„Stationärer Handel kein Infektionsherd“

Corona-Maßnahmen: Das sagt die ANWR

Frank Schuffelen, Vorstandsmitglied der ANWR Group (Foto: ANWR)
Frank Schuffelen, Vorstandsmitglied der ANWR Group (Foto: ANWR)

Vergangene Woche wurden deutlich schärfere Maßnahmen bis hin zum Teil-Lockdown in einigen Landesteilen beschlossen. Der stationäre Handel fürchtet um Frequenzen und Umsätze. schuhkurier fragte bei ANWR-Vorstandssprecher Frank Schuffelen nach.

schuhkurier: Herr Schuffelen, die Corona-Lage spitzt sich zu. Was erwarten Sie für die folgenden Wochen – speziell mit Blick auf den (stationären) Schuhhandel?

Frank Schuffelen: Die aktuelle Entwicklung und nicht zuletzt das aktuelle Beispiel aus Österreich mit dem Beschluss des Lockdowns ab Montag, 22. November, für das gesamte Land zeigen die Dramatik der Entwicklung. All das bedeutet ohne Zweifel einen Rückschlag für den stationären Schuhfachhandel, den Fachhandel allgemein und auch das gesamte öffentliche Leben. Weihnachtsmärkte, traditionelle Publiklumsmagnete in der Vorweihnachtszeit, sind nur mit Auflagen zu besuchen oder werden ganz abgesagt, und so wird die Frequenz in den Innenstädten zurückgehen. Auch viele Bürgerinnen und Bürger werden ihre Aktivitäten selbst einschränken. Leider wird der Fachhandel dies spüren. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit ist dies fatal.
 

3G im Handel – ist das ein gangbarer Weg, um das Geschäft wenigstens einigermaßen aufrecht zu erhalten?

Fakt ist, an Vorsichtsmaßnahmen führt in Anbetracht der aktuellen Entwicklung kein Weg vorbei. Dazu zählt in vielen Bereichen sicherlich auch die 3G-Regelung oder von Fall zu Fall auch 2G. Der stationäre Handel stellt, belegt durch diverse Studien, keinen Infektionsherd dar. Somit stellt sich die Frage, warum zwischen dem Lebensmittelhandel und beispielsweise dem Schuhhandel unterscheiden wird. Zumal zudem die Maskenpflicht gilt.

Wäre im Zweifel ein kompletter Lockdown besser als geöffnete Geschäfte ohne Frequenz?

Idealerweise greifen die aktuell beschlossenen Maßnahmen. Das schlimmste aber für den Handel wäre eine über einen langen Zeitraum andauernde Lähmung der Frequenz.
 

Was erwarten Sie konkret von der Politik?

Die Politik und mit ihr Städte und Gemeinden sind gefordert, klare Regeln aufstellen. Zusätzlich muss sichergestellt sein, dass die Einhaltung der Regeln engmaschig kontrolliert wird. Diese Aufgabe kann nicht allein dem Handel zukommen.

 

Kann es für Händler sinnvoll sein, im Januar Standorte aktiv zu schließen, das Personal in Kurzarbeit zu schicken und erst zur neuen Saison wieder zu öffnen?

Umsatzeinbußen sind schwerwiegender als ein eventueller Beitrag des Staates zum Kurzarbeitergeld. Der Handel muss den Kunden Service bieten und präsent sein. Deshalb ist die persönliche Entscheidung, das Geschäft für einige Zeit dauerhaft zu schließen, aus unserer Sicht kein gangbarer Weg.  

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Petra Steinke / 22.11.2021 - 10:00 Uhr

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