„Tausende Händler“ bangen um Existenz

Berliner Schuhhändler: „Ich möchte keine Insolvenz“

Der Berliner Schuhhändler Udo Robakowski im RBB-Bericht.
Der Berliner Schuhhändler Udo Robakowski im RBB-Bericht.

In einem TV-Beitrag äußert sich der Berliner Schuhmacher und -händler Udo Robakowski zur aktuellen Situation und stellt konkrete Forderungen. Auch der Handelsverband Berlin-Brandenburg kommt zu Wort.

Die Läger bis unter die Decke gefüllt: Winterware, die kaum abgeflossen ist. Zugleich müssen Rechnungen für die Frühjahrs-Schuhmode gezahlt werden. Für den Berliner Schuhmachermeister Udo Robakowski, der in Charlottenburg ein Geschäft mit Werkstatt unterhält, eine Katastrophe. In der Abendschau des RBB vom 15. Januar (ab Minute 14) äußert sich der Unternehmer zu seiner Situation. Während er keinerlei Umsätze generiere, liefen die Kosten weiter. Robakowski fordert daher, dass auch an Vermieter und Banken eine „Vorgabe“ gemacht werden müsse, damit diese Kosten zumindest vorübergehend eingestellt werden bzw. Kredite länger laufen. „Ich möchte keine Insolvenz“, so der Händler. Er brauche aber bessere Unterstützung.

Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, erklärt in einem Interview in der Sendung, dass Robakowski „einer von tausenden“ Unternehmern sei, deren Existenz derzeit auf dem Spiel steht. Sicherlich seien die Maßnahmen im Sinne der Pandemiebekämpfung nachvollziehbar, „und wir sind auch Partner und machen auch alles zähneknirschend mit, aber wer uns die Freiheit der Berufsausübung nimmt, der muss auch faire Wege aufzeigen, wie den Unternehmen geholfen werden kann“, so Busch-Petersen.

Von den 11 Mrd. Überbrückungshilfen für den Lockdown komme nicht viel im Handel an. Händler wüssten nicht, was sie tun sollen, weil die Überbrückungshilfe 3 Warenbestände nicht berücksichtige. Während Gastronomen in November und Dezember bis zu 75% des Umsatzes erhielten, seien für Händler Zuschüsse zu Fixkosten vorgesehen. Der Warendruck im Handel sei enorm. Ohne weitere Hilfen würden bis zu 70% der Händler die kommenden Monate nicht überstehen. „Wir brauchen klare, kompetente Hilfe, die berechenbar ist und wirklich beim Handel ankommt“, so Busch-Petersen.

Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Petra Steinke / 17.01.2021 - 13:36 Uhr

Weitere Nachrichten