarkt viel verantwortungsbewusster verhalten als bei uns und es daher dort keine Ansteckungen gibt, haben wir ja mittlerweile alle lernen müssen. Die Beschlüsse und Verordnungen scheinen an Schreibtischen gemacht zu werden, ohne die Umstände und Gegebenheiten in den Läden, Einkaufsstraßen, im Leben zu kennen oder nachvollziehen zu können. 
 

Und was stimmt Sie zuversichtlich?

Mit welcher Begeisterung unsere Mitarbeiter wieder an die Arbeit wollen. Alle brennen auf ihren Einsatz und wollen ihren Teil beitragen. Und das gilt auch für den Kunden, der genug vom monatelangen Onlineshopping hat und endlich wieder im Laden probieren, anfassen und beraten werden möchte.

Wie bereiten Sie die Order für die kommende Saison vor?

Die Orderphase ist ja schon in vollem Gange. Allerdings sind wir dieses Jahr terminlich deutlich später dran. Wir versuchen natürlich, immer neue politische Erkenntnisse zu berücksichtigen. Daher bekommt man den Eindruck, dass sich das Dispolimit täglich ändert.
Aufgrund der unsicheren Messelandschaft oder überhaupt der Möglichkeit zum persönlichen Kontakt mit unseren Lieferanten haben wir unser Orderverhalten anpassen müssen. Wir haben wesentlich weniger Haustermine, dafür Terminmarathons an wenigen Ordertagen in den SOCs abgearbeitet, um ein Infektions- oder Quarantänerisiko möglichst zu minimieren.

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Petra Steinke / 17.03.2021 - 20:39 Uhr

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