Testpflicht, Kontaktverfolgung, Kundenanzahl

Corona-Regeln: Was jetzt in den Bundesländern gilt

Die Fashionbranche leidet unter der Corona-Krise. (Foto: Unsplash/Arturo Rey)
Die Fashionbranche leidet unter der Corona-Krise. (Foto: Unsplash/Arturo Rey)

Zahlreiche Bundesländer haben angesichts fallender Inzidenzen ihre Coronaverordnungen für den Einzelhandel angepasst. Vor allem die Testpflicht gilt im Handel als Umsatzkiller. Was gilt jetzt wo? 

Schleswig-Holstein

Im nördlichsten Bundesland gilt für den Einzelhandel als Sonderregelung lediglich die Maßnahme zur Kundenbegrenzung. Die Kundenzahl ist auf eine Person je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche auf die ersten 800 qm zu begrenzen. Übersteigt die Verkaufsfläche 800 qm, wird die Kundenzahl für die 800 qm übersteigende Verkaufsfläche auf eine Person je 20 qm begrenzt.

Hamburg

Der Einzelhandel in der Hansestadt Hamburg darf seit dem 22. Mai wieder öffnen – mit einer Personenzahlbegrenzung, die sich an der Verkaufsfläche orientiert. Bei Läden mit bis zu 800 qm Verkaufsfläche darf sich nicht mehr als eine Kundin oder ein Kunde pro 10 qm aufhalten. In Geschäften ab 801 qm Verkaufsfläche dürfen sich 80 Kundinnen und Kunden im Geschäft aufhalten und dann für jede weitere 20 Quadratmeter Verkaufsfläche zusätzlich eine Kundin oder ein Kunde. Es gelten Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen. Das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes bleibt Pflicht auch vor den Geschäften. Zudem ist eine Kontaktnachverfolgung nötig. Ein tagesaktueller Schnelltest ist nicht erforderlich, solange die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 50 liegt.

Mecklenburg-Vorpommern

Seit dem 25. Mai sind sämtliche Verkaufsstellen des Einzelhandels geöffnet und können ohne Test besucht werden. Es besteht weiterhin die Pflicht einer Mund-Nase-Bedeckung sowie einer Kundenkorbpflicht.

Niedersachsen

Seit dem 25. Mai ist in den Verkaufsstellen des niedersächsischen Einzelhandels ab einer (längerfristigen) Inzidenz unter 50 kein vorheriger negativer Schnelltest mehr erforderlich. Die Pflicht, sich vor dem Besuch eines Einzelhandelsgeschäfts testen zu lassen, entfällt, wenn in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt an fünf Werktagen in Folge die Inzidenz von 50 unterschritten wurde. Bei Inzidenzen über 50 bleibt die Testpflicht bestehen. Es bleibt bei der allgemeinen Maskenpflicht – auch im Einzelhandel – unabhängig von der Inzidenz. In Landkreisen, in denen über fünf Werktage hinweg die Inzidenz nicht mehr als 35 beträgt, gelten auch die quadratmeterbezogenen Kapazitätsbeschränkungen für den Einzelhandel nicht mehr.

Bremen

Bei einer Inzidenz unter 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen ist das Shoppen in Bremen auch ohne Nachweis eines negativen Tests möglich. Es gelten weiterhin die Vorgaben zur Begrenzung der Kundenanzahl.

Nordrhein-Westfalen

Die ab dem 28. Mai in Kraft tretende neue Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfahlen beinhaltet für den Einzelhandel die Öffnung ohne Test und Click & Meet, sofern die Inzidenz unter 100 liegt und die vorgeschriebene Personenbegrenzung von einer Person pro 20 qm eingehalten wird. Innerhalb von Einkaufszentren, Einkaufspassagen und ähnlichen Einrichtungen ist für jede räumlich abgetrennte Verkaufsstelle die entsprechende Höchstkundenzahl maßgeblich. Liegt die Inzidenz unter 50, darf der Handel höchstens einen Kunden pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche hineinlassen.

Rheinland Pfalz

Bei einer Inzidenz unter 100 sind die Geschäfte unter Beachtung der allgemeinen Schutzmaßnahmen geöffnet. Dazu zählt eine flächendeckende Maskenpflicht. Eine Testpflicht besteht in Rheinland-Pfalz für das Shopping nicht, jedoch ist der Publikumsverkehr auf eine Person pro 10 qm beschränkt. Liegt die 7-Tage-Inzidenz über 100, müssen laut Corona-Schutzverordnung die Geschäfte in der betroffenen Kommune schließen.

Saarland

Im Saarland ist der Einzelhandel mit Beachtung der üblichen Hygienemaßnahmen bei einer Inzidenz unter 100 geöffnet. Dazu gilt eine flächendeckende Testpflicht. Bei einer Inzidenz über 100 gilt die bundesweite Notbremse.

Hessen

Das Land Hessen setzt auf einen Zwei-Stufen-Plan. Dieser gilt bis zum 27. Juni 2021. Stufe 1 tritt in Kraft, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt die Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Werktagen unter 100 sinkt und die Maßnahmen der Bundesnotbremse dort nicht mehr greifen. Die zweite Stufe greift, sobald die Inzidenz nach der Stufe 1 weitere 14 aufeinanderfolgende Tage unter 100 oder sobald sie fünf aufeinanderfolgende Tage lang unter 50 liegt. Für den Einzelhandel bedeutet das: In Stufe 1 darf mit „Click & Meet“ geöffnet werden, ein aktueller Test wird empfohlen. In Stufe 2 sind alle Geschäfte mit Begrenzung der Kundenanzahl und Maskenpflicht geöffnet, ein aktueller Test wird empfohlen.

Sachsen-Anhalt

Seit dem 25. Mai ist das Einkaufen in Ladengeschäften wieder ohne Terminvereinbarung möglich. Die Maskenpflicht gilt weiter, die Kundenzahl ist begrenzt. Ein Anwesenheitsnachweis ist zu führen. 

Brandenburg

Bei einer Inzidenz unter 100 ist ab 3. Juni 2021 das Einkaufen im Einzelhandel wieder ohne Terminbuchung und ohne Testpflicht möglich.

Berlin

Der Besuch von Einzelhandelsgeschäften ist an die Vorlage eines negativen Corona-Tests gekoppelt. Geschäfte mit einer Fläche von bis zu 800 qm dürften ohne vorherige Terminvereinbarung einen Kunden pro zehn qm Ladenfläche eintreten lassen. Für größere Geschäfte gilt die Regelung von 20 qm pro Kunde. Die Testpflicht entfällt zudem für Personen, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind oder nach einer Covid-19-Erkrankung als genesen gelten - bei Vorlage entsprechender Nachweise. Bei niedrigen Inzidenzzahlen sollen ab 18. Juni Testpflicht und Kontaktnachverfolgung für den gesamten Einzelhandel entfallen.

Sachsen

Die sächsische Staatsregierung hat am 26. Mai eine neue Corona-Schutz-Verordnung beschlossen. Die angepassten Regelungen treten mit dem 31. Mai 2021 in Kraft und gelten bis zum 13. Juni 2021. Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 100 kann der gesamte Einzelhandel für Kunden öffnen, die einen tagesaktuellen Test vorweisen. Wird der 7-Tage-Inzidenzwert von 35 an 14 aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten, fällt die Testpflicht für Kunden im Einzelhandel weg. 

Thüringen

Einzelhandelsgeschäfte in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt dürfen bei stabil niedrigen Inzidenzwerten unter 100 wieder öffnen. Kunden, sofern sie nicht bereits geimpft oder genesen sind, müssen aber einen negativen Corona-Test mitbringen und eine Kontaktnachverfolgung muss sichergestellt sein. Aktuell wird in Thüringen über eine Neufassung der Corona-Schutzverordnung diskutiert. Diese könnte am 2. Juni in Kraft treten und den Wegfall der Testpflicht im Einzelhandel beinhalten. 

Bayern

Bei einer stabilen Inzidenz zwischen 50 und 100 ist in Bayern Terminshopping ohne Corona-Test möglich. Die Kontaktdaten der Kunden müssen erfasst werden, Sinkt die Inzidenz mehrere Tage unter 50, wird Shopping wieder ohne Terminbuchung möglich. Auch die Kontaktdatenerfassung entfällt. Unabhängig von der Inzidenz gelten Zugangsbeschränkungen: Auf den ersten 800 qm Verkaufsfläche müssen jedem Kunden 20 qm zur Verfügung stehen, für die 800 qm übersteigende Verkaufsfläche ist ein Kunde pro 40 qm zulässig. Beim Terminshopping müssen pro Kunde generell 40 qm zur Verfügung stehen. 

Baden-Württemberg

Bei einer Inzidenz von unter 100 darf der Einzelhandel Click & Meet anbieten. Allerdings gelten die Hygienevorgaben, so dass weiterhin die Maskenpflicht herrscht und pro Kunde 40 qm Verkaufsfläche zur Verfügung stehen müssen. Darüber hinaus müssen die Kunden ihre Kontaktdaten beim Einkaufen angeben. Ein Corona-Test ist bei vorheriger Terminvereinbarung jedoch nicht erforderlich. Bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 50 an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen in einem Landkreis darf am Tag nach der Bekanntmachung durch die örtlichen Behörden der gesamte Einzelhandel wieder öffnen. Eine vorherige Terminvereinbarung ist dann nicht mehr nötig. Allerdings gelten nach wie vor Einlassbeschränkungen.

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Helge Neumann / 28.05.2021 - 08:52 Uhr

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