Unerlaubte Preisabsprachen

Bundeskartellamt verhängt Bußgeld gegen Fond Of

Nach Bluesign-Kriterien zertifiziert: die Ease-Rucksäcke von Ergobag. (Foto: Ergobag / Fond Of)
Nach Bluesign-Kriterien zertifiziert: die Ease-Rucksäcke von Ergobag. (Foto: Ergobag / Fond Of)

Das Bundeskartellamt hat gegen die Fond Of GmbH mit Sitz in Köln eine Geldbuße in Höhe von insgesamt rund 2 Mio. Euro wegen vertikaler Preisbindung verhängt.

Zum Markenportfolio von Fond Of gehören unter anderem die Marken Ergobag und Satch. Dem Unternehmen wird laut einer Pressemitteilung vorgeworfen, mit ihm kooperierende Händler beim Vertrieb von Schulranzen und Rucksäcken in ihrer Preissetzung eingeschränkt zu haben. Eingeleitet wurde das Verfahren im Zusammenhang mit einem Amtshilfeersuchen der österreichischen Wettbewerbsbehörde, die ebenfalls gegen das Unternehmen ermittelt hat und einer Durchsuchungsaktion im Januar 2019.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Das Unternehmen Fond Of hat über Jahre hinweg Mindestpreise für seine Schulrucksäcke und -taschen vorgegeben und dafür gesorgt, dass die beteiligten Händler diese Preise nicht unterschreiten. Fond Of hat die Preissetzung systematisch kontrolliert und die Einhaltung der Mindestpreise auch mit Sanktionen gegen die Händler durchgesetzt. Hersteller dürfen aus gutem Grund schon seit den 70er Jahren nur unverbindliche Preisempfehlungen machen. Vertikale Preisbindungen gehen häufig zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher und können dazu führen, dass diese im Ergebnis höhere Preise zahlen müssen. Gerade bei Schulrucksäcken und Schultaschen ist die Zahlungsbereitschaft der Eltern zum Schutz der Kinder relativ groß. Hier noch zusätzlich eine Preisbindung durchzusetzen, ist in keiner Weise akzeptabel.“

Das Unternehmen Fond Of und die beteiligten Händler seien sich darin einig gewesen, dass Fond Of-Produkte grundsätzlich zu dem Preis verkauft werden sollten, der von Fond Of als unverbindliche Preisempfehlung vorgegeben wurde. Darüber hinaus sei der Online-Handel jedenfalls bis zum Jahr 2016 nur einigen wenigen Händlern vorbehalten gewesen. Die Einhaltung der Preise und der Vorgaben für den Online-Vertrieb sei von der Fond Of GmbH als auch von den beteiligten Händlern seit der Frühphase ihrer jeweiligen Geschäftsbeziehungen (beginnend mit März 2010) bis August 2018 regelmäßig kontrolliert und angemahnt worden, zum Teil noch bis zum Zeitpunkt der Durchsuchung im Januar 2019. Bei Abweichungen habe Fond Of interveniert und die angesprochenen Händler hätten das beanstandete Verhalten teilweise abgestellt.

Bei der Bußgeldfestsetzung wurde laut Bundeskartellamt berücksichtigt, dass das Unternehmen mit dem Bundeskartellamt umfassend kooperiert habe und das Verfahren im Wege der einvernehmlichen Verfahrensbeendigung (sog. Settlement) abgeschlossen werden konnte. Der Bußgeldbescheid ist rechtskräftig. Gegen die beteiligten Händler und gegen die für Fond Of handelnden Personen wurde das Verfahren eingestellt.

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Tobias Kurtz / 17.08.2021 - 12:07 Uhr

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